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Analysen - Neuemissionen
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15.11.2005
Praktiker nicht zeichnen
Performaxx-Anlegerbrief
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www.optionsscheinecheck.de
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Die Experten vom "Performaxx-Anlegerbrief" raten von einer Zeichnung der Praktiker-Aktie (ISIN DE000A0F6MD5/ WKN A0F6MD) ab.
Erst Ende 2002 habe sie Mutterkonzern METRO aus dem Verkehr gezogen, ganze drei Jahre später kämen sie zurück an die Börse. Genau genommen könne man also nicht von einem IPO, also einem Initial Pubic Offering (erstes öffentliches Angebot) sprechen. Insgesamt würden bis zum 17. November noch maximal 34,5 Mio. Aktien in einer Bookbuilding-Spanne zwischen 16 und 19 Euro angeboten, wovon 4,5 Mio. als Überzeichnungsreserve zur Verfügung stehen würden.
22 Mio. Aktien würden von METRO und nur 8 Mio. aus einer Kapitalerhöhung stammen. Das Emissionsvolumen werde sich demnach auf bis zu 655 Mio. Euro belaufen und die Marktkapitalisierung auf 1,1 Mrd. Euro. Praktiker selbst würden angesichts des niedrigen KE-Anteils maximal 140 Mio. Euro zufließen. Begleitet werde der Börsengang von einem gewaltigen Konsortium aus J.P. Morgan, ABN Amro, Deutscher Bank und anderen großen namhaften Instituten.
Die, wie gesehen, nicht sehr üppig zufließenden Mittel aus dem Börsengang möchte Praktiker zur Expansion im Osten Europas nutzen. Selbst in der Ukraine solle im nächsten Jahr der erste Praktiker-Markt eröffnet werden. Auch Russland stehe zur Diskussion. Die Nummer 2 hinter OBI (10,2% Marktanteil) komme auf einen Marktanteil von 7%, gefolgt von Bauhaus mit 4 bis 5 %. Derzeit erziele Praktiker noch drei Viertel der Erlöse im Inland.
Vor kurzem erst sei der Verkauf von Praktiker an Permira gescheitert, weil die Preisvorstellungen von METRO zu hoch gewesen seien. Beim Börsengang scheine es nicht anders zu sein: Das 2005er KUV von 0,33 sei deutlich höher als bei Hornbach (0,2), das KGV dagegen läge selbst am unteren Ende der Spanne bei 13 (Hornbach: 10 bis 11). Auch die emissionsbegleitenden Banken hätten die Bewertung von Praktiker eher im Bereich von 800 bis 900 Mio. Euro, also rund 10 bis 20% unterhalb der Bookbuilding-Spanne gesehen.
Von einer Zeichnung der Praktiker-Aktie ist definit abzuraten, so die Experten vom "Performaxx-Anlegerbrief". Es sei sehr gut möglich, dass der Börsengang scheitere oder die Spanne reduziert werde. Für Anleger gebe es hier nichts zu holen.
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