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Analysen - Neuer Markt
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16.05.2001
Constantin Film abwarten
AC Research
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www.optionsscheinecheck.de
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Die Experten von AC Research raten nach der zuletzt stattgefundenen Revision der Planzahlen von einem Engagement in den Aktien von Constantin Film (WKN 580080) vorerst ab, auch wenn das weitere Verlustrisiko begrenzt erscheine.
Das Medienunternehmen, das bislang einer der wenigen Branchenvertreter gewesen sei, der seine Prognosen stets einhalten konnte, habe zuletzt auch mit einem schwachen Quartalsergebnis aufwarten und infolgedessen seine Planzahlen für das Gesamtjahr deutlich reduzieren müssen. Nachdem Verleihvorstand Thomas Friedl noch im Februar an der zuvor erhöhten Schätzung von 143 Mio. Euro Umsatz und 14 Mio. Euro EBIT festgehalten habe, werde nunmehr mit Erlösen in Höhe von 118 Mio. Euro gerechnet, was damit nur noch marginal über dem Vergleichswert des Vorjahres liege.
Dass die reduzierte EBIT-Prognose von 9,2 Mio. Euro immer noch einer Steigerung von fast 50 Prozent gegenüber 2000 entspreche, tröste dabei nur wenig über die Tatsache hinweg, dass die beiden Kinoneuerscheinungen des ersten Quartals („Emil und die Detektive“ und vor allem „Duell - Enemy at the Gates“) im Großen und Ganzen gefloppt sind, so die Analysten. Bislang habe sich das Unternehmen mit seinen hochwertigen Produktionen stets vom schwachen Marktumfeld absetzen können. Dieser Trend sei jedoch nun gebrochen, so dass es (trotz der bislang ansehnlichen Erfolge des dritten Werkes „Mädchen, Mädchen“) abzuwarten sei, wie sich die Besucherzahlen im zweiten Halbjahr entwickeln würden, wenn die meisten der Constantin-Filme in den Verleih kämen.
Aufgrund dessen nimmt AC Research seine 2001er EPS-Schätzung von 70 auf 40 Cents und die für 2002 von 1,00 auf 0,65 Euro zurück. Damit weise die Aktie aufgrund des starken Kursverfalls der letzten Tage zwar durchaus wieder eine günstige Bewertung für ein solch solides Unternehmen auf, da man nach wie vor profitabel arbeite, und die Strategie mit den TV-Produktionen sowie der Zweit- und Drittvermarktung der erfolgreichen Streifen des letzten Jahres auf stabilen Beinen stehe. Jedoch sei vor allem die Prognose für das kommende Jahr noch mit großer Vorsicht zu genießen, so dass wahrscheinlich noch bis in die zweite Jahreshälfte hinein eine Unsicherheit bestehen werde, die auch weiterhin für einen gewissen Bewertungsabschlag sorgen dürfte.
Sowohl charttechnisch als auch fundamental gebe es deswegen aktuell nur wenig Veranlassung, sich in dem Medientitel zu engagieren, bis das dritte und vierte Quartal Klarheit bringe.
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