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Analysen - Nebenwerte
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21.10.2005
comdirect mit Käufen abwarten
Finanzwoche
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www.optionsscheinecheck.de
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Die Experten des Börsenbriefs "Finanzwoche" empfehlen bei der Aktie von comdirect (ISIN DE0005428007/ WKN 542800) mit Käufen erst einmal abzuwarten.
Der Internetbroker früherer New Economy-Zeiten steige in das Beratungsgeschäft ein und wolle seine Kunden in Zukunft "umfassend und ganzheitlich" betreuen. Aktuell würden weltweit viele Broker und Anlageberater enger zusammenrücken. Dabei gehe die Initiative oft von den Wertpapierhäusern aus. Ziel seien stabilere und langfristig höhere Erträge. Für comdirect erscheine diese Strategie sinnvoll, da man im reinen Wertpapierhandel bereits Marktführer in Deutschland sei.
Pro Depot und Monat würden bei comdirect im Durchschnitt 1,2 Transaktionen getätigt. Dies erkläre die im Vergleich zum Mitbewerber DAB höhere Effizienz, ablesbar z.B. am Cost-Income-Ratio. Gleichzeitig würden US-Broker beweisen, dass das Geschäft noch rentabler betrieben werden könne. So habe im 2. Quartal die Transaktionsgebühr bei ETrade durchschnittlich 10 USD betragen, bei comdirect liege allein die Mindestgebühr bei 9,90 Euro.
Die im 3. Quartal weiter gestiegenen Transaktionsvolumen hätten die Notierung bislang nicht beflügelt. comdirect weise im internationalen Broker-Vergleich eines der niedrigsten Kurs/Buchwert-Verhältnisse bei der gleichzeitig höchsten Dividendenrendite auf. Die erwartete PE für das aktuelle Jahr befinde sich leicht über dem Durchschnitt. Der Börsenwert je Mitarbeiter hingegen liege deutlich unter den "teureren" japanischen und US-Häusern. Aufgrund des langfristigen Wachstumspotenzials und der guten Marktstellung ergebe sich bei comdirect ein im Branchenvergleich überdurchschnittliches Chance/Risiko-Verhältnis.
Nach Ansicht der Experten von "Finanzwoche" kann im aktuell schwierigen Marktumfeld mit Käufen bei der comdirect-Aktie jedoch abgewartet werden.
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