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Analysen - Ausland
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27.04.2001
Baloise bei Kursschwäche kaufen
Bank Hofmann
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www.optionsscheinecheck.de
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Den Analysten von Bank Hofmann zufolge bieten bei Baloise (WKN 853020) Kursschwächen günstige Einstiegsgelegenheiten.
Im Geschäftsjahr 2000 habe die Ertragsentwicklung der Baloise-Gruppe erneut deutlich nach oben gezeigt. Mit einem Anstieg des Reingewinns um 22% auf 634 Mio. Schweizer Franken habe zwar das durchschnittliche Wachstumstempo von 35% der Periode 1995–1999 nicht ganz eingehalten werden können, doch sei die erreichte Leistung angesichts des nicht unbedingt optimalen Umfelds an den Versicherungs- und Kapitalmärkten bemerkenswert.
Die Bruttoprämien hätten um 10% auf 6,7 Mrd. Schweizer Franken zugenommen. Während sie im Lebengeschäft einen markanten Anstieg von 16,5% auf 4,2 Mrd. Schweizer Franken verzeichnet hätten, hätten sie sich in dem von Marktsättigung gekennzeichneten Nichtlebengeschäft um 1% auf 2,5 Mrd. Schweizer Franken erhöht. Trotz einer überdurchschnittlichen Schadenbelastung im Zusammenhang mit Naturkatastrophen habe die Combined ratio (Schadenzahlungen plus Verwaltungsaufwand in % der Prämieneinnahmen) von 108,6% auf 104,8% reduziert werden können. Das Finanzergebnis sei um kräftige 16% gestiegen.
Mit einer Marktkapitalisierung von 9,4 Mrd. Schweizer Franken zähle das Unternehmen zu den bedeutenden europäischen Kompositversicherern. Die starke Gewinnentwicklung der letzten Jahre sei unter anderem darauf zurückzuführen, dass das Management die Gruppe sehr erfolgreich restrukturiert habe. Künftig wolle Baloise als integrierter Finanzdienstleister in ausgewählten Kernmärkten (Schweiz, Deutschland und Benelux-Länder) auftreten. Die im letzten Jahr akquirierte drittgrößte Schweizer Regionalbank Solothurner Bank (neu: Baloise Bank SoBa) solle neue Sparprodukte entwickeln, und die ebenfalls übernommene belgische HBK-Spaarbank stelle einen wichtigen Vertriebskanal für Lebensversicherungsprodukte dar.
Zudem werde die Allfinanzstrategie durch die neue Gesellschaft Baloise Asset Management vorangetrieben, die künftig einen Grossteil der gruppenweiten Kapitalanlagen und der eigenen Anlagefonds verwalten werde. Die Konzernleitung schätze, dass die verwalteten Vermögen in den nächsten fünf Jahren um 50% zulegen dürften.
Die Baloise-Gruppe rechne mit anhaltend zweistelligen Gewinnwachstumsraten. Unter der Annahme, dass der Gewinn pro Aktie im laufenden Jahr um 12% ansteige, betrage das Kurs-Gewinn-Verhältnis 13,3, was einer Bewertung im Branchendurchschnitt entspreche. Nach einem Preisanstieg von über 40% im letzten Jahr mache die Aktie gegenwärtig eine Konsolidierungsphase durch, doch würden Kursschwächen günstige Einstiegsgelegenheiten bieten.
Die Gesellschaft sei nicht nur fundamental gut positioniert, sondern setze auch ihre aktionärsfreundliche Politik fort, indem sie einen weiteren Aktienrückkauf in Form von Gratis-Put-Optionen sowie eine Nennwertreduktion von 10 auf noch 1 Schweizer Franken pro Aktie plane. Obwohl über 40% des Kapitals von zwei Grossaktionären (u.a. der Zurich Financial Services) kontrolliert würden, bestehe sie auf ihrer Unabhängigkeit und verweise auf die statutarische Stimmrechtsbeschränkung von 2%, was die Kursphantasie bis zu einem gewissen Grad limitiere.
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