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Analysen - Ausland
30.04.2001
Rhodia reduzieren
Commerzbank

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Die Analysten der Commerzbank stufen die Aktien der Rhodia S.A. (WKN 914820) auf „Reduzieren“ ein. Den fairen Wert der Aktie sehe man bei 14 Euro.

Aufgrund eines schwierigen betrieblichen Umfelds sei das ausgewiesene Ergebnis für das erste Quartal weit unter Erwartungen zurückgeblieben. Rhodia weise einen Reingewinn von EUR 1,979 Mrd. (+28% gegenüber Vorjahresperiode 2000) aus, auf Vergleichsbasis steigere sich der Nettoumsatz jedoch lediglich um 4,3%. Das EBITDA betrage EUR 240 Mio. und liege unter der Prognose von EUR 278 Mio. Der Reingewinn sei gegenüber 2000 um 52% auf EUR 26 Mio. zurückgefallen, was sich in erster Linie auf den hohen Zins- und Amortisationsaufwand aus den Albright & Wilson- und ChiRex-Akquisitionen zurückführen lasse.

Im Bereich Fine Organics sei eine Umsatzsteigerung von 12,1% gegenüber dem Vorjahr infolge höherer Volumen, vor allem im Agrochemie-Sektor verzeichnet worden. Das Ergebnis in den Bereichen Consumer Specialities (–0,7%) und Industrial Specialities (–1,3%) falle fast flach aus. Polyamides Nettoumsatz steigere sich um 3,6% und sei durch einen Anstieg der Verkaufspreise angetrieben worden. Der Umsatz im Bereich Services & Specialities, der sich um 14,3% steigere, profitiere von neuen Produkten.

Das EBITDA steigere sich nur leicht um 1,3% auf EUR 240 Mio. Dieses Ergebnis liege weit unter der Prognose von EUR 278 Mio. Das EBITDA sei in sämtlichen Bereichen zurück geblieben, Services & Specialities (+20%) und Consumer Specialities ausgenommen, die infolge der Integration von Albright & Wilson eine Steigerung von 67% erzielten. Das EBITDA im Bereich Fine Organics sei um –9,3% zurückgegangen; Industrial Specialities –26,2% und Polymides –14,5%. Im Vergleich zum Vorjahr sei das erste Quartal durch einen höheren Rohstoffaufwand gedrückt worden. Petrochemie-Rohstoffe und Energy hätten über die Hälfte der jährlichen Beschaffungskosten ausgemacht. Weiterhin seien durch die Integration der im Jahr 2000 akquirierten Unternehmen zusätzliche Kosten angefallen.

Rhodia setze die Bereinigung seiner Portfolio fort und habe gerade die Veräußerung von Albright & Wilsons europäischer Surfactants (Jahresumsatz von EUR 400 Mio.) an Huntsman für eine bislang nicht veröffentlichte Summe abgeschlossen. Die Veräußerung der brasilianischen Polyestergeschäfts, Rhodiaster, stehe noch aus. Die Verhandlungen würden sich angeblich im fortgeschrittenen Stadium befinden, und das Unternehmen verhandele zur Zeit angeblich mit der italienischen Mossi & Ghisolfi (italienisches Verpackungsunternehmen in Privathand) über den Verkauf des brasilianischen PET-Plastikbereichs.

Die gegenwärtig niedrige Marktbewertung impliziere, dass der Markt nicht der Ansicht sei, dass Rhodia in der Lage sein werde, seinen Reingewinn von 1999 bis Ende 2002 wie angekündigt zu verdoppeln. Um den Markt vom Gegenteil zu überzeugen, müsse das Unternehmen im derzeit schwächeren Handelsumfeld stetige Margenverbesserungen ausweisen. Rhodias Aufwand dürfe von einem Rückgang der Ölpreise und weiteren Kostensenkungen in den kommenden Quartalen profitieren. Aufgrund der relativ hohen Sensibilität der Portfolio auf Konjunkturzyklen sei man bei der Commerzbank hinsichtlich der Aussichten für das laufende Jahr weiterhin vorsichtig.


Aufgrund der schwächer als erwarteten Zahlen revidiere man die EpA-Schätzungen für das Gesamtjahr und veröffentliche die revidierten Prognosen, sobald man die Modelle aktualisiert habe. Das Reduzieren-Rating und der Fair Value von EUR 14 würden ebenfalls durch die Commerzbank revidiert.



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