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Analysen - Nebenwerte
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27.09.2005
Dürr unter 14 Euro "strong buy"
neue märkte
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www.optionsscheinecheck.de
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Die Experten von "neue märkte" stufen die Aktie von Dürr (ISIN DE0005565204/ WKN 556520) unter 14 Euro mit "strong buy" ein.
Der Dürr-Konzern sei ein weltweit führender Anbieter von Produktionssystemen sowie von Modulen und Komponenten auf dem Gebiet der Mess- und Prozesstechnik. Das Unternehmen konzentriere sich auf sein Kerngeschäft in den Bereichen Lackiertechnik mit Schwerpunkt Roboter- und Applikationstechnik, Endmontage- und Automatisierungstechnik, Umwelt- und Energietechnik sowie Maschinenbau. Hauptkundenbereiche seien die Automobil- und Zulieferindustrie sowie die allgemeine Industrie.
Am 18. August habe die Dürr AG bekannt gegeben, den Geschäftsbereich Development Test Systems (DTS) an den japanischen Technologiekonzern HORIBA zu veräußern. Hieraus habe sich ein Liquiditätszufluss von rund 15 Mio. Euro ergeben. Mit dem Verkauf der DTS setze Dürr die Bereinigung seines Portfolios um Randaktivitäten fort. Mit einer deutlich verschlankten Konzernstruktur auf zwei Unternehmensbereiche (Divisions) und mit dem im August begonnenen Programm FOCUS trete Dürr dem schwierigen Marktumfeld in der Automobilindustrie und dem derzeit hohen Margendruck entgegen. FOCUS stehe für die Konzentration auf die Lackiertechnik, Endmontage- und Automatisierungstechnik, Umwelt- und Energietechnik sowie den Maschinenbau.
Dem "FOCUS-Aufwand" in Höhe von 40 bis 50 Mio. Euro stünden nach Angaben des Managements jährliche Einsparungen in Personal- und Sachkosten in ähnlicher Größenordnung gegenüber. Der Abbau der konzernweit geplanten 800 Stellen bis Mitte 2006 solle aufgrund fehlender Ergebnisbeiträge schwerpunktmäßig in Nordamerika stattfinden. Der bisherige CEO Stephan Rojahn werde zum Jahresende ausscheiden. Seine Nachfolge werde Ralf Dieter antreten, der seit Anfang 2005 im Vorstand der Dürr AG verantwortlich für den Bereich Measuring and Process Systems sei.
Nach Abschluss des 18 Monate laufenden FOCUS-Programms solle der Konzernumbau abgeschlossen sein und eine Vorsteuermarge von mindestens 4% und eine EBITDA-Marge von 8% erwirtschaftet werden. Die Weltmarktführerschaft im Lackiergeschäft, das neue Management, die Portfolio-Bereinigung und das Programm FOCUS würden dafür sprechen, dass der Gesellschaft in 2006 die Rückkehr zu nachhaltiger Profitabilität gelingen sollte. Bereits im 2. Quartal 2005 habe Dürr wieder ein leicht positives Ergebnis vor Steuern erzielt.
Dass Anleger der Aktie noch wenig zutrauen würden, verdeutliche die niedrige Bewertung: Der SDAX-Wert werde gerade mal mit einem Zehntel des Jahresumsatzes gehandelt. Trotz Berücksichtigung anstehender Restrukturierungskosten werde das Papier nur auf Buchwert-Niveau gehandelt. Sehr positiv beurteile man, dass die Book-to-bill-Ratio, also das Verhältnis zwischen Auftragseingang und Umsatz, im 1. Halbjahr 2005 auf 1,15 angestiegen sei (1. HJ 04: 0,97) und sich im 2. Quartal auf 1,17 nochmals leicht erhöht habe (Q2 04: 1,09). Erste Insiderkäufe würden die günstige Bewertung untermauern.
Sollte das Papier auf die Unterstützungslinie von 14 Euro zurückkommen, bewerten die Experten von "neue märkte" die Aktie von Dürr mit "strong buy". Das Kursziel liege bei 21 Euro.
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