Logo
Analysen - Nebenwerte
21.09.2005
PrimaCom kaufen
Trading INSIDER

www.optionsscheinecheck.de

Die Experten von "Trading INSIDER" sehen in der Aktie von PrimaCom (ISIN DE0006259104/ WKN 625910) eine potenzielle Sanierungs-Story mit hohem Kurspotenzial, wenn diese Sanierung gelingt.

Den wichtigsten Schritt hierzu habe es jetzt quasi in letzter Sekunde gegeben, nachdem zuvor Banken einen Kredit über 500 Millionen Euro nicht verlängert hätten und daher akute Insolvenzgefahr bestanden habe. Die Aktie habe diese Meldung mit einem satten Kursrutsch quittiert, der nicht allzu viele Stunden später sich als die Einstiegsgelegenheit entpuppen sollte - für fast alle aber zu spät.

Nachdem die Banken, den Kredit nicht verlängert hätten, habe der Kabelnetz-Betreiber eine Woche Luft gehabt, um mit den Gläubigern des nachrangig besicherten Kredites eine Einigung zu erzielen. Vor noch nicht allzu langer Zeit sei über eine Rückabwicklung des Kredites spekuliert worden, nachdem sich aber das Mainzer Landgericht, das darüber entscheiden sollte, aufgrund von vertraglichen Vereinbarungen zwischen PrimaCom und den nachrangigen Gläubigern für nicht zuständig erklärt habe, seien die Hoffnungen auf eine Sanierung zerstoben.

Umso überraschender für viele dann die Einigung im Rahmen eines Vergleiches. Und so habe die Gesellschaft ad hoc gemeldet: "Beide Parteien sind darin übereingekommen, dass die Gesellschaft 375 Mio. Euro an die Inhaber der SSL zur Abgeltung aller offenen Forderungen der Inhaber der SSL zahlt. Die Gesellschaft muss diesen Betrag bis zum 30.11.2005 bezahlen. Die Vereinbarung wird auch vorsehen, dass die Gesellschaft anerkennt, den Inhabern der SSL 425 Mio. Euro zu schulden, d. h. wenn die Gesellschaft es nicht bis zum 30.11.2005 schafft, den Betrag von 375 Mio. Euro zu zahlen, können die Inhaber der SSL gegen die Gesellschaft unmittelbar vollstrecken."

Der Betrag solle aus dem bereits länger geplanten Verkauf der niederländischen Tochter Multikabel erlöst werden. Dieser dürfte - wie aus Marktkreisen zu hören sei - einen Betrag oberhalb von 500 Millionen Euro einbringen, sodass der SSL-Kredit mehr als abbezahlt werden könne. Der zeitliche Aspekt sollte kein Hindernis sein, ein Verkauf sollte rechtzeitig erfolgen. Gerade der SSL-Kredit sei aber in der Vergangenheit einer der Gründe gewesen, warum das Unternehmen die ordentliche EBITDA-Gewinnmarge nicht auch unter den Strich habe retten können und stattdessen hohe Verluste ausgewiesen habe. Mit der Einigung sei somit ein entschieden wichtiger Schritt zur Restrukturierung geschafft. Noch müssten allerdings die Zeilen der Einigung formuliert werden und die Banken zustimmen. Das sollte aber eher Formsache sein, da alle Beteiligten ein Interesse an einer Einigung hätten.

Ohne das profitstarke Niederlande-Geschäft würden immer noch Kurse im kleineren zweistelligen Bereich möglich sein. Je nachdem, wie gut man in der Folgezeit die noch reichlich vorhandenen Ertragspotenziale im Deutschland-Geschäft nutze, könne das langfristige Kurspotenzial daher deutlich oberhalb von 10 Euro liegen. Die Aktie bleibe aufgrund der noch nicht unter Dach und Fach gebrachten Sanierung allerdings hoch risikoreich und werde volatil bleiben. Unklar sei unter anderem noch was mit dem fällig gestellten Senior-Kredit weiter passieren werde. Darüber hinaus müsse PrimaCom das Deutschland-Geschäft weiter rentabler gestalten.

Die Experten von "Trading INSIDER" empfehlen die PrimaCom-Aktie zu kaufen. Das Kursziel sehe man bei 11 Euro.



© 1998 - 2026, optionsscheinecheck.de