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Analysen - DAX 100
19.04.2001
Bankgesellschaft Berlin halten
Die Telebörse

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Anleger sollten nach Meinung der Experten des Finanzjournals „Die Telebörse“ die Aktien der Bankgesellschaft Berlin (WKN 802322) derzeit halten.

Anfang Mai solle der Untersuchungsausschuss zur Klaus-Landowsky-Spendenaffaire, benannt nach dem Berliner Noch-CDU-Fraktionschef, die Reihenfolge der Zeugen benennen. Zur Monatsmitte seien die Prüfungsergebnisse der Bankenaufsicht fällig, die endlich für mehr Licht im Dunkeln des Zahlenwerks der Bankgesellschaft Berlin sorgen dürften. Da seien „durchaus noch böse Überraschungen möglich“, gebe Wolfgang Rupf zu, seit vier Jahren Vorstandssprecher.

Dagegen sei es keine Überraschung mehr, dass Landowsky nach langer Diskussion mit seinem Freund Eberhard Diepgen, nebenbei Berlins Regierender Bürgermeister, wohl Ende Mai seinen Posten räumen werde.

Das habe er bei der Berlin Hyp, einer Tochter der Bankgesellschaft, schon früher müssen: wegen einer nicht ordentlich verbuchten Spende von zwei Managern der Immobilienfirma Aubis zugunsten der CDU über 40.000 DM im Jahr 1995. Landowsky hätte als Berlin Hyp-Chef Aubis einen Kredit in Höhe von 600 Mio. DM gewährt. Leider sei dies nicht der einzige Problemkredit aus dem Konzern der Bankgesellschaft Berlin. Rupf: “Ein schnelleres Tempo und schärferes Durchgreifen wäre 1997/98 notwendig gewesen. Doch unsere Kräfte waren durch die geplante Fusion mit der Nord/LB gebunden“. Er hätte sich mehr um die Berlin Hyp kümmern müssen, so das Eingeständnis von Rupf.

Welch eine Bank, welch ein Filz. Kein Wunder, dass allein der Konzernverlust für 2000 sich auf 800 Mio. Euro zu addieren drohe. Folglich brauche Rupf Geld, viel Geld. Der Mehrheitsaktionär, das Land Berlin, sei chronisch klamm, müsse also eher Aktien abgeben, statt sich an einer Kapitalerhöhung zu beteiligen. Doch die Gewährträgerhaftung – bedingt durch den öffentlich-rechtlichen Auftrag, dokumentiert durch die Landesbank Berlin – erfordere die Mehrheit. Der Nord/LB-Anteil würde sich erhöhen lassen und könnte die Gewährträger-Funktion übernehmen.

Doch dazu wäre auch politischer (und damit Diepgens) Segen erforderlich. Kein Wunder, dass Rupf zu Beginn dieser Woche einen Hilfeschrei ausgestoßen habe: Von einer anderen Landesbank über die Allianz bis zur Citibank sei ihm jeder Investor Recht. Ein verzweifelter Aufschrei.

Die Aktie sei fundamental überbewertet, könne sich aber kurzfristig spekulativ erholen.


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