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Analysen - Ausland
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17.04.2001
Nordea und SEB reduzieren
Hornblower Fischer
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Nordische Banken gehörten im vergangenen Jahr - beflügelt von einer florierenden Konjunktur - zu den Kursgewinnern im europäischen Bankensektor, berichten die Analysten von Hornblower Fischer.
Während der steigende Kursverlauf der Nordea-Aktie (WKN 911244) noch bis in den Januar des laufenden Jahres angehalten habe, habe die positive Kursentwicklung der SEB-Aktie (WKN 859768) bereits im November 2000 ein rasches Ende gefunden. Während die Q4-Zahlen beider Institute durch hohe IT-Kosten in Mitleidenschaft gezogen wurden, würden die vorläufigen Q1-Zahlen von Nordea signalisieren, dass sich die Bedingungen an den Kapitalmärkten in der nordischen Region verschlechtern. Neben den rückläufigen Finanzmärkten beginne sich auch die Konjunktur in Skandinavien spürbar abzukühlen. Niedriges Kreditwachstum einher mit einer höheren Risikovorsorge sowie Abflüssen aus Investmentfonds dürften die Folge dieser Entwicklung sein.
Erste Indikationen von Nordea würden die Einschätzungen der Analysten von Hornblower Fischer bestätigen. Obgleich die nordische Bankengruppe stabile Zinserträge und steigende Gewinne aus dem Handelsbereich vermeldete, sei der operating profit mit einem Anstieg um 15% auf 555 Mio. Euro leicht enttäuschend ausgefallen. Nach dem Nordea in den vergangenen zwei Jahren ein hohes Akqusitionstempo vorgelegt habe, (Unidanmark, Christiana), dürfte dass laufende Jahr in Zeichen der Integration dieser Institute stehen, so dass mögliche Synergien erst später sichtbar werden. Langfristig seien die Analysten jedoch angesichts der verbesserten Position im Bereich für Investment- und Pensionsfonds und der Führerschaft im Internet Banking unverändert positiv für Nordea gestimmt.
Während Nordea noch 60% der Erträge im stabileren Privatkundengeschäft generiere, würden die Erträge (40% der Revenues) von SEB stark mit den Entwicklungen an den Kapitalmärkten korrelieren. Dies wiederum werde zumindest auf mittlere Sicht Druck auf die Gewinne bringen. Da bereits die Q4-Zahlen merklich unter den Konsensusschätzungen gelegen hätten, dürfte auch das Q1-Ergebnis alles andere als zufriedenstellend ausfallen. Nach dem Zusammenschluss mit Swedbank zum Ende des Jahres, dürfte auch für SEB die Integration im Vordergrund stehen.
Angesichts der ungünstigen Kapitalmarktverhältnisse in der nordischen Region sowie der rückläufigen Ertrags- und Gewinndynamik würden die Analysten von Hornblower Fischer Nordea und SEB von „Kaufen“ auf „Reduzieren“ zurückstufen.
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