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Analysen - Neuer Markt
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29.03.2001
buch.de halten
Nord LB
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www.optionsscheinecheck.de
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Die buche.de internetstores AG (WKN 520460) habe im Geschäftsjahr 2000 einen Umsatz von 7,0 Mio. Euro erzielt, so die Analysten der Nord LB.
Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ergebe sich damit rund eine Verdreifachung der Umsätze. Für das 4. Quartal habe sich ein Umsatz von 3,5 Mio. Euro ergeben. Zwar sei damit das im Mai 2000 vom damaligen Vorstand auf 9,2 Mio. Euro angehobene Umsatzziel verfehlt worden; die ursprünglich zum Börsengang anvisierte Marke von 5,7 Mio. Euro habe jedoch übertroffen werden können. Mit einem Wachstum von rund 200% im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal habe buch.de im vierten Quartal einen höheren Umsatz erzielen können als in den eher als moderat zu bezeichnenden ersten 9 Monaten des Jahres 2000.
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) habe sich für das Gesamtjahr 2000 auf –7,0 Mio. Euro belaufen. Bedingt durch die Umstellung der Warenwirtschaft, der kompletten Überarbeitung der Internetplattform und der Aufwendungen für die Aufstellung der Bestellterminals und den Phönix-Filialen hätten sich vergleichsweise höhere Vertriebskosten von 6,2 Mio. Euro ergeben, die sich jedoch in den kommenden Geschäftsjahren als nicht nachhaltig erweisen sollten. Das Ergebnis vor Steuern liege aufgrund eines positiven Finanzergebnisses von gut 0,5 Mio. Euro bei –6,5 Mio. Euro. Unter Berücksichtigung latenter Ertragssteuern von 1,4 Mio. Euro ergebe sich ein Jahresfehlbetrag von rund 5,1 Mio. Euro. Das Ergebnis je Aktie nach DVFA/SG belaufe sich auf –0,66 Euro.
Für das laufende Geschäftsjahr 2001 würden die Analysten Umsätze in Höhe von 12,3 Mio. Euro prognostizieren und würden damit leicht unter der vom Unternehmen im Rahmen der Bilanzpressekonferenz am 28. März 2001 veröffentlichten Planung von 13,2 Mio. Euro liegen. Die Experten würden ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von –4,4 Mio., Euro erwarten. Die Prognosen von buch.de seien mit –4,1 Mio. Euro etwas optimistischer. Diese deutliche Ergebnisverbesserung im Vergleich zum Geschäftsjahr 2000 sei vor allem auf die Verringerung der Vertriebskosten zurückzuführen. Die im Geschäftsjahr 2000 durch Einmaleffekte belasteten Vertriebskosten würden nach Ansicht der Analysten auch im Hinblick auf ein reduziertes Marketingbudget auf insgesamt 4,9 Mio. Euro reduziert.
Bei im Vergleich zum Vorjahr leicht sinkenden Verwaltungskosten, aufgrund von höheren sonstigen betrieblichen Aufwendungen, die aus durch den steigenden Umsatz höheren Forderungsausfällen resultieren würden und einem fallenden aber weiterhin positiven Finanzergebnis ergebe sich nach den Analysten-Schätzungen für das Jahr 2001 ein Ergebnis vor Steuern von –4,0 Mio. Euro. Auf Nachsteuerebene würden die Experten mit –2,7 Mio. Euro rechnen. Für das Ergebnis pro Aktie nach DVFA würden die Analysten von einem Wert von –0,35 ausgehen.
Für das Jahr 2002 plane buch.de das Erreichen der Profitabilitätsgrenze. Dafür habe die Gesellschaft mit einem Umsatzzielkorridor zwischen 22,5 Mio. Euro und 33,7 Mio. Euro gerechnet. Der Break-Even Umsatz liege nach diesen Berechnungen bei rund 28,1 Mio. Euro. Die Analysten würden für das Geschäftsjahr 2002 mit einem Umsatz von 25,6 Mio. Euro rechnen. Unterstelle man einen ähnlichen Verlauf der Kostenpositionen wie im Vorjahr, ergebe sich daraus ein EBIT von –1,3 Mio. Euro. Nach Steuern ergebe sich ein Jahresfehlbetrag von 0,6 Mio. Euro, was einem Ergebnis je Aktie nach DVFA/SG von –0,08 Euro entspreche. Mit einer nachhaltigen Überschreitung der Profitabilitätsgrenze von buch.de würden die Analysten für das Jahr 2003 planen.
Festzuhalten bleibe, dass das Erreichen der Profitabilitätsgrenze und dessen Zeitpunkt weiterhin von dem Wachstumstempo und der gleichzeitigen Reduzierung der Kostenquoten abhängig sei. Positiv würden die Experten weiterhin die Kooperation mit der Universitätsbuchhandlung Phönix im Rahmen einer Multi-Channel Strategie sehen. Aufgrund des nach wie vor schlechten Marktumfeldes allgemein und insbesondere gegenüber Unternehmen aus dem E-Commerce-Bereich würden die Experten ihr Anlageurteil trotz des weiterhin stark konsolidierten Aktienkurses auf „halten“ belassen.
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