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Elexis im zweiten Quartal an die Börse


16.03.1999
vwd

Die Elexis AG, Frankfurt, soll im zweiten Quartal 1999 in den Amtlichen Handel eingeführt werden. Im Rahmen des Börsengangs wird der bisherige Hauptgesellschafter Doughty Hanson, London, sich von seinem 75prozentigen Anteil (6,3 Mio Aktien) trennen. Die restlichen 25 Prozent des 42 Mio DEM betragenden Aktienkapitals liegen in den Händen des Managements. Auch aus diesem Kreis werden einzelne ausgeschiedene Manager ihre Aktien abgeben. Neben dem Grundkapital bestehen 17 Mio DEM genehmigtes Kapital sowie ein bedingtes Kapital für Optionen der Führungskräfte. Das Volumen, das an die Börse gebracht werden soll, steht, wie die Geschäftsführung gegenüber vwd sagte, noch nicht fest. Bookrunner des Börsengangs ist Lehman Brothers. Mit dem durch den Börsengang zufließenden Kapital sollen Akquisitionen finanziert werden. Mögliche Ziele seien identifiziert, Namen wollte der Vorstand noch nicht nennen. Elexis erzielte 1998 in der Gruppe einen Jahresüberschuß von 18,6 Mio DEM. Noch 1995 standen 83 Mio DEM Verlust zu Buche. Die Umsatzrendite hat sich 1998 gegenüber dem Vorjahr auf vier Prozent verdoppelt. Der Umsatz stieg 1998 auf 518,7 (438,6) Mio DEM, wobei der 97er Umsatz um die dekonsolidierten Gesellschaften bereinigt ist.

Für 1999 hat sich das Unternehmen ehrgeizige Ziele gesetzt. Der Ertrag soll "eindeutig im zweistelligen Bereich" - gemessen am Ebit - wachsen, die Bandbreite für das ins Auge gefaßte Umsatzwachstum reicht ebenfalls von einstellig bei der "Rezessions-Variante" bis zu zweistellig bei der "optimistischen Variante". In jedem Fall glaubt Vorstandsvorsitzender Walter Münnich, wie er in Frankfurt betonte, stärker als der Markt zulegen zu können. Das erste Quartal 1999 werde bei Umsatz und Ertrag voraussichtlich leicht über Budget abgeschlossen. Den Auslandsanteil am Umsatz, der im vergangenen Jahr auf 51 (42) Prozent zunahm, will Elexis auf 60 bis 70 Prozent ausbauen. Insbesondere Nordamerika und "zum richtigen Zeitpunkt" Asien stehen auf dem Plan. Neben Akquisitionen sollen Innovationsprojekte mittelfristig weiteres Wachstum sicherstellen und die Ertragskraft der Gruppe stärken. Als Beispiel nannte Münnich die Bildverarbeitung für schnell laufende Produktionsprozesse mit Hilfe hochauflösender Kameras. Das abgelaufene Jahr stand bei Elexis, zu der ursprünglich neun frühere AEG-Gesellschaften gehörten, im Zeichen der Restrukturierung und der Neuausrichtung des Portfolios. Darüber hinaus wurde in den Kernaktivitäten weiteres Wachstum erzielt. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern stieg auf 21,4 (12,3) Mio DEM. Es war weitestgehend echt operativ und enthält keine außerordentlichen Einflüsse. Die Eigenkapitalquote stieg auf 28 (20) Prozent, das sind rund 99 Mio DEM. Die Gruppe verfügt über liquide Mittel von 73 Mio DEM bei Bankschulden von 44 Mio DEM. Ihre Aktivitäten innerhalb der industriellen Wertschöpfungskette will die Gruppe auf das Segment der Automatisierungstechnik mit technologisch anspruchsvollen Komponenten und Teilsystemen konzentrieren. 1998 ist es im übrigen gelungen, die hohe Abhängigkeit vom Maschinenbau auf 34 (1996: 58) Prozent abzubauen. Insgesamt stützt sich das Portfolio jetzt gleichmäßig auf die Bereiche Sensor- und Regelungstechnik, industrielle Elektrowärme und elektrische Antriebssysteme. Wichtigste Unternehmen der Gruppe sind Schorch Elektrische Maschinen und Antriebe GmbH, Elotherm GmbH, ASG Luftfahrttechnik und Sensorik GmbH sowie Aviteq Vibrationstechnik GmbH. Für den Börsengang fühlt man sich "bestens gerüstet", so Vorstandsmitglied Dr. Günter Koch. Er verwies auf die Verdoppelung der Rendite auf das eingesetzte Kapital auf zwölf Prozent sowie die auf 157.000 (126.000) DEM gesteigerte Produktivität pro Mitarbeiter. Das DVFA-Ergebnis habe mit 19,3 Mio DEM sogar über dem Jahresüberschuß gelegen. Nach einem um 18,9 Prozent auf 544,5 Mio DEM gestiegenen Auftragseingang verfügte Elexis zum Jahresende über einen Auftragsbestand von 4,3 Monaten. Ohne Zukauf lag das Umsatzwachstum 1998 bei elf Prozent, verglichen mit einem Branchenwachstum von sieben bis acht Prozent. Dazu haben fast alle Produktbereiche beigetragen. Der Bruttogewinn vom Umsatz lag bei 26 (22) Prozent. Investiert wurden 11,5 Mio DEM. Da die Rücklagen der AG durch die 1998er Kapitalerhöhung recht knapp sei, wird für 1998 noch keine Dividende vorgeschlagen, so Koch. Für 1999 sei jedoch eine Gewinnausschüttung vorgesehen. Als Grund für die Verschiebung des Börsengangs nannte der Vorstand den Kursverfall an der Aktienbörse und damit verbunden die depressive Stimmung am Markt. Nun erhoffe man sich eine stabile Eigentümerstruktur aus internationalen und nationalen institutionellen Investoren und deutschen Privatanlegern. Der größte Teil der aus der Emission zufließenden Mittel wird an Doughty Hanson gehen. Auch für die Mitarbeiter hat das Unternehmen, das die Aufnahme in den MDax anstrebt, positive Nachrichten: Ein Arbeitsplatzabbau werde nicht mehr stattfinden, so Münnich. In einigen Bereichen sei man vielmehr dabei, "vorsichtig" Einstellungen vorzunehmen.


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