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Villeroy & Boch Zwischenbericht 23.11.1999
AC Research
Auch im dritten Quartal 1999 hat sich der Aufwärtstrend des wirtschaftlichen Umfelds außerhalb Deutschlands bestätigt. In Amerika hält das Konjunkturwachstum unvermindert an und in Westeuropa beschleunigt sich der Wirtschaftsaufschwung deutlich.
Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung der Villeroy & Boch AG (Vz. WKN 765723) in Deutschland bleibt nach schwachem Start in das Jahr 1999 trotz einer Besserung im weiteren Jahresverlauf insgesamt hinter den Erwartungen zurück. Die in den letzten Monaten verbesserte Konjunktur wird vor allem durch die weiterhin hohe Auslandsnachfrage getragen. Bei der Nachfrage nach Gütern des gedeckten Tisches hat sich jedoch noch keine positive Trendwende ergeben. Auch im Baubereich konnte die Konjunktur die Talsohle noch nicht verlassen.
Geschäftsentwicklung
Der Konzernumsatz ist in den ersten neun Monaten 1999 gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 1,4 % von 1.128,1 Millionen DM auf 1.143,9 Millionen DM angestiegen. Ohne den Umsatz der zum 31.12.1998 veräußerten deutschen Grubenbetriebe ergibt sich strukturbereinigt ein Anstieg um 22,4 Millionen DM bzw. 2,0 %.
Der Auslandsumsatz hat sich anteilig von 55,9 % im entsprechenden Vorjahreszeitraum auf 56,2 % in den ersten neun Monaten 1999 erhöht.
Das operative Konzernergebnis konnte in den ersten drei Quartalen 1999 um 11,3 Millionen DM auf 33,1 Millionen DM gegenüber dem Vorjahreszeitraum gesteigert werden. Die Ergebnisverbesserung ist neben der Umsatzsteigerung vor allem im ertragsstarken Unternehmensbereich Bad und Küche u.a. auf die Verminderung des Materialaufwands und der sonstigen betrieblichen Aufwendungen zurückzuführen.
Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit der ersten neun Monate 1999 in Höhe von 26,5 Millionen DM liegt um 4,5 Millionen DM über dem vergleichbaren Ergebnis des Vorjahres. Das Zinsergebnis ist aufgrund der gegenüber Vorjahr gesunkenen Nettoliquidität weiter rückläufig.
Durch den Anstieg des Jahresüberschusses ist der Netto Cash-Flow um 10,2 Millionen DM bzw. 13,2 % gegenüber dem Vorjahr angestiegen.
Entwicklung in den Unternehmensbereichen
Fliesen:
In der Umsatzentwicklung des Unternehmensbereichs Fliesen zeigt sich das nach wie vor schwierige Marktumfeld sowie die geänderte Sortimentspolitik. Der Gesamtumsatz liegt für die ersten neun Monate des Jahres 2,6 % unter dem vergleichbaren Vorjahreswert (bereinigt um den Anteil der verkauften deutschen Grubenbetriebe).
Das operative Ergebnis hat sich in diesem Zeitraum mit 1,1 Millionen DM auf -3,7 Millionen DM gegenüber dem Vorjahr verbessert. Bei dieser Veränderung ist zu berücksichtigen, dass im Vorjahr ein positiver Ergebnisbeitrag der deutschen Grubenbetriebe von 2,2 Millionen DM enthalten war.
Die positive Ergebnisentwicklung im Unternehmensbereich Fliesen wurde durch Verluste bei der amerikanischen Tochtergesellschaft Villeroy & Boch USA Inc. gebremst. Für die geplante Restrukturierung dieser Gesellschaft wurden Rückstellungen von rund 4 Millionen DM gebildet.
In Deutschland ist bei einem Umsatz auf Vorjahresniveau der Durchschnittserlös weiter angestiegen, während die allgemeine Erlösentwicklung im Markt rückläufig war. Villeroy & Boch hebt sich damit deutlich vom Wettbewerb ab. Diese positive Erlösentwicklung ist die Folge einer konsequent fortgesetzten Ausrichtung der Sortimentspolitik auf höherwertige Produkte und einer wachsenden Kompetenz im Wachstumssegment Feinsteinzeug.
Auf der Messe in Bologna hat Villeroy & Boch polierte Feinsteinzeugfliesen vorgestellt, die nach dem patentierten „Safestep“ Verfahren bearbeitet wurden und damit einen rutschhemmenden Effekt erreichen. Dieses Produkt eröffnet gute Chancen speziell im Objektbereich.
Das Uptrading in der Sortimentspolitik hat zu einem vorübergehenden Bestandsaufbau geführt, dem durch inzwischen angelaufene Maßnahmen zur Kapazitätsanpassung gegengesteuert wird.
Das neue Marketing- und Vertriebskonzept „The House of Villeroy & Boch“ wurde vom Markt gut aufgenommen. Die wachsende Präsenz im Markt führt zu einer Stärkung der Marktposition von Villeroy & Boch.
Wie angekündigt kann der Break-even-point in 1999 noch nicht erreicht werden, insbesondere durch das negative Ergebnis und die Vorsorge für die Restrukturierung in den USA. Demzufolge erwartet der Unternehmensbereich Fliesen im Geschäftsjahr 1999 insgesamt noch ein negatives im Vergleich zum Vorjahr aber verbessertes operatives Ergebnis.
Bad und Küche
Der Unternehmensbereich Bad und Küche ist mit der Entwicklung der ersten drei Quartale 1999 zufrieden. Der Umsatz liegt 9,1 % über dem entsprechenden Vorjahreswert. Die Umsatzsteigerung kommt überwiegend aus dem Inlands- sowie dem europäischen Auslandsgeschäft. In diesen Märkten ist die Wachstumsrate zweistellig.
In Deutschland konnte sich der Unternehmensbereich von der Marktentwicklung deutlich positiv absetzen. Dies ist das Ergebnis
- der Neuausrichtung des Badkeramikvertriebs, - des konsequenten Aufbaus des Außendienstes Küche, - der Entwicklung zeitgemäßer, attraktiver Badkollektionen, Keramikspülen und Spülen-Möbelkombinationen, - sowie der erfolgreichen Einführung von CeramicPlus.
Der Anstieg der Bestellungen für diese neuartige, schmutzabweisende und pflegeleichte Oberflächenmodifikation führte zu zeitweiligen Engpässen in der Auslieferung. Durch Investitionen in die Produktionskapazität und Ablaufoptimierung kann die aktuelle Nachfrage inzwischen angemessen bedient werden. Um den Erfolg von CeramicPlus auch in den Auslandsmärkten nachhaltig zu stützen, werden noch vor Jahresende bedeutende Investitionen in die Endverbraucher-Kommunikation einschließlich Fernsehwerbung realisiert.
Positive Wachstumsimpulse ergeben sich schließlich aus den neuen Kollektionen CENTURY und SUNNY sowie dem Solitär-Waschtisch SOHO NY. Der Waschtisch SOHO NY erhielt kürzlich vom „Chicago Athenaeum Museum of Architecture and Design“ unter 2.000 Anträgen aus 48 Ländern den begehrten Good Design Award.
Das operative Ergebnis konnte gegenüber dem Vorjahr um 13,4 Millionen DM oder 64,1 % auf 34,3 Millionen DM verbessert werden.
Im vierten Quartal 1999 wird die Ergebnisentwicklung durch die Aufwendungen für die verstärkten Marketingmaßnahmen beeinflusst. Im Unternehmensbereich Bad und Küche erwarten wir aufgrund des positiven Geschäftsverlaufs, dass Umsatz und operatives Ergebnis für das Gesamtjahr 1999 deutlich über Vorjahr liegen werden.
Tischkultur
Das dritte Quartal hat keine wesentliche Veränderung des Umsatztrends des ersten Halbjahres 1999 gebracht, so dass sich insgesamt ein Umsatzwachstum von 1,6 % ergibt. Die Entwicklung in den wichtigen Märkten verlief weiterhin sehr unterschiedlich.
Im Inland verzeichnete Villeroy & Boch im Berichtszeitraum ein Umsatzminus von 9,2 %. Im Vergleich dazu betrug der Umsatzrückgang der deutschen Porzellanindustrie 8,8 %. Die Konsumschwäche hat zu einer weiteren Verschiebung der Nachfrage nach niedrigpreisigen Sortimenten geführt. Villeroy & Boch ist dieser Entwicklung im Hinblick auf die Positionierung der Marke nicht gefolgt, was allerdings zu Lasten der Menge ging. Durch die Ausweitung der Verkaufsflächen im Rahmen „The House of Villeroy & Boch“ konnte dieser Effekt teilweise kompensiert werden.
Im Ausland entwickelte sich der Unternehmensbereich mit einem Umsatzplus von 9,6 % deutlich besser als die deutsche Porzellanindustrie (-0,8 %). Dieses Wachstum wird durch die positive Marktentwicklung in USA und Frankreich sowie - noch auf niedrigem Niveau - in Fernost getragen. Dabei hat im Ausland der eigene Einzelhandel unter anderem aufgrund von Flächenausweitungen überproportional zugelegt. Zur positiven Umsatzentwicklung hat auch der Hotelbereich mit 11 % beigetragen.
Die Ergebnissituation - Verminderung des operativen Ergebnisses zum Vorjahr auf 2,5 Millionen DM - ist somit weiterhin durch die Investitionen und die Marketingaufwendungen im Einzelhandel und die Umsatzverluste im deckungsbeitragsstarken Inland gekennzeichnet. Zusätzlich wirkten sich die Aufwendungen für die vollzogene Konzentration der Logistikstandorte in Kontinental-Europa und die damit verbundene Schließung der Läger in Österreich, der Schweiz und Frankreich ergebnismindernd aus.
Für das letzte Quartal erwartet der Unternehmensbereich Tischkultur durch die Herbstmesse im Inland eine leichte Umsatzbelebung und im Ausland eine Fortdauer der positiven Entwicklung. Da der Druck auf die Ergebnisse nur zum Teil gemindert wird, bleibt es bei der Erwartung, dass das gute Ergebnisniveau des Vorjahres nicht erreicht werden kann.
Die strukturellen Anpassungen in der deutschen und englischen Porzellanindustrie sind noch nicht abgeschlossen. Der Unternehmensbereich Tischkultur wird in Erwartung unverminderter Preisaggressivität und verhaltener Nachfrage die Kostensenkungsmaßnahmen weiter fortsetzen, sowie parallel dazu die Diversifizierung zur Positionierung als Lifestyle-Marke für Tisch und Haus mit hoher Intensität weiterführen, um somit die Basis für ein zukünftiges, profitables Wachstum zu festigen.
Personalentwicklung
Villeroy & Boch hat im Konzern in den ersten neun Monaten des Jahres 1999 weltweit im Durchschnitt 9.897 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vorjahr 10.189) beschäftigt. Dies entspricht, ohne Berücksichtigung der Mitarbeiter der zum Jahresende 1998 verkauften deutschen Grubenbetriebe, einem Rückgang um 292 Personen. Die Personalanpassungen wurden im wesentlichen in den Unternehmensbereichen Fliesen sowie Bad und Küche in Frankreich und Deutschland vorgenommen.
Investitionen
Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände im Villeroy & Boch Konzern lagen von Januar bis September 1999 mit 58,5 Millionen DM etwa auf Vorjahresniveau (59,4 Millionen DM). Die Investitionen entfielen mit etwa zwei Drittel auf das Ausland und mit einem Drittel auf das Inland.
Der Schwerpunkt der Investitionen lag auf der Rationalisierung und der Kapazitätsanpassung der Produktionsstätten.
Ausblick für 1999
Im vierten Quartal 1999 sind im Inland weiterhin keine wesentlichen Impulse in den für Villeroy & Boch wichtigen Marktsegmenten zu erwarten. Im Konsumbereich wird insbesondere das Ergebnis des Weihnachtsgeschäfts ausschlaggebend für den Jahreserfolg sein. Insgesamt erwarten wir im Konzern für das Gesamtjahr 1999 einen Umsatz auf Vorjahresniveau bei einem weiter steigenden Anteil des Auslandsumsatzes.
Aufgrund der gestiegenen Durchschnittserlöse und der erzielten Kosteneinsparungen erwarten wir gegenüber Vorjahr ein deutlich verbessertes operatives Ergebnis, so dass für das Gesamtjahr mit einem Jahresüberschuss über dem Niveau des Vorjahres gerechnet werden kann.
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