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Vortag |
Veränderung |
Datum/Zeit |
| 3,17 € |
3,19 € |
-0,020 € |
-0,63 % |
24.04/11:55 |
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| ISIN |
WKN |
Jahreshoch |
Jahrestief |
| DE0005493092 |
549309 |
- € |
- € |
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Borussia Dortmund wenig meisterlich 10.05.2002
Investor-Village
Borussia Dortmund (WKN 549309) bereitete seinen Aktionären bisher wenig Freude, so die Analysten von "Investor-Village".
Seit der Emission im Herbst 2000 habe sich der Wert trotz des Gewinns der Deutschen Meisterschaft mehr als halbiert. Das Problem: Fußballaktien seien als langfristige Geldanlage ungeeignet. Der Unsicherheitsfaktor sportliche Entwicklung stelle einer positiven Wertentwicklung immer wieder ein Bein. Borussia Dortmund mache da keine Ausnahme.
Der finanzielle Erfolg der Fußballvereine sei stark vom sportlichen Erfolg abhängig. Dieser sei jedoch nicht vorhersagbar. Der sportliche Erfolg sei von vielen Faktoren abhängig: Tagesform aller Spieler, (Fehl)-Entscheidungen von Schiedsrichtern und natürlich eine gehörige Portion Glück. Wer möchte die Entwicklung seines Aktiendepots schon von solchen Zufälligkeiten beeinflussen lassen?
Fußball könne eine sehr ungerechte Sache sein. Manchmal entscheide ein Spiel über das Gelingen einer Saison. Ob Sieg oder Niederlage, das hänge vielleicht von einer einzigen Aktion ab. Eine größere Fehlentscheidung des Schiedsrichters könne die Mühen eines ganzen Jahres zunichte machen. Beispiele dafür gebe es viele.
Die große Mehrheit der Anleger mache daher einen Bogen um Fußballaktien. Die Aktien der börsennotierten englischen und italienischen Top-Clubs würden ihr Dasein als Pennystocks fristen. Wertsteigerungen nach sportlichen Erfolgen seien nur von kurzer Dauer. Die Börse schaue eben in die Zukunft, diese sei aber ungewiss.
Kaufempfehlungen von Analysten sollte der Anleger mit Vorsicht genießen. Die Deutsche Bank habe die BVB-Aktie kürzlich mit einem Kursziel von 11 Euro als "Kauf" eingestuft. Das Geldinstitut halte allerdings als Emissionsbank eine 28-prozentige Beteiligung an dem Unternehmen. In einem solchen Fall könne ein Kursziel schon mal etwas höher ausfallen.
Prognosen zur künftigen Umsatz- und Ertragsentwicklung seien nicht mehr als ein Schuss ins Blaue. Sie seien zu sehr vom sportlichen Erfolg abhängig. Ein frühes Ausscheiden im internationalen Wettbewerb könne alle Planungen über den Haufen werfen.
Die Pleite von Medienmogul Leo Kirch sei zur Zeit ein weiterer Unsicherheitsfaktor. Die Kirch-Gruppe habe die TV-Lizenzeinnahmen der Vereine in den 90er Jahren in astronomische Höhen getrieben. Die Vereine hätten die Gelder in immer höhere Spielergehälter investiert. Nun müssten sie den Gürtel enger schnallen. Große Vereine wie Borussia Dortmund seien finanziell weniger stark betroffen. Der Anteil der deutschen TV-Gelder am Gesamtumsatz liege beim BVB nur bei etwa 12 Prozent. Falls sich die Liga jedoch dadurch zu einer Zwei-Klassen-Gesellschaft entwickele, treffe ein Rückgang des Zuschauerinteresses auch die großen Vereine.
Fußballaktien seien mehr ein Merchandising-Produkt als eine Geldanlage. Eingefleischte Fans würden sich die Aktie ins Wohnzimmer hängen. Für sie habe die Beteiligung an "ihrem" Verein einen ideellen Wert. Wer Fußballaktien mit Gewinnabsichten kaufe, spekuliere auf kurzfristige Erfolge der Mannschaft. Der Fußballinteressierte könne sein Geld dabei genauso gut auf Sportwetten setzen.
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