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Jagenberg Halbjahresbericht 09.09.1999
Ad hoc
Die globalen Konzentrationstendenzen in der Papierindustrie verbunden mit deutlichen Überkapazitäten und einem anhaltenden Margenverfall für die Endprodukte haben nicht nur bei der Jagenberg Gruppe (DE0006212038), sondern auch bei allen im Wettbewerb befindlichen Herstellern von Papier- und Papierveredelungsmaschinen seit Mitte des Geschäftsjahres 1998 zu einer rückläufigen Geschäftsentwicklung geführt. Folge dieser Investitionszurückhaltung war für Jagenberg ein historisch niedriger Auftragsbestand, mit dem der Geschäftsbereich Papiertechnik in das Jahr 1999 gestartet ist. In einigen asiatischen Ländern werden jetzt nach mehrjähriger Pause erstmals wieder Projekte vorbereitet. Die Märkte in Osteuropa ruhen weiterhin mangels der notwendigen Finanzierungsmöglichkeiten, Nordamerika leidet aufgrund von Papierimporten aus Asien unter erheblichen Überkapazitäten, die Länder in Südamerika kämpfen mit nationalen Problemen, selbst in Westeuropa ist die Planung neuer Papierlinien derzeit nicht bekannt. Die wenigen am Markt verbliebenen Projekte werden daher von den Herstellern der Papier und Papierveredelungsmaschinen bei Druck auf die Margen heiß umkämpft.
Die Jagenberg-Gruppe hat im 1. Halbjahr 1999 trotz des schwierigen internationalen Umfelds nahezu einen Auftragseingang in Höhe des durchaus zufriedenstellenden Vergleichszeitraums 1998 erzielen können. Die Auftragseingangsschwäche im Geschäftsbereich Papiertechnik konnte durch den Geschäftsbereich Verpackungstechnik ausgeglichen werden, dessen Auftragseingang erfreulich gesteigert werden konnte.
In diesem schwierigen Marktumfeld profitiert Jagenberg jetzt von den in den Vorjahren im Rahmen der Innovationsaktivitäten entwickelten neuen Produkten. Dieses gilt für den Bereich Verpackungsmaschinen, für die Folienbearbeitungsmaschinen und insbesondere für die Produkte des Bereichs Papierbearbeitungsund Veredelungsmaschinen. Im Bereich Papiertechnik sind 90% aller verkauften Anlagen innerhalb der letzten 2 bis 3 Jahre neu entwickelt worden.
Aus dieser Position technologischer Stärke werden in Anbetracht der zur Zeit stagnierenden Märkte, wir rechnen erst in etwa 2 Jahren mit einem spürbaren Anstieg der Nachfrage aus der Papierindustrie, Gespräche mit Wettbewerbern mit dem Ziel von Kooperationen und Arrondierungen geführt. Diese Gespräche werden von unserem Hauptaktionär, der Rheinmetall AG, intensiv begleitet. Sollten diese Gespräche nicht in unserem Sinne in überschaubarer Zeit zu einem zukunftsweisenden Ergebnis geführt werden können, wird sich die Jagenberg- Gruppe aus eigener Kraft mit neuen Strukturen ergänzt um neue Aktivitäten in den Kernarbeitsgebieten - den Märkten und der Zukunft aktiv stellen. Die in diesem Sinne zu Beginn des Jahres 1999 erworbenen Gesellschaften WPM Woschnik + Partner Maschinenbau GmbH, Mönchengladbach (Stanzen für die kartonverarbeitende Industrie), und die spanische Basagoitia S.A., Tolosa (Verarbeiterroller für die papierverarbeitende Industrie und Umbauten kleinerer Papiermaschinen und Streichanlagen), sind bereits erfolgreich in die Jagenberg-Gruppe integriert worden. Eine weitere Anpassung der internen Strukturen, ein straffes Kostenmanagement und die Optimierung der Bilanzstrukturen mit einem gezielten Asset-Management werden diese strategischen Maßnahmen begleiten Umsatz und Gesamtleistung
Im 1. Halbjahr 1999 erreichte die Jagenberg-Gruppe einen konsolidierten Umsatz von 166,5 Mio. EUR nach 226,7 Mio. EUR in dem durch die Abrechnung eines Großauftrags aus Asien mit über 40 Mio. EUR geprägten Vorjahreszeitraum. Die Gesamtleistung im 1. Halbjahr 1999 betrug 199,9 Mio. EUR. Sie lag damit zwar bedingt durch den Großauftrag um 39,8 Mio. EUR unter der Leistung des 1. Halbjahres 1998, bietet aber eine gute Ausgangsbasis für den Umsatz im 2. Halbjahr 1999. Der Auslandsanteil am Umsatz erreichte mit 77,7% das Vorjahresniveau. Hauptumsatzträger war im 1. Halbjahr 1999 mit 48,8% nach 30,9% im Vorjahr erstmals der Geschäftsbereich Verpackungstechnik. Der Umsatz des Geschäftsbereichs lag mit 81,3 Mio. EUR um 16,3% über dem Vorjahreswert. Der Geschäftsbereich Papiertechnik erzielte einen Umsatz von 72,7 Mio. EUR und blieb damit hinter dem durch das abgerechnete Großprojekt außergewöhnlich hohen Vorjahresumsatz zurück. Der Anteil des Geschäftsbereichs Papiertechnik am Gesamtumsatz betrug dadurch nur noch 43,7% (Vorjahr 62,7%).Die Jagenberg AG und ihre Vertriebsgesellschaften trugen mit 12,5 Mio. EUR 7,5% (Vorjahr 6,4%) zum Umsatz bei. 1. Halbjahr 1999: Umsatz in Mio EUR: 166,5, Auslandsanteil in %: 77,7 1. Halbjahr 1998: Umsatz in Mio EUR: 226,7, Auslandsanteil in %: 77,0.
Auftragslage
Im 1. Halbjahr 1999 konnten Aufträge mit einem Wert von 237,7 Mio. EUR abgeschlossen werden. Dieser Wert liegt um 21,7 Mio. EUR unter dem vergleichbaren Auftragseingang des Vorjahres. Der Geschäftsbereich Papiertechnik blieb aufgrund der schwachen Marktsituation , wie dargestellt mit einem Auftragseingang von 126,8 Mio. EUR um 32,2 Mio. EUR hinter dem Vorjahreswert zurück. Erfreuliche Zuwächse realisierte der Geschäftsbereich Verpackungstechnik. Mit einem Plus von über 20% wurde ein Auftragseingang von 99,1 Mio. EUR erzielt. Besonders die französische Tochtergesellschaft ERCAFORMSEAL S.A. (Les Ulis) hat eine deutlich stärkere Stellung im Markt erreicht und erfreut mit hohen Zuwachsraten. Die Jagenberg AG und ihre Vertriebsgesellschaften trugen mit einem Auftragseingang von 11,8 Mio. EUR (Vorjahr 17,6 Mio. EUR) zur Auftragslage bei.
Der Auftragsbestand zum 30. Juni 1999 lag mit 241,8 Mio. EUR um 39,5 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert, wobei 70,5% des Auftragsbestandes auf den Geschäftsbereich Papiertechnik entfallen. Der Geschäftsbereich Verpackungstechnik verfügt aufgrund der guten Auftragseingangsentwicklung mit 67,3 Mio. EUR über einen über dem Vorjahreswert liegenden Auftragsbestand.
1. Halbjahr 1999: Auftragseingang in Mio EUR: 237,7, Auftragsbestand in Mio EUR: 241,8 1. Halbjahr 1998: Auftragseingang in Mio EUR: 259,1, Auftragsbestand in Mio EUR: 281,3
Ertragslage
Wie für den Maschinenbau typisch, verlief die Umsatzentwicklung der Jagenberg AG im 1. Halbjahr 1999 traditionell unterproportional. Aufgrund der dargestellten abrechnungstechnischen Faktoren sowie durch den marktbedingt verhaltenen Auftragseingang konnten zum 30. Juni 1999 nur 33% (Vorjahr 42%) des erwarteten Jahresumsatzes von rund 500 Mio. EUR realisiert werden. Daraus ergibt sich ein temporär unterproportionales betriebliches Ergebnis für das 1. Halbjahr 1999 von minus 30,5 Mio. EUR (Vorjahr minus 9,7 Mio.EUR).
Mit einer auch 1999 wieder zu erwartenden überproportionalen Umsatzrealisierung in der zweiten Jahreshälfte sowie der einsetzenden Ergebniswirksamkeit aller ergriffenen Rationalisierungsmaßnahmen wird eine Ergebnisverbesserung im 2. Halbjahr 1999 verbunden sein. Aufgrund der umfassenden eingeleiteten Schritte einschließlich der erwähnten AssetManagement-Maßnahmen strebt die Jagenberg AG angesichts der verhaltenen Marktsituation als Ziel für 1999 ein ausgeglichenes Ergebnis an.
1. Halbjahr 1999: Betriebliches Ergebnis in Mio EUR: -30,5, Ergebnis vor Steuern in Mio EUR: -31,6 1. Halbjahr 1998: Betriebliches Ergebnis in Mio EUR: - 9,7, Ergebnis vor Steuern in Mio EUR: -11,5
Ausblick
Für das Geschäftsjahr 1999 erwarten wir einen Umsatz von rund 500 Mio. EUR. Damit wird der Umsatz trotz der Marktschwäche in der Papierindustrie in etwa auf dem Niveau des Vorjahres liegen. Mit der Realisierung dieses Umsatzes wird sich die Ergebnissituation gegenüber dem 1. Halbjahr 1999 deutlich verbessern. Wir gehen allerdings nicht mehr davon aus, das gute Ergebnis des Vorjahres, welches auch durch Sondererträge aus der Veräußerung nicht betriebsnotwendigen Vermögens geprägt war, in diesem Jahr wieder erreichen zu können. Unsere anspruchsvolle Erwartung haben wir bei der Erläuterung zur Ertragslage zum Ausdruck gebracht.
Die notwendige Neustrukturierung der Jagenberg- Gruppe kann weitere Maßnahmen erforderlich machen, die einerseits 1999 im Rahmen der bilanziellen Risikovorsorge zu berücksichtigen sein werden, andererseits aber als Voraussetzung für eine nachhaltige Verbesserung der Ertragskraft der Jagenberg-Gruppe in der Zukunft gesehen werden müssen.
Hauptversammlung
Die Hauptversammlung 2000 der Jagenberg AG findet am Freitag, 16. Juni 2000, im Hotel Hilton Düsseldorf, GeorgGlock-Straße in Düsseldorf statt.
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