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Wall Street Update: US-Indizes richtungslos, Mega-Übernahme von NYSE Euronext durch ICE im Fokus 20.12.2012
aktiencheck.de
New York (www.aktiencheck.de) - Die US-Leitindizes präsentieren sich am Donnerstag vor dem Hintergrund gemischter Konjunkturdaten und angesichts der Mega-Übernahme der NYSE Euronext durch ICE uneinheitlich. Die Sorgen rund um den Haushaltsstreit haben indes wieder zugenommen. Der Dow Jones (ISIN US2605661048 / WKN 969420) gewinnt aktuell 0,06 Prozent auf 13.260 Punkte. Der NASDAQ Composite (ISIN XC0009694271 / WKN 969427) verliert dagegen 0,17 Prozent auf 3.039 Zähler, während der S&P 500 (ISIN US78378X1072 / WKN A0AET0) derzeit ein leichtes Plus von 0,07 Prozent auf 1.437 Punkte verzeichnet.
Die Wirtschaftsleistung in den USA ist im dritten Quartal 2012 mit beschleunigtem Tempo angewachsen. In der dritten und damit endgültigen Schätzung des US-Handelsministeriums, welche heute veröffentlicht wurde, wurden die vorläufigen Angaben nach oben revidiert. Gegenüber dem Vorquartal kletterte das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 3,1 Prozent, während zuletzt lediglich ein Zuwachs um 2,7 Prozent gemeldet worden war. Volkswirte hatten einen BIP-Anstieg um 2,7 Prozent prognostiziert.
Daneben hat sich die Arbeitsmarktsituation in den USA nach Angaben des US-Arbeitsministeriums in der Woche zum 15. Dezember 2012 verschlechtert. So erhöhte sich die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gegenüber der Vorwoche um 17.000 auf 361.000, während Volkswirte im Vorfeld eine Zahl von 345.000 prognostiziert hatten. Für die Vorwoche wurde der zunächst ermittelte Wert von 343.000 auf 344.000 nach oben korrigiert.
Die US-Frühindikatoren sind im November gesunken. Wie das private Wirtschaftsforschungsinstitut Conference Board mitteilte, verschlechterte sich die wirtschaftliche Aktivität auf Monatssicht um 0,2 Prozent, während Volkswirte im Vorfeld ein Plus von 0,2 Prozent prognostiziert hatten. Für den Vormonat war ein Plus von revidiert 0,3 (vorläufig: 0,2) Prozent gemeldet worden.
Dagegen ist die saisonbereinigte Verkaufszahl bestehender Häuser im November gestiegen. Wie die National Association of Realtors (NAR, Nationale Vereinigung der Immobilienverkäufer) bekanntgab, erhöhte sich die Zahl gegenüber dem Vormonat auf 5,04 Millionen. Volkswirte hatten mit einer Zahl von 4,90 Millionen gerechnet, nachdem sich die Verkaufszahl im Oktober 2012 auf revidiert 4,76 (vorläufig: 4,79) Millionen belaufen hatte.
Heute steht allen voran eine Mega-Übernahme im Finanzsektor im Fokus. So meldete die Energie-Terminbörse IntercontinentalExchange (ICE) (ISIN US45865V1008 / WKN A0HHD5), dass sie den transatlantischen Börsenbetreiber NYSE Euronext (ISIN US6294911010 / WKN A0MLCE) für rund 8,2 Mrd. US-Dollar übernehmen wird. Der Zusammenschluss, der Synergien in Höhe von 450 Mio. US-Dollar heben soll, bedarf noch der Zustimmung der Wettbewerbsbehörden in Europa bzw. den USA und wird voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2013 abgeschlossen. Während ICE 0,5 Prozent einbüßen, schießen NYSE Euronext um 33 Prozent in die Höhe.
Die Aktie von Carnival (ISIN PA1436583006 / WKN 120100) rutscht um 6,0 Prozent ab. Der weltgrößte Kreuzfahrtkonzern verzeichnete im vierten Quartal einen deutlichen Gewinnrückgang, was mit einem Umsatzrückgang, hohen Treibstoffkosten und negativen Währungseffekten zusammenhängt. Die Erwartungen wurden auf bereinigter Basis knapp übertroffen. Indes wurde ein schwacher Ausblick auf das neue Geschäftsjahr gegeben.
Bereits gestern nach Börsenschluss meldete der Managementberatungs-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleister Accenture (ISIN IE00B4BNMY34 / WKN A0YAQA) seine Ergebnisse für das erste Fiskalquartal 2012/13. Dabei konnten die Gewinnerwartungen übertroffen werden, während der Quartalsumsatz unter den Analystenschätzungen lag. Daneben hat Paychex (ISIN US7043261079 / WKN 868284), ein auf Gehaltsabrechnungen spezialisierter Dienstleister, die Zahlen zum zweiten Fiskalquartal 2012/13 vorgelegt. Während der Umsatzanstieg enttäuschte, fiel der Gewinnanstieg im Rahmen der Erwartungen aus. Zudem wurde der Ausblick für das Gesamtjahr bekräftigt. Während Accenture 2,7 Prozent abgeben, verlieren Paychex 2,2 Prozent.
Ebenfalls nachbörslich veröffentlichte Jabil Circuit (ISIN US4663131039 / WKN 886423), ein Auftragshersteller von Elektronikkomponenten, seine Ergebnisse zum ersten Quartal 2012/13. Dabei konnte das Unternehmen seinen Umsatz steigern, während der Gewinn leicht zurückging. Die Erwartungen der Analysten wurden auf bereinigter Basis dennoch übertroffen. Jabil Circuit ziehen aktuell um 8,4 Prozent an. Der Sanitärhändler Bed Bath & Beyond (ISIN US0758961009 / WKN 884304) hat im dritten Fiskalquartal 2012/13 den Gewinn leicht gesteigert und die Analystenerwartungen knapp geschlagen. Zudem wurde ein 2,5 Mrd. US-Dollar schweres Aktienrückkaufprogramm angekündigt. Allerdings enttäuschte der Ausblick. Bed Bath & Beyond verbilligen sich zurzeit um 8,1 Prozent.
Derweil teilte der Lebensmittelhersteller ConAgra Foods (ISIN US2058871029 / WKN 861259) mit, dass er im zweiten Quartal einen höheren Gewinn verbuchen konnte, was auf ein starkes Umsatzwachstum zurückzuführen ist. Die Erwartungen wurden auf bereinigter Basis geschlagen. Zudem wurde der Ausblick erhöht. Darüber hinaus dürfte die Übernahme des Konkurrenten Ralcorp (ISIN US7510281014 / WKN 905357) planmäßig im ersten Quartal 2013 abgeschlossen werden. Aktien von ConAgra Foods gewinnen momentan 0,8 Prozent hinzu.
Die Drugstore-Kette Rite Aid (ISIN US7677541044 / WKN 857022) erklärte, dass sie im dritten Quartal einen Gewinn nach einem Vorjahresverlust erzielt hat, was mit verbesserten operativen Ergebnissen und geringeren Sonderbelastungen zusammenhängt. Die Erwartungen wurden damit übertroffen. Indes wurde die Jahresergebnisprognose erhöht. Indes meldete der Restaurantbetreiber Darden Restaurants (ISIN US2371941053 / WKN 895738), dass sein Gewinn im zweiten Quartal eingebrochen ist, was neben einer Sonderbelastung aus der Übernahme von Yard House USA mit einer schwächeren Umsatzentwicklung bei Olive Garden, Red Lobster und LongHorn Steakhouse sowie höheren Nahrungsmittel- und Personalkosten zusammenhängt. Die Erwartungen wurden jedoch erfüllt. Während Anteilsscheine von Rite Aid um 18,3 Prozent nach oben springen, verlieren Titel von Darden 2,8 Prozent.
Papiere von KB Home (ISIN US48666K1097 / WKN 876635) tendieren im laufenden Handel 6,3 Prozent leichter. Der Baukonzern verkündete, dass sein Gewinn im vierten Quartal trotz eines deutlichen Umsatzwachstums gesunken ist, was auf Sonderbelastungen im Berichtszeitraum und Einmalerträge im Vorjahr zurückzuführen ist. Die Erwartungen wurden jedoch geschlagen.
Schließlich gab der Software-Konzern Oracle (ISIN US68389X1054 / WKN 871460) bekannt, dass er Eloqua, einen Anbieter von cloud-basierter Marketing Automation und Revenue Performance Management Software, für rund 871 Mio. US-Dollar übernehmen wird. Die Übernahme, der das Eloqua-Board bereits zugestimmt hat, wird voraussichtlich im ersten Halbjahr 2013 abgeschlossen. Für Oracle-Aktien geht es aktuell um 0,3 Prozent nach unten. (20.12.2012/ac/n/m)
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