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Börsen in Europa: Grüne Vorzeichen auf breiter Front, teilweise Rekordstände


29.12.2005
aktiencheck.de

Die europäischen Börsen tendieren nach einem freundlichen Start auch gegen Mittag durchweg im positiven Terrain, dabei lieferte insbesondere die Tokioter Aktienbörse die nötigen Impulse. So legt der Dow Jones EURO STOXX 50 aktuell um 0,23 Prozent auf 3.613,56 Punkte zu und tendiert damit auf Jahreshoch. Der auch britische und schweizerische Werte umfassende Dow Jones STOXX 50 verbessert sich um 0,44 Prozent auf 3.365,19 Zähler. Der in Paris beheimatete EURONEXT 100 gewinnt 0,28 Prozent auf 817,74 Punkte. Die europäischen Länderbörsen präsentieren sich ebenfalls ausnahmslos freundlich, die Londoner Börse markiert sogar ein neues Viereinhalb-Jahreshoch, während der österreichische ATX auf ein Allzeithoch klettert.

In London legen Aktien aus dem Rohstoffsektor deutlich zu, nachdem die Preise für Kupfer, Gold und Öl anzogen. Im Minensektor gewinnen Papiere von Xstrata 1,7 Prozent, um 1,6 Prozent geht es für BHP Billition nach oben, während sich Rio Tinto-Aktien um 1,4 Prozent verbessern können. Im Ölsektor verteuern sich BP um 0,5 Prozent, Royal Dutch Shell verlieren indes gegen den Trend leicht. Auf dem Kaufzettel der Anleger befinden sich auch Aktien der Hilton Group, die 1,5 Prozent fester tendieren, nachdem das Unternehmen Presseangaben zufolge kurz vor dem Verkauf seiner Hotels an die amerikanische Hotelkette Hilton Hotels steht.

In Paris stehen die Aktien der beiden Automobilbauer Renault und Peugeot, die beide mehr als 1,5 Prozent zulegen, an der Spitze des CAC40. Um 0,5 Prozent geht es indes für Veolia nach unten, nachdem das Unternehmen laut Presseangaben beabsichtigt, sich von seiner Beteiligung an der britischen Southern Water zu trennen. Arcelor tendieren unverändert. Einem Pressebericht zufolge sucht der Stahlkonzern einen Partner für die geplante Übernahme des kanadischen Mitbewerbers Dofasco.

In Zürich klettern Papiere von Novartis um 1,1 Prozent. Der Pharmakonzern hat von der US-Gesundheitsbehörde FDA eine erweiterte Marktzulassung für sein Brustkrebs-Medikament Femara erhalten, von der guten Stimmung profitieren zudem Anteilsscheine von Roche, die 1,2 Prozent zulegen.

Indexstände (14:10 Uhr):

Dow Jones EURO STOXX 50: 3.613,56 (+0,23 Prozent)

Dow Jones STOXX 50: 3.365,19 (+0,44 Prozent)

EURONEXT 100: 817,74 (+0,28 Prozent)

FTSE 100 (London): 5.634,00 (+0,20 Prozent)


CAC40 (Paris): 4.766,49 (+0,20 Prozent)

MIB 30 (Mailand): 35.962,00 (+0,27 Prozent)

IBEX 35 (Madrid): 10.781,70 (+0,11 Prozent)

SMI (Zürich): 7.614,45 (+0,73 Prozent)

ATX (Wien): 3.669,36 (+0,46 Prozent)

Unternehmensmeldungen:

Der in Luxemburg ansässige Stahlkonzern Arcelor S.A. (ISIN LU0140205948 / WKN 529385) ist Presseangaben zufolge bereit, einen Partner für die Übernahme des kanadischen Stahlkochers Dofasco Inc. (ISIN CA2569007057 / WKN 869794) zu verpflichten. Wie die Tageszeitung "DIE WELT" heute berichtet, hat Arcelor in einem Kommuniqué erklärt, "offen für Schritte des Verwaltungsrates von Dofasco oder einer anderen Partei zu sein, die darauf abzielen, die Akquisition umzusetzen." Beobachter schließen daraus, dass Arcelor das Management von Dofasco damit einlädt, einen dritten Partner mit in die Übernahmeverhandlungen mit einzubeziehen. Dabei wird auch eine Allianz mit dem Wettbewerber ThyssenKrupp AG (ISIN DE0007500001 / WKN 750000) nicht ausgeschlossen, hieß es weiter. Arcelor hatte zuvor im laufenden Bieterwettstreit um den kanadischen Konkurrenten eine Offerte von ThyssenKrupp in Höhe von 61,50 Kanadischen Dollar (CAD) je Dofasco-Aktie mit einem Gebot von 63,00 CAD je Aktie überboten. Derzeit steht noch nicht fest, ob ThyssenKrupp sein Angebot für Dofasco noch einmal nachbessern wird.

Die französische Veolia Environnement S.A. (ISIN FR0000124141 / WKN 501451) will sich Presseangaben zufolge von ihre Beteiligung an der britischen Southern Water trennen. Wie die "Financial Times" heute berichtet, hat der französische Umweltservice-Dienstleister bereits die Investmentbank NM Rothschild mit der Suche nach einem Käufer für die 25-prozentige Beteiligung beauftragt. Bei der Southern Water handelt es sich um einen britischen Anbieter von Entsorgungsdienstleistungen, wobei die Vermögenswerte auf rund 2,3 Mrd. Britische Pfund beziffert werden.

Die schweizerische Novartis AG (ISIN CH0012005267 / WKN 904278), der weltweit sechstgrößte Pharmakonzern und die Nummer vier in Europa, hat von der Gesundheitsbehörde FDA eine erweiterte Marktzulassung für ihr Brustkrebs-Medikament Femara (Letrozole) erhalten. Unternehmensangaben vom Mittwoch zufolge kann das Präparat damit als postoperative Ersttherapie bei Frauen in der Postmenopause, die an hormonrezeptorpositivem Brustkrebs im Frühstadium leiden (adjuvante Therapie), eingesetzt werden. Bisher war sein Einsatz nur bei Brustkrebs im fortgeschrittenen Stadium oder nach einer Operation und fünfjähriger Anwendung des Standardmittels Tamoxifen erlaubt. Daten einer Phase-III-Studie haben gezeigt, dass Femara das Risiko eines wiederkehrenden Krebses im Vergleich zu Tamoxifen bei zusätzlichen 21 Prozent der Patientinnen vermindert. Zudem reduziere Femara das Risiko von Ablegern (Metastasen) bei zusätzlichen 27 Prozent im Vergleich zu Tamoxifen.

Die AvW Invest AG (ISIN AT0000930409 / WKN 892661) hat sich an zwei weiteren börsennotierten Unternehmen beteiligt. Wie der österreichische Finanzdienstleister heute bekannt gab, erwirbt die Gesellschaft rund 1 Prozent an der in Hong Kong notierenden Pine Technology, einem Technologieunternehmen für Computerkomponenten. Pine Technology erzielte im Fiskaljahr 2004/05 einen Umsatz von 264 Mio. Dollar. Des Weiteren beteiligt sich die AvW Gruppe mit rund 2 Prozent am deutschen High-Tech-Unternehmen euromicron AG (ISIN DE0005660005 / WKN 566000). Des Weiteren hat die AvW Invest als langfristiges Rohstoffinvestment 100 Kilogramm in Goldbarren erworben. AvW Vorstandsvorsitzender Wolfgang Auer von Welsbach sieht im kommenden Jahr insbesondere bei Wachstumsunternehmen im High-Tech-Bereich überdurchschnittliche starke Entwicklungen. "Wir gehen davon aus, dass solche Unternehmen eine bessere Performance als der Gesamtmarkt erzielen." Außerdem gab der Konzern bekannt, dass die Vorstandsverträge des Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Auer von Welsbach und der beiden Vorstände Maria Auer von Welsbach und Johann Linz bis Ende November 2011 verlängert worden sind.

Die Telecom Italia S.p.A. (ISIN IT0003497168 / WKN 120470) hat sich im Rahmen des zuvor angekündigten Deinvestitionsprogramms von einem Immobilieportfolio getrennt. Wie die Telefongesellschaft heute bekannt gab, wurde eine erste Tranche mit insgesamt 561 Immobilien an den geschlossenen Immobilienfonds Raissa veräußert. Teile dieses Immobilienfonds wurden wiederum an eine Gruppe von institutionellen Investoren unter der Führung von Morgan Stanley Real Estate Funds verkauft. Das Gesamtvolumen der Transaktion wurde auf 486 Mio. Euro beziffert, wobei Tlecom Italia in diesem Zusammenhang einen Bruttogewinn von 182 Mio. Euro ausweisen wird. Des Weiteren verringern sich die Konzernverbindlichkeiten der Telecom Italia durch den Verkauf des Immobilienportfolios um rund 276 Mio. Euro vor Steuern. Im vergangenen Monat hatte der Konzern ein Desinvestitionsprogramm verabschiedet, welches den Verkauf von Immobilien im Gesamtwert von rund 1 Mrd. Euro vorsieht.



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