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Börsen in Europa: Durchweg grüne Vorzeichen bei ruhigem Handel


27.12.2005
aktiencheck.de

Nach einem gut behaupteten Start in den Handelstag vergrößern die europäischen Börsen ihre Gewinne unter sehr dünnen Umsätzen zusehends. So gewinnt der Dow Jones EURO STOXX 50 aktuell 0,47 Prozent auf 3.616,56 Punkte und markiert damit ein neues dreieinhalb Jahreshoch. Der auch britische und schweizerische Werte umfassende Dow Jones STOXX 50 verbessert sich um 0,38 Prozent auf 3.363,65 Zähler. Der in Paris beheimatete EURONEXT 100 tendiert 0,38 Prozent fester bei 818,42 Punkten. Die europäischen Länderbörsen präsentieren sich ebenfalls freundlich, die Londoner Börse bleibt allerdings feiertagsbedingt geschlossen.

In Paris avancieren Papiere von Accor mit einem Aufschlag von 1,6 Prozent zum stärksten Wert im CAC40. Presseangaben zufolge plant der Hotelkonzern im kommenden Jahr den Verkauf von 70 Häusern. Um 1,4 Prozent geht es für Renault nach oben und auch bei Thomson und Vivendi greifen die Anleger beherzt zu. Trotz dem sich anbahnenden Bieterwettstreit um kanadischen Stahlkonzern Dofasco zwischen ThyssenKrupp und Arcelor legen Papiere des französischen Stahlkochers 0,6 Prozent zu. EADS verlieren trotz eines Großauftrages über rund 1,5 Mrd. Dollar von der indischen Fluglinie Air Deccan leicht.

In Wien sacken Papiere des Wettanbieters BETandWIN.com aufgrund von Gewinnmitnahmen um 2 Prozent ab und sind damit schwächer Wert im Leitindex ATX. Deutlichere Abschläge erleiden daneben die Anteilsscheine von Semperit und die der Austrian Airlines. Dagegen verbessern sich Papiere des Mineralölkonzerns OMV um 1,9 Prozent. In Zürich verlieren lediglich Aktien der Privatbank Julius Bär etwas deutlicher, dagegen legen Anteilsscheine von Lonza, Ciba Spezialitätenchemie sowie die von Clariant merklich zu.

Indexstände (14:04 Uhr):

Dow Jones EURO STOXX 50: 3.616,56 (+0,47 Prozent)

Dow Jones STOXX 50: 3.363,65 (+0,38 Prozent)

EURONEXT 100: 818,42 (+0,38 Prozent)

FTSE 100 (London): 5.595,40 (-0,03 Prozent)

CAC40 (Paris): 4.779,22 (+0,45 Prozent)


MIB 30 (Mailand): 35.855,00 (+0,32 Prozent)

IBEX 35 (Madrid): 10.774,00 (+0,47 Prozent)

SMI (Zürich): 7.529,33 (+0,42 Prozent)

ATX (Wien): 3.638,21 (+0,47 Prozent)

Unternehmensmeldungen:

Der Industriekonzern ThyssenKrupp AG (ISIN DE0007500001 / WKN 750000) will einem Pressebericht zufolge sein Übernahmeangebot für den kanadischen Stahlkonzern Dofasco Inc. (ISIN CA2569007057 / WKN 869794) anheben. Wie die "Financial Times Deutschland" (FTD) in ihrer Dienstagausgabe berichtet, hat ThyssenKrupp bis zum 10. Januar 2006 Zeit, sein Angebot aufzustocken. Denkbar sei ein Preis von 65,00 kanadischen Dollar (CAD) pro Dofasco-Aktie, womit die Offerte des luxemburgischen Wettbewerbers Arcelor S.A. (ISIN LU0140205948 / WKN 529385) überboten würde. Erst am Freitag hatte Arcelor sein Angebot auf 63,00 CAD je Aktie erhöht.

Der französische Versicherer AXA S.A. (ISIN FR0000120628 / WKN 855705) will sich im Lebensversicherungssegment durch weitere Akquisitionen verstärken. Kip Condron, Chef der amerikanischen Tochtergesellschaft AXA Financial, erklärte in einem Interview mit der "Financial Times" (Dienstagausgabe), dass man sich vor allem auf kleinere und mittlere Übernahmen konzentrieren werde. Gleichzeitig betonte der Manager, dass es weltweit im Lebensversicherungssegment zu einer weiteren Konsolidierung kommen werde. Größere Akquisitionen, wie etwa die im vergangenen Jahr abgeschlossene Übernahme des amerikanischen Lebensversicherers MONY für 1,45 Mrd. Dollar, hält Condron ebenso für denkbar wie einen wirklich großen und strategisch bedeutenden Zukauf, durch den sich die Marktposition von AXA deutlich verbreitern würde. Besondere Chancen sieht Condron für die Versicherungsindustrie in den kommenden Jahren im Bereich Altersvorsorge und Vermögensverwaltung, da jetzt die geburtenstarken Jahrgänge verstärkt als Zielgruppe in Frage kommen.

Die France Telecom S.A. (ISIN FR0000133308 / WKN 906849), die größte französische Telefongesellschaft, prüft einem Pressebericht zufolge derzeit einen Einstieg beim spanischen Wettbewerber Euskatel. Nach Informationen der französischen Tageszeitung "Les Echos" verhandeln die Telekommunikationskonzerne über eine strategische Allianz, die einem Einstieg von France Telecom bei Euskatel beinhalten könnte. Euskatel kooperiert bereits mit dem spanischen Mobilfunkbetreiber Amena, welcher von France Telecom akquiriert wurde.

Die französische Compagnie Générale d. Etablissements Michelin SCPA (ISIN FR0000121261 / WKN 850739), der größte Reifenhersteller in Europa, gab heute eine Rückrufaktion bekannt. Unternehmensangaben zufolge müssen 10.000 Reifen infolge eines Produktionsfehlers zurückgerufen werden. Hiervon betroffen sind Pneus des Modells 255/35 ZR 20 97Y Extra Load Michelin Sport, da bei diesen Reifen die Gefahr eines schnellen Luftverlusts besteht.

Der niederländische Telekomdienstleister KPN N.V. (ISIN NL0000009082 / WKN 890963) hat sein Interesse an Sunrise, dem zweitgrößten Schweizer Telekomanbieter, bekundet. "Das Unternehmen würde unser deutschsprachiges Portfolio gut ergänzen", erklärte Vorstandschef Ad Scheepbouwer gegenüber dem "Handelsblatt" (Dienstagausgabe). "Falls TDC aufgespalten wird und man uns Sunrise anbietet, werden wir uns das genau anschauen". Sunrise, ein Anbieter von Mobilfunk, Festnetz- und Internetdiensten, gehört zum dänischen Telekombetreiber TDC A/S (ISIN DK0010253335 / WKN 890326), der an ein Konsortium unter der Führung der Apax Partners Worldwide LLP und der Kohlberg Kravis Roberts & Co. L.P. (KKR) verkauft werden soll.



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