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Novo Nordisk-Aktie: Milliarden-Deal mit Septerna soll Weg für neue orale Adipositas-Mittel ebnen 14.05.2025
aktiencheck.de
Bad Marienberg (www.aktiencheck.de) - Aktuelle Entwicklungen und Marktreaktionen
Am 14. Mai 2025 verzeichnete die Aktie von Novo Nordisk A/S (ISIN: DK0062498333, WKN: A3EU6F, Ticker-Symbol: NOV, NASDAQ Kopenhagen-Symbol: NOVO B) einen Anstieg um +1,91% auf 59,67 EUR. Dieser Kursgewinn erfolgte trotz der zuvor veröffentlichten Prognosesenkung für das laufende Geschäftsjahr. Grund dafür sei eine schwächere als erwartete Nachfrage nach den Blockbustermedikamenten Wegovy und Ozempic in den USA. Dennoch werteten Marktteilnehmer die jüngste strategische Partnerschaft mit dem US-Unternehmen Septerna offenbar als langfristig positiv.
Strategische Partnerschaft mit Septerna
Novo Nordisk und Septerna haben eine exklusive globale Forschungs- und Lizenzvereinbarung bekannt gegeben. Ziel der Zusammenarbeit ist die Entwicklung mehrerer oraler Small-Molecule-Therapien für kardiometabolische Erkrankungen, insbesondere Adipositas und Typ-2-Diabetes. Im Fokus stehen sogenannte G-Protein-gekoppelte Rezeptoren (GPCRs), darunter GLP-1-, GIP- und Glukagon-Rezeptoren - allesamt Schlüsselziele moderner Stoffwechseltherapien.
Septerna erhält bis zu 2,2 Mrd. USD, darunter mehr als 200 Mio. USD an Vorab- und kurzfristigen Meilensteinzahlungen. Zudem sind gestaffelte Lizenzgebühren auf weltweite Nettoumsätze vorgesehen. Während die frühe Forschung gemeinsam erfolgt, übernimmt Novo Nordisk ab der IND-Phase (klinische Zulassung) die alleinige Verantwortung für Entwicklung und Vermarktung. Septerna behält sich jedoch das Recht auf einen weltweiten Gewinnanteil bei einem der Programme vor.
Finanzkennzahlen und Ausblick
Im ersten Quartal 2025 meldete Novo Nordisk ein Umsatzwachstum von 19% auf 78,1 Mrd. DKK sowie einen Gewinn je Aktie von 6,53 DKK (+15%). Die operative Marge konnte durch Effizienzgewinne stabil gehalten werden.
Dennoch senkte das Management seine Jahresprognose: Das erwartete Umsatzwachstum liege nun bei 13-21% (zuvor 16-24%) und der operative Gewinnanstieg bei 16-24% (zuvor 19-27%). Hintergrund seien Lagerbestandsanpassungen im US-Geschäft sowie ein zurückhaltenderes Prescribing-Verhalten bei GLP-1-Präparaten. Der Konzern betonte jedoch, dass die langfristige Wachstumsstory unverändert intakt bleibe - auch dank der erweiterten Pipeline durch externe Kooperationen wie mit Septerna.
Analystenbewertungen und Kursziele
Die Analystenstimmen zur Novo Nordisk-Aktie fallen differenziert aus:
- JPMorgan belässt die Aktie auf "Overweight" mit einem Kursziel von 1.000 DKK. Das Haus verweist auf die hohe Innovationskraft und eine stabile GLP-1-Nachfrage außerhalb der USA.
- UBS stuft den Titel weiterhin mit "Buy" ein, hat das Kursziel jedoch von 750 auf 700 DKK reduziert. Die Experten sehen kurzfristige Unsicherheiten, bleiben aber langfristig zuversichtlich.
- Bernstein Research rät zu "Market-Perform" bei einem Kursziel von 620 DKK - insbesondere angesichts wachsender Konkurrenz durch Eli Lilly und struktureller Herausforderungen in Nordamerika.
- Jefferies bewertet Novo Nordisk mit "Underperform" und einem Kursziel von nur 415 DKK. Begründet wird dies mit rückläufigen Verschreibungen und regulatorischem Druck auf die Preisgestaltung.
Das durchschnittliche Kursziel aus neun aktuellen Bewertungen liegt bei rund 696,25 DKK - das entspricht einem Aufwärtspotenzial von knapp 32% gegenüber dem aktuellen Kursniveau.
Chancen und Risiken für Anleger
Die neue Partnerschaft mit Septerna bietet Novo Nordisk die Chance, seine Forschung auf eine neue technologische Basis zu stellen. Oral verfügbare GPCR-Medikamente könnten die Abhängigkeit von injizierbaren GLP-1-Wirkstoffen wie Ozempic verringern und ein neues Marktsegment erschließen - insbesondere für Patienten mit Vorbehalten gegenüber Spritzen.
Zudem unterstreicht der Milliarden-Deal das strategische Ziel, das Portfolio über Peptide hinaus zu diversifizieren. Sollte auch nur eines der vier Entwicklungsprogramme erfolgreich sein, wäre das ein Gamechanger mit großem Umsatzpotenzial.
Gleichzeitig bestehen Risiken: Die Nachfrage in den USA ist offenbar weniger dynamisch als erwartet. Hinzu kommen regulatorische Risiken und wachsende Konkurrenz - vor allem durch Eli Lillys Zepbound. Auch das öffentliche Interesse an Medikamentenpreise und potenzielle politische Eingriffe könnten die Margen unter Druck setzen. Die Prognosesenkung zeigt, dass Novo Nordisk trotz dominierender Marktstellung nicht immun gegenüber kurzfristigen Schwächen ist.
Fazit
Novo Nordisk bleibt ein führender Akteur im globalen Gesundheitssektor mit hoher Innovationskraft und starker finanzieller Basis. Die Partnerschaft mit Septerna bringt frischen Schwung in die Pipeline und könnte langfristig die Transformation hin zu einer breiteren Wirkstoffbasis vorantreiben.
Trotz kurzfristiger Unsicherheiten im US-Markt und zunehmender Konkurrenz bietet die Aktie ein attraktives Chance-Risiko-Verhältnis. Für langfristig orientierte Anleger, die auf Forschung, Marktmacht und strategische Weitsicht setzen, bleibt Novo Nordisk ein aussichtsreicher Kandidat.
Author: aktiencheck.de Redaktion (14.05.2025/ac/n/a)
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