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McDonald’s: US-Schwäche, globales Potenzial 01.05.2025
AC Research
Oak Brook, ILAtlanta, GABad Marienberg (www.aktiencheck.de) - McDonald’s hat seine Zahlen für Q1 2025 präsentiert – mit leicht rückläufigem Umsatz und Gewinn. Doch während der Heimatmarkt schwächelt, zeigt das internationale Geschäft klare Stärke. Besonders in Asien und dem Nahen Osten legte der Absatz zu. Langfristig bleibt der Fastfood-Riese spannend.
Umsatz und Gewinn leicht rückläufig – operativ stabile Marge
Der Konzernumsatz sank im ersten Quartal um 3 % auf 5,96 Mrd. USD (Q1 2024: 6,17 Mrd. USD). Bereinigt um Wechselkurseffekte entspricht dies einem Rückgang von 2 %. Das operative Ergebnis gab ebenfalls um 3 % auf 2,65 Mrd. USD nach. Der Nettogewinn belief sich auf 1,87 Mrd. USD, ein Minus von 3 % gegenüber dem Vorjahr. Der verwässerte Gewinn je Aktie lag bei 2,60 USD (Vorjahr: 2,66 USD).
Bereinigt um Restrukturierungsaufwendungen im Zusammenhang mit der Initiative "Accelerating the Organization" ergibt sich ein bereinigter Gewinn je Aktie von 2,67 USD – nahezu stabil gegenüber dem Vorjahr (2,70 USD).
Verhaltener Start im Heimatmarkt – internationales Geschäft als Lichtblick
Besonders auffällig war der Rückgang der vergleichbaren Umsätze in den USA um 3,6 %, was vor allem auf rückläufige Gästezahlen zurückzuführen ist. In den "International Operated Markets" lag das Minus bei 1 %, hier belasteten insbesondere schwächere Zahlen im Vereinigten Königreich. Positiv fiel dagegen die Region "International Developmental Licensed Markets" auf – insbesondere Japan und der Nahe Osten trugen zu einem Anstieg von 3,5 % bei.
Systemweit beliefen sich die Verkäufe im Quartal auf rund 8 Mrd. USD an Mitglieder der Treueprogramme – ein starkes Zeichen für die fortschreitende Digitalisierung des Geschäftsmodells.
CEO Kempczinski sieht McDonald’s gut aufgestellt
Im Earnings Call hob CEO Chris Kempczinski hervor, dass McDonald’s trotz makroökonomischer Unsicherheiten weiterhin Marktanteile gewinne. Die weltweit starke Markenbindung und kontinuierliche Innovation – etwa durch neue Menüangebote – sorgten für hohe Relevanz bei den Kunden. Kempczinski betonte die langfristige Strategie: "Wir bauen auf eine 70-jährige Erfolgsgeschichte und passen uns mit Agilität und Weitsicht an."
Analysten noch abwartend – Kursziele stabil
Obwohl McDonald’s nicht positiv überraschen konnte, halten viele Analysten an ihren langfristigen Einschätzungen fest. Konsens-Kursziele bewegen sich weiterhin zwischen 310 und 340 USD – was beim aktuellen Kursniveau von rund 280 USD ein Aufwärtspotenzial von bis zu 20 % bedeuten könnte. Besonders positiv wird die Resilienz des Franchise-Modells und die starke Dividendenhistorie gewertet.
Charttechnischer Blick: Unterstützungszone im Fokus
Die McDonald’s-Aktie bewegt sich aktuell in einer neutralen Seitwärtsphase. Nach dem Rückgang unter die Marke von 290 USD testet der Kurs derzeit eine Unterstützungszone bei 275–280 USD. Ein Durchbruch unter diese Marke könnte weiteres Abwärtspotenzial freisetzen. Auf der Oberseite gilt der Bereich um 300 USD als erste Widerstandszone.
Langfristige Perspektive intakt – aber kurzfristig unter Druck
Langfristig bleibt McDonald’s strategisch gut positioniert. Der Ausbau digitaler Vertriebskanäle, die Weiterentwicklung der Produktpalette und starke internationale Wachstumsregionen stützen die Investment-Story. Dennoch bleibt der US-Markt ein Sorgenkind – insbesondere wenn der Konsumdruck infolge hoher Lebenshaltungskosten anhält.
Risiken bestehen durch steigende Rohstoffkosten, geopolitische Spannungen und regulatorische Unsicherheiten in Schlüsselmärkten.
McDonald’s liefert im ersten Quartal 2025 solide, aber nicht euphorisierende Zahlen. Lichtblicke gibt es im internationalen Geschäft und beim Ausbau der Kundenbindung. Die Aktie bleibt ein defensives Basisinvestment – mit Potenzial, sobald die Dynamik im Heimatmarkt wieder anzieht. (01.05.2025/ac/n/d) Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Der Vorstand und/oder Mitarbeiter der aktiencheck.de AG halten eine Netto-Longposition in den Aktien des analysierten Unternehmens. Es besteht also ein Interessenkonflikt auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen wollen.
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