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Unilever-Aktie: Konsumgüterkonzern will Krise in Europa laut Medienbericht mit neuer Strategie begegnen


27.08.2012
aktiencheck.de

London (www.aktiencheck.de) - Der britisch-niederländische Konsumgüterkonzern Unilever plc/N.V. (ISIN GB00B10RZP78 / WKN A0JNE2) (ISIN NL0000009355 / WKN A0JMZB) will sich mit Strategien aus den Schwellenländern gegen die Krise im europäischen Markt stemmen und Konsumenten mit geringem Einkommen umwerben.

"Die Armut kehrt nach Europa zurück", sagte Europa-Chef Jan Zijderveld der Financial Times Deutschland" (Sonntag). "Wenn ein Spanier nur noch durchschnittlich 17 Euro pro Einkauf ausgibt, dann kann ich ihm kein Waschmittel für die Hälfte seines Budgets verkaufen." Deshalb will der drittgrößte Konsumgüterhersteller der Welt nun Lehren aus dem Asien-Geschäft anwenden. "In Indonesien verkaufen wir Einzelpackungen Shampoo für 2 bis 3 Cent und verdienen trotzdem ordentliches Geld", sagte Zijderveld. "Wir wissen, wie das geht, aber in Europa haben wir es in den Jahren vor der Krise verlernt."

Laut dem Bericht sieht Unilever die Wirtschaftskrise nicht als kurzfristige Phase. Bislang hatten Konsumgüterunternehmen versucht, Wachstum in den reifen westlichen Märkten etwa durch teurere Ökoprodukte oder Premiummarken zu erreichen - um sich von den günstigen Handelsmarken der Discounter abzuheben.


Inzwischen verkauft Unilever in Spanien sein Waschmittel Surf in Packungen, die lediglich für fünf Waschgänge reichen. In Griechenland bietet der Konzern heute Kartoffelpüree und Mayonnaise in Kleinpackungen an, während Basisprodukte wie Tee oder Olivenöl unter einer griechischen Preiseinstiegsmarke verkauft werden. Auch in Großbritannien hat der Konzern die Strategie übernommen.

Der Niederländer Zijderveld führt seit Anfang 2011 Unilevers Geschäfte in Westeuropa. Bislang geht seine Strategie auf: Nachdem die Umsätze des Konzerns in der Region zuvor stagnierten oder rückläufig waren, stand 2011 wieder ein kleines Plus von 0,7 Prozent in der Bilanz. Im ersten Halbjahr 2012 legten die Erlöse mit 1,1 Prozent zu, höhere Rohstoffpreise ließen aber den Gewinn niedriger ausfallen.

Westeuropa stand im vergangenen Jahr mit insgesamt 12,3 Mrd. Euro Umsatz für gut ein Viertel der Konzernerlöse - und ist mit einer Gewinnmarge von gut 17 Prozent die profitabelste der drei Unilever-Regionen. "Ich bin stolz auf dieses Ein-Prozent-Wachstum", sagte Zijderveld. "Die Märkte in Europa sind so etwas wie die Olympischen Spiele der Konsumgüterbranche: der Härtetest! Wer es hier schafft, der schafft es überall."

Die Aktie von Unilever notiert derzeit in Amsterdam mit einem Minus von 0,31 Prozent bei 27,69 Euro. (27.08.2012/ac/n/a)



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