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Renault übernimmt 36,8% von Nissan 29.03.1999
vwd
Die Allianz zwischen den beiden Automobilherstellern Nissan Motor (WKN 853686) und Renault (WKN 893113) ist beschlossene Sache. Die beiden Vorstandsvorsitzenden Louis Schweitzer und Yoshikazu Hanawa unterzeichneten am Samstag in Tokio nach achtmonatigen "gemeinsamen Studien" ein Abkommen zur "umfassenden Partnerschaft", teilten beide Unternehmen am Samstag in Tokio mit. Renault werde demnach FRF 33 Mrd. in den hochverschuldeten Nissan-Konzern einzahlen und 36,8 Prozent des Kapitals von Nissan Motor sowie einen Anteil von 22,5 Prozent von Nissan-Diesel übernehmen. Der Kapitaltransfer solle bis Ende Mai beendet sein. Beide Unternehmen erhoffen sich erhebliche Synergieeffekte sowie ein rentables Wachstum. Nissan erhalte auch die Möglichkeit, sich zu einem späteren Zeitpunkt an Renault zu beteiligen. "Das ist ein historischer Augenblick für Renault", sagte Schweitzer. Zusammen produzieren die beiden Automobilhersteller jährlich 4,8 Mio. Fahrzeuge, was nach General Motors, Ford und Toyota den vierten Platz in der Automobilbranche zusammen mit dem Volkswagen-Konzern bedeutet. Renault befindet sich noch zu 44,2 Prozent in Händen des französischen Staates. Schweitzer betonte, daß sich die französische Staatskasse in keiner Weise an der Reduzierung der Nissan-Schulden beteiligen werde. Die finanzielle Situation von Renault sei auch nach dem Einstieg bei Nissan "solide". Der Nissan-Vorstandsvorsitzende Hanawa hob hervor, daß es sich um eine völlig neue Form der Kooperation handele, für die es keine Vorbilder gebe. "Wir werden gemeinsam arbeiten und auf dem Mark des 21. Jahrhunderts kämpfen," kündigte er an. Nissan ist schätzungsweise mit umgerechnet rund DEM 65 Mrd. verschuldet und hat in dem Ende März ablaufenden Geschäftsjahr zum sechsten Mal in Folge Netto-Verluste hinnehmen müssen. Das Abkommen ist die dritte große Allianz in der Autobranche nach der Fusion zwischen Daimler-Benz und Chrysler im Herbst und der Übernahme des schwedischen Herstellers Volvo durch Ford Ende Januar. Japans Handelsminister Kaoru Yosano begrüßte die Allianz und erklärte, beide Unternehmen könnten nun weltweit expandieren und zugleich rationalisieren. Auch mehrere große Banken in Japan begrüßten das Abkommen. Aus unterschiedlichen Finanzkreisen wurde aber auch die Befürchtung laut, daß sich Renault finanziell übernommen haben könnte. Mit der Allianz werde zukünftig Renault die Federführung bei Nissan übernehmen. Generaldirektor des japanischen Konzerns werde der bisherige Vize-Generaldirektor von Renault, Carlos Ghosn. Darüber hinaus sollen zwei weitere Renault-Manager in die Nissan-Geschäftsführung eintreten. Insgesamt sollen 32 Manager mit Ghosn nach Japan gehen. Nissan-Chef Hanawa soll in den Verwaltungsrat von Renault berufen werden. Schweitzer fügte hinzu, daß daran gedacht werde, auch mehrere Nissan-Manager nach Frankreich zu holen. Die beiden Unternehmen wollen nach eigenen Angaben "starke Synergien" entwickeln und ihre Wettbewerbsfähigkeit "beträchtlich steigern". Allein im Zeitraum von 2000 bis 2002 sollen FRF 20 Mrd. eingespart werden. Renault wolle mit seiner Milliardeninvestition dafür sorgen, daß Nissan bis zu dem am 31. März 2001 auslaufenden Geschäftsjahr wieder die Gewinnzone erreiche. Die neuen Partner erwarten, daß sie sich bei der Produktpalette und der weltweiten Vertretung ideal ergänzen.
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