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Interbrew übernimmt Beck´s


06.08.2001
BoersenMan.de

Wie die Aktienexperten von "BoersenMan.de" berichten will Interbrew (WKN 590932) die Bremer Traditionsmarke Beck´s übernehmen.

Was ist das: grüne Flasche, ovales Etikett mit einem großen Schlüssel drauf, ein Segelschiff mit grünen Segeln und ein Joe Cocker, der "sail away" singt, so die Experten von "BoersenMan.de". Wer jetzt an ein berühmtes deutsches Bier denke, liege damit in Zukunft knapp daneben. Denn Beck`s werde in Zukunft ein berühmtes belgisches Bier sein. Die Brauereikette Interbrew wolle die Bremer Traditionsmarke für 1,8 Milliarden Euro übernehmen.


Interbrew sei nach eigenen Angaben inzwischen nach Anheuser Bush weltweit der zweitgrößte Bierbrauer, habe letztes Jahr rund 17 Milliarden Euro umgesetzt, verfolge eine aggressive Expansionsstrategie und habe sich erst vor kurzem die Diebels-Brauerei einverleibt. Dass Beck`s zum Verkauf stehe, sei bereits seit einigen Wochen bekannt, dass es zahlreiche namhafte Interessenten gebe ebenfalls, nur Zeitpunkt und der Verkaufspreis würden jetzt überraschen. So sei man noch letzte Woche von mehrmonatigen Verhandlungen und einem deutlich niedrigeren Kaufpreis ausgegangen.

4,4 Millionen Hektoliter Beck`s seien im letzten Jahr verkauft worden, das entspreche etwa 3.000 Flaschen pro Minute. Schon seit der Gründung Ende des 19. Jahrhunderts habe Beck`s vor allem ausländische Märkte im Blick, der Verkauf im Inland laufe erst seit gut 50 Jahren. Von daher sei falsch verstandener Patriotismus fehl am Platze. Interbrew setze neben seiner inländischen Traditionsmarke Stella Artois vor allem auf lokale Größen. Unter anderem chinesische, kroatische, mexikanische und britische Brauereien würden zur Markenfamilie gehören. Die 100 prozentige Übernahme von Beck's sei nicht risikolos. Der Kaufpreis sei ambitioniert hoch und die Kartellbehörden würden ein Wörtchen mitreden wollen.

Der Kurs der Interbrew-Aktien gebe somit heute um anderthalb Prozent nach. Da Interbrew jetzt aber sowohl über nationale wie internationale Marken verfüge, könnte sich die Strategie zukünftig doch noch auszahlen. Die Noch-Besitzer von Beck's hätten auf jeden Fall heute einen Grund zum Anstoßen.




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