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Delphi beantragt Gläubigerschutz, massiver Stellenabbau erwartet 10.10.2005
aktiencheck.de
Die angeschlagene Delphi Corp. (ISIN US2471261055 / WKN 918726), der größte Automobilzulieferer in den USA, hat am Samstag nun doch einen Antrag auf Gläubigerschutz nach Chapter 11 gestellt.
Der Konzern, der 1999 von der ehemaligen Muttergesellschaft General Motors Corp. (ISIN US3704421052 / WKN 850000) abgespaltet wurde, hat im ersten Halbjahr 2005 einen Nettoverlust von 741 Mio. Dollar erwirtschaftet. Der Automobilzulieferer, der von der Gewerkschaft United Auto Workers (UAW) zuletzt Kürzungen bei Gehältern und Bonuszahlungen gefordert hatte, beschäftigt weltweit 185.000 Mitarbeiter, davon rund 50.600 in den USA, wobei hier 25.200 von der UAW repräsentiert werden.
Delphi rechnet nun mit deutlichen Einschnitten bei den US-Produktionsaktivitäten. Man will den Geschäftsbetrieb mit Kreditlinien in Höhe von 4,5 Mrd. Dollar und anderen Finanzierungen aufrecht erhalten. Bei einer Gruppe unter der Führung von Citigroup und JPMorgan hat man eine "Debtor-in-Possession"-Finanzierung in Höhe von 2 Mrd. Dollar arrangiert. Geplant ist das Verlassen des Gläubigerschutzes für Anfang bzw. Mitte 2007.
Wie das "Wall Street Journal" am heutigen Montag berichtet, will Delphi einen großen Teil seiner US-Aktivitäten einstellen oder verkaufen. Laut Chairman und CEO Robert Miller soll demnach ein großer Teil der 45 Produktionsstandorte in den USA und Kanada (insgesamt 49.000 Stellen) veräußert, konsolidiert oder geschlossen werden. Zudem wolle man die Verträge und Pensionspläne mit den 33.000 gewerkschaftlich organisierten Arbeitern bzw. 12.000 Pensionären neu verhandeln.
Die Aktie von Delphi schloss am Freitag bei 1,12 Dollar, was einem Abschlag von 49,09 Prozent entspricht.
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