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mobilcom Marketperformer


07.03.2005
SES Research

Der Analyst von SES Research, Jochen Reichert, stuft die Aktie von mobilcom (ISIN DE0006622400 / WKN 662240) unverändert mit "Marketperformer" ein.

Die beiden Unternehmen mobilcom und freenet.de hätten Verschmelzungspläne geäußert.

Nicht nur Steuervorteile durch Verlustvorträge in Höhe von 3 Mrd. Euro, die durch eine fusionierte mobilcom/freenet.de schneller ausgebeutet werden könnten, würden eine Rolle spielen. Für die Analysten würden sich folgende Fragen stellen:

Werde das jetzige freenet.de-Management (insbesondere Herr Spoerr und Herr Krieger) freenet.de weiter zur Verfügung stehen? Eine entscheidende Rolle dürfte dabei spielen, wie gut das jetzige freenet.de-Management mit dem jetzigen mobilcom-Management in einem gemeinsamen Unternehmen zusammen arbeiten würde. Falls beide Manager aus dem fusionierten Unternehmen ausscheiden würden, könnte sich dies aus Sicht der Analysten nachteilig für die freenet.de-Entwicklung auswirken.


Welche Vorteile außer dem positiven Steuereffekt würde sich aus einer kombinierten freenet.de/mobilcom noch ergeben? Aus Sicht der Analysten seien kostenseitige Synergien kaum zu realisieren. Vorteile ergäben sich aus möglichen Cross Selling-Potenzial sowie erweiterter Vertriebskraft. Hierfür wäre aber nicht zwingend eine fusionierte Einheit erforderlich. Unter strategischen Gesichtspunkten spreche für einen Zusammenschluss, dass die Optionen für zukünftiges externes Wachstum steigen würden. Der deutsche TK-Markt stehe vor einer Konsolidierung. Eine gemeinsame freenet.de/mobilcom könnte auf Grund der Unternehmensgröße eine noch aktivere Rolle im Konsolidierungsprozess einnehmen.

Weiterhin stelle sich für die Wertpapierspezialisten die Frage, ob die unterschiedlichen Unternehmenskulturen zusammenpassen würden.

Aus Sicht der Analysten bestehe die Möglichkeit, dass freenet.de-Aktionäre die Verschmelzung verhindern könnten. Hierfür wären 25% plus eine Stimme auf der Hauptversammlung von freenet.de, auf der die Verschmelzung beschlossen werden solle, notwendig. Auch hierfür bestünden aus ihrer Sicht eine Reihe von Begründungen. Wie oben bereits erwähnt, bestehe die Möglichkeit, dass Herr Spoerr und Herr Krieger aus dem neuen Unternehmen ausscheiden würden. Dies könnte die Entwicklung von freenet.de negativ beeinflussen. Des Weiteren bedeute eine Verschmelzung von freenet.de und mobilcom, dass ein Unternehmen mit den Geschäftsfeldern Mobilfunk (als Handelsgeschäft und nicht als Netzbetreiber), Internet und Festnetz entstehe. Einige Investoren könnten es trotz der entstehenden Steuervorteile und den damit einhergehenden positiven Werteffekten bevorzugen, in eine freenet.de stand alone zu investieren. Letztendlich könnte die Motivation gegen die Verschmelzung zu stimmen auch darin liegen, auf ein Barangebot zu spekulieren.

In den nächsten Wochen könnte sich jedoch herauskristallisieren, dass ein Teil der freenet.de-Aktionäre gegen die Verschmelzungspläne vorgehe. Somit müsste ein "Verschmelzungsverhältnis“ zwischen der mobilcom AG und der freenet.de AG deutlich zu Gunsten von freenet.de ausfallen oder von mobilcom ein Barangebot in Erwägung gezogen werden. Beide Punkte würden dann eher für eine Position in freenet.de sprechen.

Unter Trading Gesichtspunkten empfehlen die Analysten von SES Research, sowohl die Aktie mobilcom als auch von freenet.de zu kaufen. Das langfristige Rating von "Marketperformer" würden sie aber für die mobilcom-Aktie beibehalten.




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