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Jenoptik Marketperformer


01.12.2003
Stadtsparkasse Köln

Die Analysten der Stadtsparkasse Köln stufen die Aktie von Jenoptik (ISIN DE0006229107 / WKN 622910) mit "Marketperformer" ein.

Jenoptik wolle sich verstärkt auf das Geschäft mit optisch elektronischen Geräten (Photonics) konzentrieren und das Gewicht der anderen Geschäftsfelder verringern. Dennoch wolle der Konzern in allen drei Geschäftsfeldern weiter aktiv bleiben, neben Photonics seien dies der Bereich Clean Systems sowie die Restbeteiligung an der Risikokapitalgesellschaft DEWB.

In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres habe Jenoptik gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Umsatzwachstum um 10% auf 933 Mio. Euro verzeichnet. Dieser Anstieg sowie der um 16,5% auf 2,9 Mrd. Euro ausgeweitete Auftragsbestand sei zu großen Teilen Folge erstmals in den Konsolidierungskreis einbezogener Firmen vor allem aus dem Bereich Facility Management.

Da die Abrechnungstermine im Anlagenbau auf das Jahresende fallen würden, habe der Konzern wie üblich für die ersten neun Monate einen Verlust ausgewiesen. Das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) habe zum Stichtag (30.09.) -26,6 Mio. Euro betragen und damit leicht unter dem um den Verkauf eines Aktienpakets der Venture-Capital-Tochter DWEB an den eigenen Pensionsfonds bereinigten Vorjahresergebnis gelegen. Auch das Konzern-Periodenergebnis von -38,8 Mio. Euro habe nur leicht unter dem Vorjahresergebnis auf vergleichbarer operativer Basis gelegen. Der Auftragseingang sei gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 0,7% auf 1,477 Mrd. Euro gesunken.

Für das Gesamtjahr prognostiziere der Konzern einen Umsatzanstieg auf rund 2 Mrd. Euro. Abweichend von der vor wenigen Monaten geäußerten Erwartung, der Bereich Clean Systems werde einen Umsatzbeitrag von bis zu 1,9 Mrd. Euro leisten, sei nun ein Umsatzziel von 1,7 Mrd. Euro ausgewiesen worden. Auch die EBIT-Marge für diesen Bereich werde Unternehmensangaben zufolge etwas unterhalb der ursprünglich prognostizierten Spanne von 1,8 bis 2,5% liegen.


Hauptverantwortlich für die Revidierung seien Projektverschiebungen um zwei bis drei Monate aufgrund der Lungenkrankheit SARS. Unverändert seien dagegen die Ziele für die Sparte Photonics geblieben. Hier würden für 2003 Umsätze zwischen 280 und 300 Mio. Euro erwartet sowie eine EBIT-Marge von 9 bis 10%. Dagegen sei die Gewinnprognose für das Gesamtjahr in Frage gestellt worden. Erst im August sei diese auf 30 Mio. Euro reduziert worden.

Wie der Vorstandsvorsitzende von Witzleben mitgeteilt habe, seien im Rahmen der jüngsten Kapitalmaßnahmen bisher nicht eingeplante Kosten von rund 9 Mio. Euro angefallen. Zudem seien für den Bereich Clean Systems Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 5 Mio. Euro entstanden und es sei noch unklar, ob ein Kunde aus Malaysia eine offene Forderung in Höhe von 20 Mio. Euro planmäßig begleichen werde. Unter Berücksichtigung dieser Faktoren liege ein Verlust im Rahmen des Möglichen.

Im laufenden 4. Quartal habe Jenoptik eine Kapitalerhöhung durchgeführt. Durch diese Maßnahme würden dem Konzern Nettoerlöse von 47 Mio. Euro zufließen. Daneben sei eine langfristige Anleihe mit einem Volumen von rd. 150 Mio. Euro begeben worden. Die gewonnenen Mittel wolle Jenoptik für die Reduzierung der Finanzverbindlichkeiten, die Stärkung der Eigenkapitalbasis sowie für die Finanzierung weiteren Wachstums einsetzen.

Die Umsatz- und Ergebnisentwicklung des Konzerns sei maßgeblich abhängig von vertraglich festgelegten Abrechnungsterminen im Anlagenbau, die überwiegend in den letzten Monaten eines Jahres lägen. Im Jahresverlauf würden das erste und dritte Quartal üblicherweise relativ schwache Quartale darstellen.

Den jüngsten Äußerungen des Vorstandsvorsitzenden zufolge, liege ein Verlust für das Gesamtjahr 2003 entgegen vorheriger Prognosen im Rahmen des Möglichen. Für das kommende Jahr sei der Vorstand wieder optimistischer und erwarte Umsatz und Ergebnis über den Werten für 2003. Die anziehende Halbleiterkonjunktur könnte für Jenoptik zu einer Nachfragebelebung führen.

Die Analysten der Stadtsparkasse Köln bestätigen ihre Einschätzung "Marketperformer" für die Jenoptik-Aktie.




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