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SolarWorld noch kein Licht am Ende des Tunnels 14.09.2011
Warburg Research
Hamburg (aktiencheck.de AG) - Stephan Wulf, Analyst von Warburg Research, stuft die Aktie von SolarWorld (ISIN DE0005108401 / WKN 510840) von "kaufen" auf "halten" herab.
Die Modulpreise seien weiter unter Druck: Auf der Anfang Juni in München stattfindenden Inter Solar habe die Mehrzahl der Solarunternehmen bei den Preisen für Solaranlagen nach dem starken Rückgang Anfang des Jahres 2011 nun die Talsohle gesehen. Zu diesem Zeitpunkt hätten viele Unternehmen eine extrem starke Marktentwicklung in der zweiten Jahreshälfte 2011 und Neuinstallationen für das Gesamtjahr auf dem Niveau von 2010 (7,4 GWp) erwartet.
Nun, drei Monate später, gestalte sich die Situation völlig anders. Notverkäufe von Solarunternehmen mit angespannten Bilanzen halten die Preise kontinuierlich unter Druck und Neuinstallationen lägen deutlich unter dem Vorjahresniveau (Jan.-Jul. 2011: 2,3GWp vs. 4,5GWp Jan.-Jul. 2010). Chinesische Module von Qualitätsherstellern seien zurzeit für EUR 0,80/Wp erhältlich, verzweifeltere asiatische Unternehmen würden für EUR 0,60 bis 0,70/Wp verkaufen und auch den deutschen Herstellern sollte es nicht gelingen, Module an Projekte für mehr als EUR 0,90/Wp zu verkaufen. Dies bedeute einen weiteren Preisrückgang von 10 bis 15% seit Ende Juni.
Weitere Tarifkürzungen von 15% seien sehr wahrscheinlich: Zwar hätten sich die Neuinstallationen auf dem deutschen Markt im Juni und Juli erholt (800 bzw. 450 MWp nach nur 1GWp in den ersten fünf Monaten), man erwarte jedoch nicht, dass das Vorjahresniveau erreicht werde und unterstelle Neuinstallationen von 5,2GWp (-28%). Die neue Einspeisevergütung ab Januar 2012 werde von dem zwischen dem 1. Oktober 2010 und dem 30. September 2011 neu installierten Volumen abhängen. Bis Ende Juli seien ca. 4,2GWp installiert gewesen und ein Gesamtvolumen von mehr als 4,5GWp für den gesamten Zwölf-Monats-Zeitraum sei äußerst wahrscheinlich. Dies würde zu einem weiteren 15%-Rückgang bei der deutschen Einspeisevergütung ab Januar 2012 führen. Auch wenn sich die Modulpreise innerhalb der letzen Monate von der Entwicklung der Einspeisevergütung hätten abkoppeln können, werde die spürbare Tarifkürzung kaum eine Preisstabilisierung unterstützen.
Das US-Geschäft sei offenbar schwächer als erwartet: Neben dem rückläufigen Volumen in Deutschland und dem deutlichen Preisdruck lege die Schließung der 150MW-Modulproduktion in Camarillo nahe, dass sich SolarWorlds US-Geschäft schlechter entwickle als bisher erwartet. Noch im Q2-Bericht habe SolarWorld die Modulkapazität von 500MWp in den USA bestätigt. Jetzt, nur einen Monat später, seien 30% dieser Kapazität im aktuellen Marktumfeld scheinbar nicht wettbewerbsfähig.
Obwohl SolarWorld aus dem anstehenden Konsolidierungsprozess als Gewinner hervorgehen sollte, seien die Analysten auf kurze Sicht pessimistisch: Sie hätten ihr Ergebnismodell an das aktuelle Marktumfeld angepasst. Durch diese Ergebnisanpassungen verringere sich SolarWorlds DCF-Wert von EUR 13 auf EUR 9,17 je Aktie. Man passe auch die Renditeanforderungen für Investoren an. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Unsicherheiten für PV-Unternehmen, erhöhe man die WACC von 7,6% auf 9,9%; (Eigenkapitalkosten von 8,9% bis 11,5%). Um dies in Perspektive zu setzen: Die Rendite von SolarWorlds Anleihe 2017 habe sich von leicht über 6% Anfang August auf derzeit 11,9% erhöht.
Im aktuellen Marktumfeld empfehle man Investoren kein Engagement in europäische Wafer-, Zellen- oder Modulproduzenten. Die mittelfristige Einschätzung der Analysten zu SolarWorld sei jedoch differenzierter. Man erwarte, dass SolarWorld als Gewinner aus der kommenden Marktkonsolidierung hervorgehe. Der integrierte Ansatz des Unternehmens, die starke Präsenz im Ausland sowie die etablierten Vertriebskanäle würden SolarWorld positiv von den meisten europäischen Wettbewerbern unterscheiden.
Die Analysten von Warburg Research stufen die SolarWorld-Aktie auf "halten" herunter und reduzieren das Kursziel entsprechend von EUR 13 auf EUR 5,05. (Analyse vom 14.09.2011) (14.09.2011/ac/a/t)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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