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DE000A0D6554 A0D655 -   € -   €
 
 
 

Nordex unklare Zukunft


13.12.2010
TradeCentre.de

Lichtenstein (aktiencheck.de AG) - Nach Ansicht der Experten von "TradeCentre.de" ist die Nordex-Aktie (ISIN DE000A0D6554 / WKN A0D655) weiterhin kein Investment.

Seit Jahr und Tag würden die Experten vor der Windaktie warnen. Ihre mehrfachen Verkaufshinweise, zum Beispiel im Herbst 2009 und Juni 2010, für die Nordex AG seien als Volltreffer zu werten. Obwohl die Märkte haussieren würden, habe das Papier allein seit Jahresbeginn rund 60 Prozent an Kurswert verloren. "TradeCentre.de"-Favorit REpower (ISIN DE0006177033 / WKN 617703) habe sich hingegen auf hohem Kursniveau weitgehend stabil gehalten. Inzwischen würden auch die meisten Analysten zum Verkauf von Nordex raten. So habe die Deutsche Bank beispielsweise das Kursziel mit vier Euro kommuniziert.

Nunmehr werde immer deutlicher, was die Experten schon seit Jahren prognostizieren würden. Das Unternehmen sei im Vergleich zu REpower schlicht zu margenschwach und habe zudem eine schwache Produktpipeline. Die Zahlen für die ersten neun Monate des laufenden Jahres würden die schwache Aufstellung des Konzerns belegen. Der Umsatz habe sich im Neunmonatszeitraum von 814 auf 614,2 Mio. Euro reduziert. Vorstandschef Thomas Richterich spreche sodann von einer "schwachen Marktentwicklung".

Auch der Ordereingang habe sich nach neun Monaten von 638 auf 530 Mio. Euro reduziert. Die Erträge seien ebenfalls rückläufig gewesen. Das EBIT habe in der Zeit von Januar bis September ein Niveau von 17,3 Mio. Euro nach 21,9 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum erreicht. Netto hätten lediglich 8,5 Mio. Euro in der Kasse geklingelt. Die EBIT-Marge von 2,8 Prozent sei übrigens ernüchternd.

Aufgrund des düsteren Geschäftsverlaufs habe Richterich sodann auch die Prognose für das Gesamtjahr kassiert. Der CEO habe seine Prognosen in der Vergangenheit schon öfter revidieren müssen. Noch im Juni hätten die Experten darauf hingewiesen: "Sie müssen wissen, dass Prognosen von Nordex nicht viel wert sind. Sie wurden in der Vergangenheit fast immer verfehlt."

Nunmehr erwarte das Unternehmen lediglich noch einen Umsatz von rund eine Milliarde Euro. Zuvor sei ein Umsatzwachstum auf Basis der Einnahmen aus dem Vorjahr von 1,183 Mrd. Euro versprochen worden. Für den gesamten Turnus solle sich die EBIT-Marge auf vier Prozent belaufen.


Die Experten würden dies für äußerst ambitioniert halten und durchaus erneut mit einem Verfehlen der Ziele rechnen. Vergleiche man: REpower erwarte für das Wirtschaftsjahr 2010/2011 per Ende März einen Umsatz von 1,5 bis 1,6 Mrd. Euro sowie eine EBIT-Marge zwischen 7,5 und 8,5 Prozent. Margen von denen Nordex nur träumen könne.

"Und täglich grüßt das Murmeltier". Richterich erwarte für Q4 ein deutlich anziehendes Neugeschäft und damit Voraussetzungen für Wachstum im kommenden Jahr. Noch im letzten Jahr habe der Firmenchef auch für 2010 "stärkeres Wachstum" versprochen. Für 2011 habe einst die Vorhersage gelautet, einen Umsatz von 2,5 bis vier Mrd. Euro zu erreichen und mit einer EBIT-Marge von neun bis zwölf Prozent zu wirtschaften.

Bereits für das Jahr 2008 sei eine EBIT-Marge von zehn Prozent in Aussicht gestellt worden. Alle diese Ziele seien bis heute meilenweit verfehlt worden. Die Finanzkrise habe sicherlich einen Teil dazu beigetragen. Aber alles auf die Krise zurückzuführen, würden die Experten schlicht für überzogen halten. Nordex habe ein strukturelles Problem und werde nach Erachten der Experten nie mit EBIT-Margen von über fünf Prozent wirtschaften. Auf das Thema Free Cashflows wollten sie gar nicht erst eingehen. Nordex dürfte größte Probleme haben, in der Zukunft freie Mittelzuflüsse zu erwirtschaften.

Nach dem Kursrutsch bringe Nordex noch 320 Mio. Euro auf die Börsenwaage. Dreh- und Angelpunkt bei der Firma sei das Vorhaben vom Großaktionär. Susanne Klatten, die milliardenschwere BMW-Erbin, habe sich einen Großteil ihrer Aktien von insgesamt rund 25 Prozent zum Preis von 21 Euro gesichert. Mit diesem Einstiegspreis habe sie schon rund 75 Prozent ihres Einsatzes versemmelt. In den vergangenen Monaten habe sie allerdings über ihre Beteiligungsgesellschaft regelmäßig nachgekauft. Handle sie konsequent, werde sie nunmehr weiter kaufen oder aufgrund des optisch niedrigen Kurses sogar ein Übernahmeangebot unterbreiten. Vorteil: Sollte Nordex von der Börse verschwinden, könne das Unternehmen außerhalb der Börse in Ruhe saniert und neu aufgestellt werden. Dass Klatten die Firma fallen lasse, sei eher unwahrscheinlich.

Ein Investment sei die Aktie nach Erachten der Experten auch weiterhin nicht. Allerdings könnten Spekulationen über eine Übernahme eventuell bald die Runde machen. Das werde sich positiv im Kurs bemerkbar machen. Zudem sei die Aktie auf diesem Niveau durchaus für einen Rebound gut.

Für spekulative Trader eignet sich die Nordex-Aktie durchaus, so die Experten von "TradeCentre.de". Zocker könnten an Nordex durchaus Freude haben. (Analyse vom 13.12.2010) (13.12.2010/ac/a/t)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.




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