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SINGULUS erhebliche Abschreibungen beeinträchtigen 2010


26.10.2010
Warburg Research

Hamburg (aktiencheck.de AG) - Malte Schaumann, Analyst von SES Research, stuft die SINGULUS-Aktie (ISIN DE0007238909 / WKN 723890) weiterhin mit "halten" ein.

SINGULUS habe heute die Gesamtjahresguidance für 2010 aufgrund von Verzögerungen bei Auftragseingängen im Segment Solar angepasst. Das vorherige Umsatzziel von EUR 135 werde nicht erreicht. Das Ziel des Unternehmens seien nun Erlöse zwischen EUR 118 und 125 Mio. Dies liege im Rahmen der aktuellen Schätzungen.

Das neue Management habe wie befürchtet eine Neubewertung der immateriellen Vermögensgegenstände vorgenommen, welche sich bislang auf 40% der Bilanzsumme belaufen hätten. Hiermit würden Einmalbelastungen in Höhe von EUR 67,8 Mio. das Ergebnis in 2010 belasten. SINGULUS habe den Goodwill in Zusammenhang mit dem BluRay-Mastering-Geschäft um EUR 20,8 Mio. abgeschrieben. Zudem seien fast EUR 20 Mio. der übrigen immateriellen Vermögenswerte (STANGL-Kundenbasis) wertberichtigt worden.

Weiterhin habe SINGULUS Lagerbestände in Höhe von EUR 11,6 Mio. und Forderungen von EUR 5,7 Mio. abgeschrieben. Diese würden sich insbesondere auf das Geschäft mit recordable-Anlagen mit Kunden in Afrika und Südamerika beziehen. Aktivierte Entwicklungskosten seien im Umfang von EUR 7,5 Mio. abgeschrieben worden, was ca. 30% der gesamten aktivierten Entwicklungen entspreche. SINGULUS bündle alle Optical Disc-Aktivitäten in Kahl. Belastungen durch die Verlagerung der Produktion von BluRay-Mastering Systemen aus den Niederlanden würden sich auf EUR 2,3 Mio. belaufen.

SINGULUS habe einen ersten Blick auf die Q3-Ergebnisse gegeben. Detaillierte Zahlen würden am 5. November veröffentlicht. Ein operatives Quartals-EBIT von EUR -5,0 indiziere eine niedrige Bruttomarge und/oder höher als erwartete OPEX. Ein steigendes Erlösvolumen in Q4 dürfte jedoch zu einer deutlich besseren Ergebnisentwicklung im letzten Quartal führen.


Die erheblichen Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten und andere immaterielle Vermögenswerte und die Verlagerung der Mastering-Aktivitäten nach Kahl würden die Gewinn- und Verlustrechnung im kommenden Jahr um ca. 4,5 Mio. entlasten. Zurückzuführen sei dies hauptsächlich auf den Wegfall von regelmäßigen Abschreibungen. Somit würden die EBIT- und die Nettogewinnschätzungen für 2011 und 2012 erhöht (nur geringe Auswirkungen auf EBITDA-Niveau).

SINGULUS habe bestätigt, dass eine Belebung des Geschäfts in 2011 erwartet werde. Die aktuelle BluRay-Produktion für das diesjährige Weihnachtsgeschäft sei voll ausgelastet, wodurch sich aufgrund einer steigenden weltweiten BluRay-Penetration zukünftig weiter ansteigende Kapazitätserweiterungen für BluRay ergeben sollten. Das Management habe angekündigt, in 2011 Aufträge für 40 BluRay-Systeme zu erwarten (WRe derzeit: 45 Systeme), ggü. ca. 32 Systemen in 2010. Aufträge von 40 bis 60 BluRay-Linien dürften eine realistische Bandbreite sein.

Im Solarsegment habe SINGULUS das Interesse von Avancis bestätigt, einen weiteren Selenierungsofen für das Joint Venture mit Hyundai (ISIN USY384721251 / WKN 885166) zu bestellen, der sich auf EUR 20 Mio. belaufen würde. SINGULUS habe des Weiteren zwei Absichtserklärungen für vollständige Front-End-Systeme unterzeichnet, deren Volumen jeweils bei EUR 15 bis 20 Mio. liegen dürfte. Die wesentliche Hürde für den endgültigen Auftrag liege in der ausstehenden Finanzierung der Systeme von SINGULUS-Kunden. Die Gewinnung zumindest eines Auftrags erscheine sehr wahrscheinlich.

Das Kursziel werde aufgrund der zahlungswirksamen Belastungen (z. B. Working Capital) von EUR 5 auf EUR 4,50 reduziert.

Die Halteempfehlung der Analysten Warburg Research für die SINGULUS-Aktie bleibt kurzfristig unverändert, da die Aktie das Jahrestief durchbrochen hat und positiver Newflow mit einer Erholung der Auftragsaktivität nicht vor Q1/2011 erwartet wird. (Analyse vom 26.10.2010) (26.10.2010/ac/a/t)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.




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