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SolarWorld deutliche Abschwächung am deutschen Solarmarkt erwartet


12.08.2010
Raiffeisen Centrobank

Wien (aktiencheck.de AG) - Magdalena Wasowicz und Helge Rechberger, Analysten der Raiffeisen Centrobank, stufen die Aktie von SolarWorld (ISIN DE0005108401 / WKN 510840) mit dem Rating "halten" ein.

SolarWorld habe im zweiten Quartal 2010 den Umsatz um 69% auf EUR 382 Mio. gesteigert, die Absatzmenge sei mit 237 MW 90% höher als im Vergleichszeitraum gewesen. Das Betriebsergebnis habe mit EUR 56,4 Mio. 24% über dem Vorjahreswert gelegen.

SolarWorld setze den Ausbau der Produktionskapazitäten fort. Am deutschen Standort Freiberg sollten bis 2011 die Modulkapazitäten verdreifacht werden. In den USA werde am Standort Hillsboro eine neue Modulfertigung aufgebaut. Ab September solle eine Kapazität von 350 MW erreicht werden.

Der deutsche Markt habe im ersten Halbjahr eine besonders starke Nachfrage erlebt, aufgrund der Kürzungen von Einspeisevergütungen ab Anfang Juli. Allein im ersten Quartal seien 715 MW neu installiert worden. Für das erste Halbjahr rechne die deutsche Bundesnetzagentur mit einer neu installierten Leistung von über drei GW. Im Vorjahreszeitraum seien 545 MW installiert worden. Deutschland dürfte auch im Gesamtjahr 2010 der wichtigste Solarmarkt bleiben, allerdings werde sich im Laufe des zweiten Halbjahres eine deutliche Abschwächung einstellen.


Auch die Nachfrage in Italien sei von Vorzieheffekten geprägt. Dort sollten Einspeisetarife mit Ende des Jahres gekürzt werden, insofern werde die Nachfrage noch bis zum vierten Quartal stark bleiben. In Großbritannien seien im April neue Einspeisevergütungen implementiert worden, was zu einer Belebung des Marktes führen werde.

SolarWorld habe vor allem in Deutschland in Marketing und Vertrieb investiert. So würden neben dem Fachpublikum (Händler usw.) auch gezielt Endkonsumenten angesprochen. Die gestiegenen Marketingausgaben seien mitunter ein Grund für den Anstieg der sonstigen Aufwendungen um EUR 18,9 Mio. auf EUR 67,3 Mio. im ersten Halbjahr 2010 gewesen.

Die Finanzverbindlichkeiten hätten sich (vor allem im langfristigen Bereich) um EUR 553,7 Mio. auf EUR 1,34 Mrd. erhöht. Zu Jahresbeginn sei eine Anleihe in Höhe von EUR 400 Mio. begeben worden. Außerdem sei ein weiterer Teil (EUR 100 Mio.) eines Konsortialkredits abgerufen worden.

Die Solarbranche sei im großen Ausmaß von Subventionen abhängig, die Preisdegression werde zur weiteren Margenerosion führen.

Die Analysten der Raiffeisen Centrobank bewerten die Aktie von SolarWorld mit dem Rating "halten". (Analyse vom 12.08.2010) (12.08.2010/ac/a/t)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.




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