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Conergy nur für Zocker 01.02.2010
Heibel-Ticker
Berlin (aktiencheck.de AG) - Nach Meinung der Experten von "Heibel-Ticker" eignet sich die Conergy-Aktie (ISIN DE0006040025 / WKN 604002) nur für Zocker.
Conergy habe sich nun endlich mit MEMC, dem weltgrößten Hersteller von Siliziumwafern (Siliziumwaffeln, als kleine Scheibchen, die als Rohmaterial für Solarmodule eingesetzt würden), geeinigt. Vor zwei Jahren habe Conergy einen Rahmenvertrag über die Abnahme von Siliziumwafer im Wert von 8 Mrd. USD abgeschlossen. Nach dem anschließenden Preisverfall auf dem Siliziummarkt habe Conergy nachverhandeln können und das Volumen auf 4 Mrd. USD gesenkt.
Seither sei ein erbitterter Preiskrieg auf dem Markt der Solarmodule ausgebrochen, gleichzeitig sei die Nachfrage aufgrund schwerer Finanzierungsbedingungen eingebrochen. Es bestünden weltweit Überkapazitäten an Solarmodulfabriken, während gleichzeitig die Preise purzeln würden. Nach kurzer Zeit sei offensichtlich geworden, dass Conergy weder die vereinbarte Abnahmemenge werde verarbeiten können, noch den vereinbarten Preis werde zahlen können. So habe das Unternehmen mit einer Klage wegen eines wettbewerbswidrigen Abnahmevertrages gedroht. Die Experten von "Heibel-Ticker" nennen das jedoch eine Dummheit, die Conergy begangen hat.
Die nun erfolgte Einigung sei ihrer Einschätzung nach weniger auf den drohenden Rechtsstreit zurückzuführen, sondern vielmehr darauf, dass MEMC Conergy in die Insolvenz drängen könnte, hätte das Unternehmen auf die Vertragserfüllung gepocht. Dann hätte MEMC nur noch ein paar Euro aus der Konkursmasse erhalten. Doch mit der nun gefundenen Einigung bestehe für MEMC die Chance, in den verbleibenden acht Jahren des Rahmenvertrags noch nennenswerte Zahlungen zu erhalten - man habe sich auf maximal ein Viertel der Höhe des zuvor geltenden Rahmenvertrags geeinigt, also auf eine Mrd. USD. Dabei werde der Preis für die Siliziumwafer in Zukunft in Abhängigkeit vom Marktpreis bestimmt.
Der weltweite Wettbewerb und die vergleichbare Qualität der Solarmodule würden dazu führen, dass nur noch über die Masse weitere Preissenkungen erfolgen könnten. Wer am schnellsten am meisten Solarmodule bauen und verkaufen könne, der senke dadurch die Stückkosten und gewinne nicht nur Marktanteile, sondern dränge die Wettbewerber auch noch aus dem Markt. Mit anderen Worten: Man befinde sich in einer absoluten Wachstumsphase des Solarmarktes, ungeachtet der politischen Diskussion in Deutschland und auch ungeachtet der gescheiterten Weltklimakonferenz in Kopenhagen.
Wie Intel in der Chipindustrie mit einem Marktanteil von über 80% an Mikroprozessoren praktisch uneinnehmbar die Führung übernommen habe, so werde auch in der Solarbranche künftig eine sehr kleine Anzahl von Unternehmen die gesamte Welt mit den jeweils modernsten Solarmodulen versorgen. SolarWorld, Q-Cells, First Solar und Yingli Solar würden daher derzeit Milliarden in den Aufbau neuer Fertigungsanlagen investieren.
Conergy produziere mit einer vier Jahre alten Anlage in Frankfurt/Oder. Durch die Einigung mit MEMC könne Conergy nun noch ein wenig weiter produzieren, doch die drückende Last kurzfristig fällig werdender Schulden verhindere eine aggressive Expansionsstrategie, wie sie aktuell erforderlich wäre, um nicht in die Bedeutungslosigkeit abzurutschen.
Mit neuen, größeren und moderneren Fertigungsanlagen würden sich die Stückkosten je Solarmodul deutlich senken lassen und gegen diese auf Wachstum ausgerichtete Strategie der Großen müsse sich nun Conergy mit seiner alten Fabrik behaupten. Dabei würden die Gewinnmargen schmelzen, denn der Preis der Solarmodule sinke. Und dabei würden die Marktanteile schwinden, denn Expansion könne sich Conergy nicht leisten.
Wer nun also Conergy-Aktien kaufen möchte, der sollte dies höchstens als kurzfristige Zockerei betrachten, so die Experten von "Heibel-Ticker". Langfristig habe das Unternehmen in ihren Augen kaum eine Chance, am Markt zu bestehen. Fertigungsanlagen würden nach drei bis fünf Jahren als veraltet gelten und neue Kredite für eine notwendige Erneuerung in Frankfurt/Oder würden erneut die Gewinnmargen von Conergy belasten. (Ausgabe 4 vom 29.01.2010) (01.02.2010/ac/a/t)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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