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18.01.2010
Heibel-Ticker

Berlin (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "Heibel-Ticker" würden sich von der Aktie von Conergy (ISIN DE0006040025 / WKN 604002) trennen.

Mit kurzfristigen Finanzschulden von 236 Mio. Euro habe Conergy auch ohne die Abnahmeverpflichtung von MEMC große Probleme. Nach der x-ten Umstrukturierung sei Conergy in den Augen der Experten eher ein Überlebenskünstler als ein Wachstumsunternehmen. Doch eins nach dem anderen:

In den letzten Tagen sei wieder einmal die Meldung gestreut worden, dass eine Einigung zwischen MEMC und Conergy wahrscheinlich sei. Vor zwei Jahren habe Conergy eine Abnahmeverpflichtung für Siliziumwafer, damals noch der teuerste Bestandteil der Solarmodule, für viele Jahre unterschrieben. Conergy habe sich verpflichtet, Siliziumwafer im Wert von mehreren Mrd. Euro abzunehmen, das Ganze über einen Zeitraum von etwa zehn Jahren.

Seither habe es die Finanzkrise, den gescheiterten Klimagipfel von Kopenhagen und diverse Streichungen und Kürzungen von politischen Förderprogrammen weltweit für die Solarindustrie sowie einen harten Preiskampf mit der billigen Dünnschicht-Solartechnologie gegeben. Die damals vereinbarten Abnahmepreise würde Conergy vermutlich nicht tragen können.

So habe Conergy MEMC verklagt, dass der vereinbarte Vertrag Bedingungen enthielte, die den Vertrag unwirksam machen würden. Seit vielen Monaten würden nun die beiden Vertragpartner verhandeln und MEMC, einer der weltweit größten Anbieter von Siliziumwafern, zeige sich immer wieder gesprächsbereit und kooperativ, doch zu einer Einigung sei es bislang nicht gekommen.


Hier komme man an eine wichtige Frage: Warum sei MEMC gesprächsbereit? Durch das Internet kursiere überwiegend die Meinung, dass MEMC aufgrund des Potenzials der zukünftigen, langfristigen Zusammenarbeit mit Conergy die Beziehung nicht schädigen möchte, sondern lieber eine Einigung finde, mit der beide Unternehmen weiterarbeiten könnten. Daraus, so die vorschnelle Schlussfolgerung, würden Anleger sofort ableiten, dass Conergy, sollte eine Einigung mit MEMC gelingen, wieder eine rosige Zukunft bevorstehe.

Die Experten würden das anders sehen: Sie könnten sich durchaus vorstellen, dass MEMC fürchten müsse, dass Conergy sofort insolvent sei, wenn MEMC auf die Erfüllung der Abnahmeverpflichtung poche. So versuche der Konzern nun so viel wie möglich aus dem Vertrag herauszuholen, ohne Conergy ans Messer zu liefern.

Wie sehe also das Geschäft von Conergy ohne die MEMC-Abnahmeverpflichtung aus? Nun, der Umsatz sei im 3. Quartal 2009 um 40% zurückgegangen. Gewinne seien nicht vorhanden. Zuletzt sei noch ein wenig Tafelsilber verscherbelt worden: Zwei fertige Solaranlagen seien für "einen zweistelligen Millionenpreis" verkauft worden. Inzwischen würden sich die finanziellen Mittel auf nur noch 4 Mio. Euro belaufen. Dem Jahresumsatz von rund 600 Mio. Euro im Jahr 2009 stünden Nettoverbindlichkeiten von 277 Mio. Euro gegenüber. Der größte Teil davon sei kurzfristig, müsse also innerhalb der nächsten zwölf Monate refinanziert werden.

Kredite seien reichlich vorhanden, die Banken würden gerne Kredite ausgeben, aber sie würden nach der Finanzkrise nunmehr wesentlich höhere Sicherheiten dafür verlangen. Ergebnis der Solarstudie der Experten sei gewesen, dass der Solarmarkt nun in eine Phase eintrete, in der die großen Unternehmen die Flucht nach vorne antreten müssten: Wachsen, was das Zeug halte, um dank großer Produktionskapazitäten niedrige Stückpreise anbieten zu können. Conergy könne froh sein, wenn es nicht durch MEMC ans Messer geliefert werde. Aber Kapital für eine Expansion stehe den Hamburgern dadurch noch lange nicht zur Verfügung. Vielleicht, die Experten würden damit bestenfalls meinen, würden sie die Refinanzierung ihrer kurzfristigen Schulden schaffen, dadurch könnten sie aber keinen Cent investieren.

Conergy sei ein Überlebenskünstler, der das Geschäftsmodell je nach Markt- und politischer Stimmung beliebig anpasse. Die Experten könnten sich nicht vorstellen, dass man damit langfristig Erfolg habe.

Hätten die Experten von "Heibel-Ticker" die Conergy-Aktien, so würden sie die Euphorie über eine eventuelle MEMC-Einigung dazu nutzen, sich von ihren Aktien zu trennen. (Ausgabe 2 vom 15.01.2010) (18.01.2010/ac/a/t)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.




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