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Conergy verkaufen 20.11.2008
SES Research
Hamburg (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von SES Research, Dr. Karsten von Blumenthal, bewertet die Aktie von Conergy (ISIN DE0006040025 / WKN 604002) unverändert mit dem Rating "verkaufen".
Der für die Kapitalerhöhung von circa EUR 400 Mio. vorgelegte Wertpapierprospekt lege verschiedene hohe Risiken offen, die eine positive Geschäftsentwicklung stark beeinträchtigen könnten. Neben den bekannten Problemen wie Working Capital Management und Großprojektrisiko stünden insbesondere der Waferlieferungsvertrag und die Solarfabrik im Fokus.
Der Waferlieferungsvertrag mit MEMC enthalte mehrere für Conergy unvorteilhafte Vertragsklauseln: MEMC habe das Recht, Nichtlieferungen in einem Vertragsjahr durch Mehrlieferungen im Folgejahr auszugleichen. Die geringere Menge des einen Jahres könne zur Unterauslastung der Solarfabrik führen, während für die zusätzliche Menge im Folgejahr möglicherweise nicht genügend Verarbeitungskapazität vorhanden sei. Conergy könne den Vertrag nur kündigen, wenn MEMC ihren Lieferverpflichtungen in drei aufeinander folgenden Vertragsjahren nicht ordnungsgemäß nachkomme.
Der bis zum Jahr 2018 laufende Vertrag sehe die Lieferung von kontinuierlich steigenden Wafermengen vor und habe ein Volumen von USD 4 Mrd. In 2018 sollten 629 MWp geliefert werden. Die Wafermengen würden die derzeitige Produktionskapazität der Solarfabrik ab 2011 übersteigen. Conergy wolle sich in Zukunft wieder auf das Downstream-Geschäft konzentrieren und keine zusätzlichen Produktionskapazitäten aufbauen, dürfe die Wafer laut Vertrag aber nicht weiterveräußern. Im Falle der Nichtabnahme der Wafer sei Conergy zu vertraglich festgelegten Zahlungen verpflichtet (Take or Pay). Einziger Ausweg aus der Überversorgung dürfte die Auftragsfertigung durch Dritte sein.
Der Vertrag sehe einen jährlich sinkenden Festpreis für die Wafer vor. Preisanpassungen an die Marktentwicklung oder Preisneuverhandlungen seien nicht vorgesehen. Sinken die Waferpreise in Zukunft stärker, büße Conergy an Wettbewerbsfähigkeit ein. Die daraus entstehenden finanziellen Nachteile sollten das zukünftige Ertragspotenzial empfindlich beeinträchtigen.
Die Solarfabrik in Frankfurt/Oder, die eine Produktionskapazität von 250 MWp erreichen solle, dürfte Conergys Sorgenkind bleiben: Statt Anfang 2008 dürfte die Fabrik erst Ende 2009 die volle Produktion erreichen. Bisher scheine Conergy beim ramp-up überfordert gewesen zu sein: Neben Engpässen bei der Rohstoffversorgung hätten aufwändigere und komplexere EDV-Steuerungs- und Testverfahren sowie Verzögerungen bei der Anlieferung und Inbetriebnahme der Anlagen dazu geführt, dass der Zeitplan nicht eingehalten worden sei.
Bisher sei der Produktionsausschuss noch relativ hoch gewesen. Im Solarzellbereich habe Conergy Schwierigkeiten, die Zellproduktion auf die differierende Waferqualität unterschiedlicher Hersteller anzupassen, außerdem würden die Produktionsanlagen noch nicht die angestrebte Prozessstabilität besitzen. Die Auslastung der Modulfertigung habe zum 30.09.2008 bei circa 20% und der Zellfertigung bei 10% gelegen. Die aufgebauten Wafersägekapazitäten könnten nicht für die MEMC-Lieferungen genutzt werden, da MEMC bereits Wafer liefere.
Die im Wertpapierprospekt angeführten Risiken würden insbesondere bei zwei Themenkomplexen erheblich erscheinen: Der Waferliefervertrag und die Solarfabrik. Die Risiken seien eine Bestätigung der ausgesprochenen Verkaufsempfehlung. Hinzu komme, dass der Kurs der Aktie gegenwärtig deutlich höher sei als der Wert der jungen Aktien auf der Basis des aktuellen Preises der Bezugsrechte. Während der Aktienkurs am 19.11.2008 bei EUR 1,74 gelegen habe, habe der Preis des Bezugsrechts EUR 0,75 betragen. Dies impliziere einen Preis der jungen Aktien von nur EUR 1,17. Dies dürfte die Kursentwicklung weiter belasten. Das Kursziel auf der Basis eines DCF-Modells bleibe bei EUR 0,80.
Nach Ansicht der Analysten von SES Research ist die Aktie von Conergy weiterhin ein klarer Verkauf. (Analyse vom 20.11.2008) (20.11.2008/ac/a/t)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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