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Conergy verkaufen 21.12.2007
SRH AlsterResearch
Westerburg (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von SRH AlsterResearch, Thorsten Grübling, empfiehlt die Aktie von Conergy (ISIN DE0006040025 / WKN 604002) zu verkaufen.
Conergy befinde sich in einem Prozess tief greifender Veränderungen. Die momentane Situation sei aufgrund zahlreicher Unsicherheiten über den kurz- und mittelfristigen Erfolg der Restrukturierungsbemühungen schwierig zu bewerten, zumal der Ausblick auf die globale Nachfrage- und Preisentwicklung des gesamten PV-Sektors - Conergys Kerngeschäft - bei stark steigendem Angebot mit vielen Fragezeichen versehen sei.
Folgende Fragen seien offen:
Könne das Working Capital zum Jahresende deutlich gesenkt werden? Liege die Fertigstellung laufender Projekte zum Jahresende im Plan? Seien die Materiallieferungen planmäßig eingetroffen? Sei die Schneelage in Südeuropa hinderlich gewesen?
Die non-PV-Bereiche Bioenergie und Solarthermie (inkl. Wärmepumpen) sollten veräußert werden, was max. 10% der Konzernumsätze entsprechen dürfte. Allein dadurch könne das hohe Working Capital jedoch kaum entlastet werden, denn der größte Belastungsfaktor der angespannten Liquidität - das Projektgeschäft mit Wind- und Solarparks - werde fortgeführt. Zu beachten sei außerdem eine Anzahlung in Höhe von 25 Mio. EUR an MEMC (für Wafer-Lieferungen ab Juli 2008), die im Januar fällig werde.
Bis Ende Februar 2008 müsse Conergy das Bankensyndikat überzeugen, die eingeräumte Kreditlinie fortzuführen. Eine Kapitalerhöhung scheine derzeit unabwendbar. Nur ein starker Abbau der Forderungen bzw. hohe Verkaufserlöse für die abzugebenden Sparten könnten helfen.
Wie hoch werde der Output der Modul-Fabrik in Frankfurt/Oder in 2008 sein? Zu welchem Preis könnten die noch benötigten Rohstoffe beschafft werden? Die erhoffte Margensteigerung durch die eigene Produktion werde erst gelingen, wenn nach erfolgreichem Ramp-up auch ausreichend günstiges Ausgangsmaterial vorhanden sei. Der erhoffte Margenbeitrag aus der Wafer-Produktion falle durch die Stilllegung des Produktionsschrittes bis auf weiteres weg.
Wie hoch würden die Kosten des Restrukturierungsprogramms sein? Werde es Conergy gelingen, enttäuschte Mitarbeiter zu halten, die genügend Alternativen bei expandierenden Wettbewerbern vorfinden würden? Um eine erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens mit qualitativ guten Fachkräften zu gewährleisten, drohe bei anstehenden Kostensenkungen ein gewisses Dilemma.
Wie sinnvoll sei die teure und aufwändige SAP-Einführung vor dem Hintergrund einer im Umfang reduzierten Holdingstruktur?
Die Analysten hätten für den Umsatz 2008e einen Abschlag von 25% zum Vorjahr vorgenommen, mit dem sie die wegfallenden non-PV Umsätze, allgemein sinkende Preise für Solarmodule, eine schwierige Vertriebssituation der Marke Conergy sowie den erwarteten Rückzug aus einigen unreifen Auslandsmärkten berücksichtigen würden. Sie würden neben den erheblichen Nettoverlusten 2007e auch für 2008e ein negatives Ergebnis erwarten. Einen Turnaround würden sie erst für das Jahr 2009 für wahrscheinlich halten.
Otto Happel habe seine zusätzliche Option zum Erwerb von knapp 25% der Aktien erst zu einem kleinen Teil wahrgenommen und halte momentan etwa 5,08%. Jede Meldung einer weiteren Teilausübung wäre potenziell kurstreibend. Auf diese Weise würde Herr Happel gleichzeitig seinen durchschnittlichen Einstandskurs durch den vermutlich sehr niedrigen Basispreis der Option senken. Die momentane Zurückhaltung Happels interpretiere man allerdings als Indiz für die schwierige Situation sowie die intransparenten Aussichten des Unternehmens.
Die Folge dieser Black Box mit darin schwirrenden Schlagwörtern von Übernahme bis Insolvenz sei eine hohe Volatilität der Aktie mit kurzfristigem Spekulations-Charakter. Mehr Klarheit erwarte man im Rahmen einer Analystenkonferenz Ende Januar 2008, auf der Conergy auch eine eigene Guidance für die Geschäftsentwicklung vorstellen dürfte.
Die Bewertung des Unternehmens sei aufgrund der unklaren Aussichten mit hohen Unsicherheiten behaftet. Man erwarte, dass regelmäßig aufflackernde Kursfantasien - getrieben durch Übernahme- bzw. Zerschlagungsgerüchte - im Rahmen anstehender Quartalsberichte von der schwierigen operativen Geschäftsentwicklung gedämpft würden. Aufgrund zahlreicher Unsicherheiten in Bezug auf die Equity story von Conergy bleibe man zunächst skeptisch. Die Analysten würden die Hoffungen auf einen schnellen Turnaround des Unternehmens als verfrüht ansehen.
Auf aktuellem Niveau sehen die Analysten von SRH AlsterResearch die Conergy-Aktie im Vergleich zu deutschen Wettbewerbern als überbewertet an, senken ihr Kursziel von 25,00 auf 15,00 EUR und stufen den Titel mit "verkaufen" ein. (Analyse vom 21.12.2007) (21.12.2007//a/t)
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