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mobilcom halten 07.06.2006
SES Research
Westerburg, 7. Juni 2006 (aktiencheck.de AG) - Jochen Reichert, Analyst von SES Research, stuft die Aktie von mobilcom (ISIN DE0006622400 / WKN 662240) weiterhin mit "halten" ein.
Am 20.06.2006 finde die mündliche Verhandlung vor dem Landgericht Kiel betreffend des beschleunigten Freigabeverfahrens der Verschmelzung von mobilcom und freenet.de zu telunico statt. Die Analysten würden davon ausgehen, dass innerhalb von vier bis sechs Wochen nach der mündlichen Anhörung eine Entscheidung des Landgerichts Kiel erfolgen dürfte. Unabhängig davon wie die Entscheidung ausfallen sollte, hätten die beteiligten Parteien die Möglichkeit, gegen die Entscheidung vor dem Oberlandesgericht Kiel Widerspruch einzulegen. Man erwarte dann die Entscheidung des Oberlandesgerichtes über das beschleunigte Freigabeverfahren spätestens gegen Oktober/November 2006.
Am 08.05.2006 sei mobilcom ein Beschluss des Landgerichts Kiel zugegangen. In diesem habe das Landgericht Kiel nach vorläufiger Bewertung Bedenken gegen die sofortige Freigabe der Verschmelzung geäußert. Das Landgericht bezweifle das Vorliegen eines vorrangigen Eintragungsinteresses und stelle die Wirksamkeit des Zustimmungsbeschlusses der Hauptversammlung von mobilcom zum Vergleich mit France Télécom im Januar 2003 sowie deswegen auch die Wirksamkeit des Vergleichs selbst infrage. Aufgrund der rechtlichen Unsicherheiten hätten die Analysten die Aktie am 09.05.2005 von "kaufen" auf "halten" zurückgestuft.
Die positiven Effekte, die aus einer Verschmelzung von mobilcom und freenet.de resultieren würden, hätten die Analysten bereits mehrmals dargelegt. Diese seien insbesondere die schnellere Nutzung der mobilcom-Verlustvorträge in Höhe von ca. 3 Mrd. EUR, kostenseitige, vertriebliche und produktseitige Synergien sowie Cross Selling Potenzial. Darüber hinaus gehe der Vorstand derzeit davon aus, Bewertungsreserven von bis zu 1 Mrd. EUR realisieren zu können. Dies würde den Spielraum für die Aufnahme von Fremdkapital deutlich erhöhen. Ein Leverage der Kapitalstruktur würden die Analysten als wahrscheinlich erachten (derzeit habe die Gesellschaft keine nennenswerten Finanzschulden). Sie würden davon ausgehen, dass bei Ankündigung der Feigabe der beschleunigten Eintragung, die Marktwerte von freenet.de und mobilcom deutlich zunehmen würden.
Daher sollte der Fokus auf die Fragen gelegt werden, ob es einen Zeitpunkt gebe, zu welchem die beteiligten Unternehmen die Verschmelzung abbrechen würden und welche strategischen Optionen bleiben würden, wenn keine Freigabe für eine beschleunigte Freigabe für die Verschmelzung erfolge. Sollte bis Ende des Jahres noch keine Freigabe erfolgt sein und sich abzeichnen, dass kurzfristig keine Freigabe erfolgen dürfte, würden die Analysten davon ausgehen, dass beide Unternehmen aufgrund der rechtlichen Unsicherheiten den Verschmelzungsprozess abbrechen würden. Aus der Sicht der Analysten wäre dann eine sinnvolle denkbare Alternative für mobilcom, den freenet.de-Anteil von knapp über 50% zu veräußern.
Unter strategischen Gesichtspunkten gebe es eine Reihe von Unternehmen, für die die freenet.de-Aktivitäten eine sinnvolle Ergänzung darstellen würden (z.B. Arcor, Hansenet/Telecom Italia, United Internet). Gegenwärtig sei mobilcom mit knapp 1,1 Mrd. EUR bewertet. Der mobilcom-Konzern habe per 31.03.2006 460 Mio. EUR liquide Mittel in der Bilanz gehabt. Das bedeute, dass die Mobilfunkaktivitäten sowie die anteiligen freenet.de-Akivitäten gegenwärtig mit knapp 640 Mio. EUR bewertet seien. Unter der Voraussetzung, dass mobilcom mit den Mobilfunkaktivitäten das Ziel der EBITDA-Maximierung betreiben würde (in anderen Worten: ein starkes Zurückfahren der Neukundenakquise), so müssten die Mobilfunkaktivitäten ein EBITDA von mindestens 80 Mio. EUR generieren. Für die Mobilfunkaktivitäten würden die Analysten ein EV/EBITDA Multiplikator von 4,0 bis 5,0 als vernünftig erachten.
Daraus würde sich eine faire Bewertung für das Mobilfunkgeschäft von 320 Mio. EUR bis 400 Mio. EUR ergeben. Daraus folge, dass der freenet.de-Anteil von mobilcom aktuell eine Bewertung von knapp 140 Mio. bis 220 Mio. EUR erhalte. Diese erachte man trotz der operativen Risiken (Schmalbandlastigkeit, Call-by-Call-Geschäft, niedrige DSL-Neukundenakquise), als deutlich zu gering (zumal der freenet.de-Anteil von mobilcom gegenwärtig eine Marktkapitalisierung von ca 500 Mio. EUR aufweise).
Die Analysten von SES Research würden den Schluss ziehen, dass spätestens Richtung Herbst die Marktbewertungen von mobilcom und freenet.de deutlich anziehen müssten. Entweder komme die Verschmelzung mit ihren hinreichend bekannten Effekten oder die Verschmelzung werde als gescheitert erklärt, was aus der Analystensicht unter ökonomischer Betrachtungsweise zu einer Veräußerung von freenet.de führen sollte. Selbst ohne Veräußerung von freenet.de und ohne Verschmelzung habe die mobilcom-Aktie ihr faires Niveau unterschritten.
Die Analysten würden ihr Rating noch auf "halten" lassen und die mündliche Anhörung sowie die dann folgenden Stellungnahmen abwarten. Darüber hinaus würden sie ihre Prognosen überarbeiten und davon ausgehen, auf der Nettogewinnebene ihre Prognosen um ca. 5% zu reduzieren. Ein Grund hierfür sei, dass freenet.de in Q1/06 die Marketing- und Vertriebsaufwendungen für DSL-Neukunden erhöht habe. Man erwarte, dass auch in den Folgequartalen mit erhöhten Vertriebsaufwendungen zu rechnen sei. Schließlich würden die Analysten erwarten, dass die Aufwendungen für die Bruttoneukundenakquise im Mobilfunkgeschäft im zweiten Halbjahr das Ergebnis stärker belasten dürften als bisher von ihnen in ihren Prognosen antizipiert.
Die Analysten von SES Research belassen ihr Rating für die Aktie von mobilcom bei "halten". Das Kursziel liege bei 22,45 EUR.
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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