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Borussia nicht zeichnen 26.10.2000
Aktienservice Research
Die Analysten von Aktienservice Research empfehlen derzeit die Aktie von Borussia Dortmund (WKN 549309) nicht zu zeichnen.
Der BVB sei im Laufe der Zeit von einem rustikalen Arbeiter- und Kicker-Verein zu einem modernen und professionell geführten europäischen Spitzenclub avanciert. Der BVB, zweifellos einer der – wenn nicht der – traditionsreichsten Sportvereine Deutschlands, wage als erster Fußballverein in Deutschland den Börsengang. Borussia Dortmund sei Mitglied des G 14, einem Zusammenschluss der 14 sportlich erfolgreichsten Fußballvereine Europas.
Borussia Dortmund verzeichne rund 11.000 Mitglieder und eine weitaus größere Zahl enthusiastischer Fans in ganz Deutschland. Im Durchschnitt würden die BVB-Heimspiele im Westfalenstadion von rund 59.000 Zuschauern besucht – mehr als bei jedem anderen Bundesliga-Verein. Diese treue Fangemeinde stelle im übertragenen Sinne das bedeutendste Kapital des BVB dar.
Schwerpunkt der geschäftlichen Aktivitäten von Borussia Dortmund sei die wirtschaftliche Nutzung und Erschließung von Einnahmequellen, die im Rahmen des Profifußballs generiert würden. Der größte Teil der Erlöse entfalle auf die Vermarktung von TV-Rechten, Eintrittskarten sowie auf Werbeeinnahmen. Eine zunehmend stärkere Bedeutung komme der Vermarktung des Markennamens zu.
Größtes Risiko bleibe ungeachtet allen lobenswerten Strebens nach höheren Einnahmen aus neuen Geschäftsfeldern die große Abhängigkeit von den sportlichen Erfolgen. Dies hätten weltweit auch schon 32 andere Fußballvereine versucht, die bereits börsennotiert seien. Von diesen sei es bisher nur wenigen gelungen, den Aktienkurs auf oder über dem Ausgabekurs zu halten, die meisten würden weit darunter notieren, wobei sich sportliche Misserfolge deutlich in der Kursentwicklung niederschlagen würden, während Erfolge meist nur kurze Kursimpulse nach sich ziehen würden.
Auch hinsichtlich der Bewertung werde Rückschlagspotenzial ersichtlich. Hierbei würden der BVB und die Emissionsbanken die Gunst der Stunde im Hinblick auf die Börsengangs-Euphorie um den ersten deutschen Börsengang eines Fußballvereins und die besondere Treue der umfangreichen Fanbasis nutzen. Denn im europäischen Vergleich läge der BVB mit einer Marktkapitalisierung von 260 Millionen Euro an Position Nr. 4, nach den unangefochtenen Branchenführern Manchester United (1 Milliarde Euro), Lazio Rom (320 Millionen Euro) und AS Rom (315 Millionen Euro).
Neben der im Wettbewerbsvergleich durchaus üppig ausgefallenen Marktkapitalisierung sei der Breakeven voraussichtlich frühestens im Geschäftsjahr 2002/2003 mit einem EPS von rund 0,3 Euro zu erwarten. Dies würde einem 2003e-KGV von rund 43 entsprechen, was ebenfalls kaum als preiswert zu bezeichnen sei.
Angesichts der hohen Abhängigkeit von zum Teil wenig beeinflussbaren sportlichen Erfolgen, der hohen Bewertung und der ebenfalls voraussichtlich hohen Volatilität – und in Anbetracht der überwiegend negativen Performance europäischer Konkurrenten – werde schnell ersichtlich, dass das Papier für ein strategisches Investment nicht in Frage komme.
Im Wettbewerbsvergleich positiv erwähnt werden müsse dabei, dass der Profifußball in Deutschland eine außergewöhnlich hohe Bedeutung mit rasant wachsender Tendenz genieße, wobei auch die Medienpräsenz in einer breiten Bevölkerungsschicht besonders ausgeprägt sei. Langfristig Erfolg verspreche auch der Markenname Borussia Dortmund, auf dessen Basis sich der Ausbau des Merchandisinggeschäftes schnell vorantreiben lassen dürfte.
Das Papier sollte Liebhabercharakter genießen, für ein strategisches Investment sei die Aktie hingegen völlig ungeeignet. Außer Frage stehe jedoch in positiver Hinsicht, dass die erste deutsche Fußballaktie den Kurszettel bereichern und der Börse eine völlig neue und breitgefasste Aktionärsschicht erschließe. Der BVB-Börsengang sollte daher als interessante Bereicherung der deutschen Börsenlandschaft betrachtet werden. Handlungsbedarf sehe Aktienservice Research für renditeorientierte Anleger allerdings nicht.
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