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Rücker keine hohen Gewinne


05.05.2000
GoingPublic-Online

Die Analysten von GoingPublic spekulieren bei Rücker (WKN 704110), falls die Zuteilung am oberen Ende der Bookbuildingspanne erfolge, dass es wahrscheinlich sei, dass der Anleger Rücker-Aktien über die Börse günstiger erwerben könne.

Vom 5. bis 11. Mai könnten die Aktien des Ingenieurdienstleisters Rücker AG gezeichnet werden. Die Preisspanne liege zwischen 18 und 21 Euro.

Unter der gemeinsamen Führung der Landesbank Baden-Württemberg und der Commerzbank würden 2.177.500 Inhaber-Stammaktien, davon 327.500 aus dem Besitz eines Altaktionärs, am Neuen Markt platziert. Zusätzlich stehe ein Greenshoe in Höhe von 326.625 Aktien aus einer Kapitalerhöhung zur Verfügung. Weitere Mitglieder im Konsortium seien M.M. Warburg sowie die Privatbankiers Hauck Aufhäuser. Die Erstnotiz solle am 16. Mai erfolgen.


Die bereits 1970 von Wolfgang Rücker gegründete Rücker AG aus Wiesbaden übernehme Design- und Entwicklungsdienstleistungen für die Automobil- und Luftfahrtindustrie sowie die Elektronik- und Informationstechnologie. Mit spezieller Design-Software (CAD) entwerfe der Dienstleister heute komplette Fahrzeugteile - bis hin zum "virtuellen" Prototypen. Um den Vorsprung in der virtuellen Produktentwicklung weiter auszubauen, habe Rücker erst im April eine eigene IT-Management-Tochter gegründet. Künftig sollten die Bereiche Elektronik und Kommunikation sowie Umweltsimulation und Fahrzeugsicherheit an Bedeutung gewinnen. Die aus dem Börsengang zufließenden Mittel sollten zu einem Drittel in den Ausbau der Technologie fließen. Ein weiteres Drittel sei für die internationale Expansion vorgesehen. Mit dem Rest würden u.a. Akquisitionen getätigt werden.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr habe das mit 40 Standorten in 12 Ländern vertretene Unternehmen den Umsatz um 27,8 % auf 91,2 Mio. Euro steigern können. Den größten Anteil des Umsatzes trage derzeit noch mit über 70 % der Automobilbereich bei. Das EBIT habe 1999 rund 10,2 Mio. Euro betroffen. Für die kommenden Jahre sei ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 25 % geplant. Rücker beschäftige zur Zeit etwa 1.400 Mitarbeiter rund um den Globus.

Nach einem Ergebnis je Aktie von 0,59 Euro im Jahr 1999 solle dieses um 38 % auf 0,81 Euro steigen. Für das Jahr 2001 sei eine weitere Steigerung des Gewinns/Aktie sogar um 50 % auf 1,22 Euro geplant. Bei einem Emissionspreis in einer Spanne von 18 bis 21 Euro liege das 01er KGV zwischen 14 und 17. Mit dieser Bewertung liege Rücker in der Bandbreite vergleichbarer Unternehmen, wie z.B. der am Neuen Markt notierten Bertrandt AG (KGV 14) oder der italienischen Italdesign (KGV 17). Größtes Risiko bei einem Investment in Rücker Aktien bleibe die hohe Abhängigkeit von der Automobilindustrie. Blieben hier Aufträge aus, wie jüngst bei der Bertrandt AG geschehen, schlage dies direkt auf die Ertragssituation durch.

Hohe Zeichnungsgewinne seien nicht zu erwarten. Ein Investment lohne daher nur für langfristig orientierte Anleger.




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