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buch.de durchschnittlich


25.10.1999
EURO am Sonntag

Das Rating „durchschnittlich“ vergeben die Anlageexperten von EURO am Sonntag für die Aktien der buch.de AG (WKN 520460).

Der Vormarsch der elektronischen Medien sei nicht zu stoppen. Das Ende des gedruckten Wortes sei deshalb schon oft heraufbeschworen worden. Bisher sei das Aussterben von Büchern allerdings nicht in Sicht. Ganz im Gegenteil:

Gerade im Internet gehörten Bücher zu den am meisten gehandelten Waren. In diesem Jahr dürfte der gesamte Umsatz mit online verkauften Druckwerken rund 200 Millionen Mark erreichen. Innerhalb der nächsten drei Jahre werden sich nach Expertenmeinung die Online-Bucherlöse in Europa fast verfünffachen. Die Entwicklung am Markt sei derzeit so spannend wie ein packender Krimi.

Amazon.com, der Pionier aus den USA, habe bereits auf dem alten Kontinent Fuß gefasst. Etablierte Verleger und Buchhändler wie der Medienriese Bertelsmann versuchten nun mit millionenschweren Marketingetats ihre Pfründe zu verteidigen. Im wettbewerbsintensiven Spiel der Giganten möchte künftig auch ein heute noch recht kleiner E-Commerce-Anbieter kräftig mitmischen:


Das Unternehmen buch.de. Hinter dem Unternehmen mit der einprägsamen Internet-Adresse stünden unter anderem 30 kleinere Verlage und 20 Buchhändler. Dazu gehöre mit einem Anteil von 19 Prozent auch Phönix-Montanus, eine Tochter der Douglas-Handelsgruppe. Derzeit setze das Unternehmen am Tag gut 30 000 Mark um, der durchschnittliche Bestellwert liege bei rund 50 Mark. Von dem beginnenden Weihnachtsgeschäft erhoffe sich buch.de einen kräftigen Aufschwung. Das Unternehmen glaube, mindestens 3 Trümpfe in der Hand zu halten, so EURO am Sonntag:

1. Die mit Abstand größte Datenbank der in Deutschland aktiven Anbieter. Bei den über vier Millionen Titeln sei ein besonders großer Anteil teurer Fachliteratur enthalten.

2. Eine schnelle Suchmaschine

3. Die Kooperation mit der Buchhandelskette Montanus, die schnelle Auslieferung und niedrige Einkaufspreise gewährleiste.

Das Unternehmen belege mit einem Marktanteil von rund 2,5 Prozent derzeit noch Rang 4 unter den deutschen Online-Buchhändlern. Ziel sei, die Nr. 3, die ebenfalls am Neuen Markt gelistete buecher.de, möglichst schnell zu überholen. Dass der buch.de-Aktie allerdings ein ähnlich rasanter Start gelinge, wie ihn der Erzrivale buecher.de bei Börseneinführung im Juli hingelegt habe, sei allerdings kaum zu erwarten. Dafür habe sich die Euphorie für Internetwerte zu sehr verflüchtigt, so EURO am Sonntag.




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