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Praktiker im Fokus


10.11.2005
Finanzwoche

Nach Ansicht der Experten der "Finanzwoche" bietet die Aktie von Praktiker (ISIN DE000A0F6MD5 / WKN A0F6MD) auf Basis der Bookbuilding-Spanne kein ausgegorenes Chance/Risiko-Verhältnis.

Vor fast exakt zehn Jahren, im September 1995, sei die Praktiker-Aktie schon einmal emittiert worden. Anschließend habe sich der Kurs gedrittelt. Man frage sich, warum die Muttergesellschaft METRO die noch vor drei Jahren zum Sanierungsfall verkommene Tochter nun wieder mehrheitlich an die Börse bringen wolle. Des weiteren könne man sich auch fragen, warum Konkurrent Hornbach ursprünglich nur an einzelnen Standorten von Praktiker interessiert gewesen sei und angebliche ausländische Bieter, wie Home Depot oder Kingfisher, überhaupt nicht zugegriffen hätten.


Andererseits müsse aber auch erwähnt werden, dass Praktiker heute ein deutlich besseres Bilanzbild biete, als es noch vor zehn Jahren geboten habe. Interessant erscheine auch der Ansatz, dass die Gesellschaft unter den deutschen Baumärkten durch eine extreme Straffung des Produktsortiments eine preisaggressive Discount-Strategie durchzusetzen versuche. So durchdacht dieser Ansatz seine möge, so schwierig dürfte aber auch der Weg zu einer erfolgreichen Umsetzung sein. Das Unternehmen habe zwar in den vergangenen beiden Jahren im Inland ein beachtliches und weit über dem Branchendurchschnitt liegendes flächenbereinigtes Umsatzwachstum erzielen können (10,8% bzw. 3,4%). Allerdings unter anderem deshalb, weil jeweils deutlich mehr Standorte geschlossen worden seien, als Neue eröffnet worden seien.

Auch die mutige Osteuropa-Strategie von Praktiker (22% Umsatzanteil) gebe bei kritischem Hinsehen kaum Anlass zur Euphorie. Seit Jahren stagniere die Flächenproduktivität nahezu und der Umsatz habe je Mitarbeiter sogar sukzessive nachgelassen.

Selbst auf Basis der unteren Bookbuilding-Spanne (16 EUR) bewege sich Praktiker mit einem EV/EBITDA mit einem Multiplikator von knapp 7 nur im Bereich des Branchendurchschnitts. Auf Grund der erläuterten Margen- und Produktivitätsrückstände müsste die Praktiker-Emission allerdings einen beträchtlichen Bewertungsabschlag aufweisen, um dem Anleger wirklich Zeichnungsanreize zu bieten. Hinzu komme, dass im Hinblick auf eine wahrscheinliche (deutliche) Mehrwertsteuererhöhung eine zusätzliche Risikoprämie angebracht erscheine.

Nach Ansicht der Experten der "Finanzwoche" bietet die Praktiker-Aktie auf Basis der Bookbuilding-Spanne kein ausgegorenes Chance/Risiko-Verhältnis.




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