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Borussia Dortmund verkaufen


16.03.2005
Independent Research

Die Analysten von Independent Research empfehlen weiterhin, die Aktien von Borussia Dortmund (ISIN DE0005493092 / WKN 549309) zu verkaufen.

Das Unternehmen habe ein Sanierungskonzept mit den Molsiris-Fondszeichnern vereinbart.

Dieses sehe vor, dass Borussia Dortmund 42,8% der Anteile an der Westfalenstadion Dortmund GmbH & Co. KG für 42,85 Millionen Euro zurückkaufen werde. Damit solle die Stadionmiete deutlich sinken. Finanziert werde der Kauf durch die Freigabe eines verpfändeten Bardepots in Höhe von rund 52 Millionen Euro. Entsprechend würden aber auch geringere Zinserträge anfallen.


Insgesamt gehe man aber von einem deutlich positiven Effekt auf die Gewinn- und Verlustrechnung aus. Zudem hätten die Analysten in ihren Schätzungen die aktuelle Guidance des Unternehmens in Bezug auf die erwarteten Kosten des Spielerkaders für 2005/2006e und 2006/2007e von 28,5 Millionen Euro bzw. 24 Millionen Euro herangezogen. Am Ende der laufenden Spielzeit sollten den Verein ein bis zwei Spieler verlassen, die dem Verein 10 bis 15 Millionen Euro einbringen sollten. Man halte diese Zielvorgabe für ambitioniert. Der Personalabbau plausibilisiere zwar die angestrebten rückläufigen Kosten für den Spielerkader, allerdings würden hierdurch auch die sportlichen Perspektiven eingeschränkt.

Insgesamt rechne man ab 2005/2006 mit deutlich geringeren Nettoverlusten und erhöhe die EPS-Schätzung für 2005/2006 auf -0,71 Euro und für 2006/2007 auf -0,14 Euro. Zusätzlich sei vereinbart worden, dass die Stadionmiete für zwei Jahre ausgesetzt werden solle. Hieraus würden sich positive Effekte auf den Cash-Flow ergeben. Daher halte man die Einschätzung des BVB, wonach die verbleibenden frei werdenden Mittel aus dem Bardepot von knapp 9 Millionen Euro ausreichen würden, um die laufende Saison durchfinanzieren zu können, für realistisch. Man rechne in diesem Zeitraum mit operativen Mittelabflüssen von rund 7 Millionen Euro. In 2005/2006 und 2006/2007 könne sogar ein positiver operativer Cash-Flow erreicht werden. Die Voraussetzung sei aber weiterhin eine massive Reduktion der laufenden Kosten, die man zwar für möglich, aber als noch nicht abgesichert ansehe. Gerade in der ambitionierten Planung zur Entwicklung der Spielerkosten sehe man erhebliches Unsicherheitspotenzial.

Durch die Stundung der Stadionmiete würden zudem die Verbindlichkeiten steigen. Man habe das auf Substanzwerten basierende Bewertungsmodell aktualisiert und erwartete Stille Reserven des Stadions einbezogen. Zudem habe man den Risikoabschlag auf den Substanzwert von 50% auf 40% reduziert. Die Bewertung ergebe zum 16. März 2005 einen geschätzten Substanzwert von 2,21 Euro. Daher erhöhe man das Kursziel von 1,76 Euro auf 2,20 Euro.

Die Analysten von Independent Research empfehlen weiterhin, die Aktien von Borussia Dortmund zu verkaufen.




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