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Splendid Medien Underperformer 13.08.2004
Stadtsparkasse Köln
Die Analysten der Stadtsparkasse Köln bewerten die Splendid Medien-Aktie (ISIN DE0007279507 / WKN 727950) mit "Underperformer".
Seit der Trennung von der Produktionstochter Splendid Pictures konzentriere sich Splendid wieder auf seine ursprünglichen Kerngeschäftsfelder Lizenzhandel, Home Entertainment und Postproduktion. Beim Einkauf von Filmlizenzen liege der Fokus auf Filmen im mittleren Budget-Bereich (10 bis 20 Mio. US-Dollar) und dabei auf Titeln, an denen TV-Sender bereits im Vorfeld ihr Interesse bekundet hätten und bei denen der Rückfluss eines wesentlichen Teils der investierten Mittel als gesichert angesehen werden könne. Angesichts der dynamischen Entwicklung im Home Entertainment seien die Lizenzhandelsaktivitäten in diesem Bereich verstärkt worden; so würden zunehmend Filmlizenzen für die ausschließliche Auswertung in diesem Wachstumsmarkt erworben. Die Ergänzung dieses Geschäftsbereiches mit der Kids for Kids GmbH, die Edutainment- und Family-Entertainment-Programme vermarkte, sei Teil dieser Strategie.
Das erste Quartal 2004 habe im Zeichen des im vergangenen Jahr begonnenen Konsolidierungskurses gestanden. Der Umsatz sei binnen Jahresfrist von 12,2 auf 4,8 Mio. Euro geschrumpft. Im ehemals volumenstärksten Geschäftsbereich Lizenzhandel seien die Umsätze von 9,0 auf 1,8 Mio. Euro gesunken. Größtenteils seien sie aus dem Verkauf von TV-Lizenzen generiert worden. Im Bereich Home Entertainment habe der Segmentumsatz mit 2,5 Mio. Euro in etwa auf dem Niveau des Vorjahres (2,6 Mio. Euro) gelegen, in der Postproduktion seien 0,5 Mio. Euro (Vorjahr: 0,6 Mio. Euro) erlöst worden.
Auf der Ergebnisseite habe Splendid im ersten Quartal den Turnaround vollziehen können. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) habe von -1,2 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum auf 0,1 Mio. Euro gedreht. Während die Segmente Lizenzhandel (0,5 Mio. Euro) und Postproduktion (0,02 Mio. Euro) einen positiven Beitrag geleistet hätten, habe der Bereich Home Entertainment auf EBIT-Basis im Minus (-0,4 Mio. Euro) gelegen. Unter dem Strich habe auf Konzernebene ein Periodenüberschuss von 3.000 Euro nach einem Fehlbetrag von 1,6 Mio. Euro im Vorjahr gestanden. Die liquiden Mittel hätten zum Ende des ersten Quartals 4,2 Mio. Euro betragen.
Die 100%ige Tochtergesellschaft Splendid Film GmbH sei von einem US-Schiedsgericht zur Zahlung von 2,1 Mio. US-Dollar an die Firma Gold Circle Films, Beverly Hills , verurteilt worden. Hintergrund des Urteils seien Nachforderungen von Gold Circle aus der Verwertung des Spielfilms "My Big Fat Greek Wedding". Splendid habe angekündigt, rechtliche Schritte gegen das Urteil zu prüfen. Sollte das Unternehmen dabei keinen Erfolg haben, sei die Liquidität der Splendid Film nach eigenen Angaben gefährdet. Welche Auswirkungen dies auf die gesamte Unternehmensgruppe haben könnte, werde vom Vorstand des Unternehmens derzeit untersucht.
Für das laufende Geschäftsjahr sei Splendid bisher davon ausgegangen gewesen, einen Umsatz zwischen 25 und 30 Mio. Euro, eine EBIT-Marge von 6% und einen Jahresüberschuss zu erzielen. Vor dem Hintergrund des US-Schiedsgerichtsurteils würden diese Ziele nicht mehr erreichbar erscheinen. Splendid werde sich voraussichtlich nach Abschluss der Untersuchungen zum Gesamtjahresausblick äußern. Splendid habe von der Warner Music Group Germany die restlichen 51% der Anteile an der Warner Vision Vertriebs GmbH übernommen. Neben den DVDs und Kaufvideos der Splendid Film werde die Warner Vision Vertriebs GmbH auch weiterhin die Titel der Polyband und der Kids for Kids GmbH vertreiben. Geschäftsführer der Warner Vision Vertriebs GmbH bleibe Alexander Welzhofer.
Das überraschende Urteil des US-Schiedsgerichts gegen die 100%ige Tochter Splendid Film sei eine sehr negative Nachricht für die Splendid Medien AG. Der im vergangenen Jahr eingeschlagene Konsolidierungskurs habe gerade erst begonnen sich für das Unternehmen auszuzahlen, im ersten Quartal diesen Jahres habe Splendid den Turnaround eingeleitet. Entsprechende Rückstellungen habe das Unternehmen für den Prozess nicht gebildet, da das Risiko eines für Splendid ungünstigen Urteils als sehr niedrig eingeschätzt worden sei. Zwar prüfe das Unternehmen derzeit, ob es möglich sei, gegen das Urteil des Schiedsgerichts anzugehen. Sollte es dabei jedoch keinen Erfolg haben, sei die Liquidität der Splendid Film nach eigenen Angaben gefährdet.
Dies dürfte sich entsprechend auch auf die Splendid Medien AG auswirken, in welchem Umfang könne Splendid allerdings selber noch nicht abschätzen. Angesichts des insgesamt recht knappen finanziellen Spielraums der Splendid Medien AG wäre jedoch jeder unerwartete Liquiditätsabfluss negativ für das Unternehmen. Zur Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal habe Splendid noch keine Angaben machen wollen. Die deutsche Kinoauswertung der Filme "Mambo Italiano" und "Ruby & Quentin" sei jedoch enttäuschend verlaufen, was sich in den Zahlen negativ niederschlagen dürfte. Der Halbjahresbericht werde voraussichtlich Ende August veröffentlicht. Auf Grund der derzeitigen Nachrichtenlage sei nicht mehr damit zu rechnen, dass die bisher bekannt gegebenen Jahresziele des Unternehmens erreicht würden. Die Schätzungen werde man überarbeiten.
Die Splendid Medien-Aktie stufen die Analysten der Stadtsparkasse Köln von "Marketperformer" auf "Underperformer" herab.
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