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PrimaCom für Risikobereite 05.07.2004
SdK AktionärsNews
Den Experten von "SdK AktionärsNews" zufolge sollten risikoscheue Anleger die derzeit erzielbaren Kurse der PrimaCom-Aktie (ISIN DE0006259104 / WKN 625910) zum Ausstieg nutzen.
Auf der Hauptversammlung der PrimaCom AG am 08.Juni 2004 sollten die Aktionäre nach den Vorstellungen der Verwaltung umfangreiche Beschlüsse fassen, die de facto zu ihrer Enteignung geführt hätten. Es sollte das operative Geschäft inklusive der Schulden auf eine von J.P.Morgan und der Apollo Management beherrschte Gesellschaft übergehen. Für die Aktionäre sollten nach Durchführung der Transaktion im Bestfall 0,25 Euro je Aktie übrigbleiben, die nach der Liquidation in ungefähr zwei Jahren ausgezahlt werden sollten.
Die Vorstände Jens Kircher und Stefan Schwenkedel seien nach Ansicht der SdK "gekauft " worden und sollten durch einen üppigen "Restrukturierungsbonus", eine millionenschwere Beteiligung am neuen, entschuldeten Unternehmen, und nicht zuletzt durch die Fortführung ihrer Verträge in hohem Maße profitieren. Mit der Drohung der unmittelbaren Insolvenz sollten Aktionäre erpresst werden, den Verträgen zuzustimmen, da sie sonst alles verlieren würden. Die Hauptversammlung, deren Beschlüsse erst um 00.20 Uhr verkündet worden seien, sei jedoch nicht nach diesem Plan verlaufen.
Um das Insolvenzszenario zu unterstreichen, habe der Vorstand ein "Überschuldungs-Gutachten "aus dem Hut gezaubert ,,von dessen Erstellung auch der Aufsichtsrat bis zum Tag der Hauptversammlung nichts wusste. Erstellt worden sei das nur 11 Seiten umfassende Papier, das bei der HV ausgelegen habe, von einer nach Aussagen des Vorstands "in Bewertungsfragen renommierten amerikanischen Gesellschaft " mit dem Namen Kane Reece. Tatsächlich seien das Renommée und die Expertise der Firma eher fraglich. Von wem genau das Gutachten erstellt worden sei, sei unbekannt geblieben, da es handschriftlich, quasi als Unterschrift, lediglich mit dem Unternehmensnamen gekennzeichnet gewesen sei.
Die American Appraisal Associates, eine sehr große unabhängige Beratungsgesellschaft, werfe Kane Reece derzeit öffentlich "Unzuverlässigkeit " vor. Welche Erfahrung die Gesellschaft bei der Bewertung von Kabelfirmen in Deutschland habe, sei fraglich. Schon auf den ersten Blick weise das Gutachten Fehler und fragwürdige Bewertungsmethoden auf, so dass der auf der Hauptversammlung gewonnene Eindruck, es handle sich hierbei wohl um ein bestelltes Gefälligkeitsgutachten, in den Reden der Aktionäre laut geäußert worden sei.
Nach einer stundenlangen hitzigen Diskussion hätten, dank der Mobilisierung zahlreicher freier Aktionäre durch die SdK, bei den Abstimmungen entscheidende Weichenstellungen für eine nun mögliche Zukunft der Gesellschaft geschaffen werden können. Die Abstimmung habe als wichtigste Punkte ergeben: Die Verkaufspläne und die Liquidierung der Gesellschaft seien abgelehnt worden. Die Mehrheit der Hauptversammlung habe dem Vorstand in einem eigens hierfür gestellten Antrag das Vertrauen entzogen. Statt zweier von der Verwaltung vorgeschlagener Aufsichtsräte seien Markus Straub für die SdK und Wolfgang Preuss, der mit noch fast 15% beteiligte Unternehmensgründer, gewählt worden. Einem von der SdK gestellten Sonderprüfungsantrag sei mit Mehrheit der HV stattgegeben worden.
Der neue Aufsichtsrat habe wenige Tage nach der HV in seiner ersten Sitzung als Umsetzung des Vertrauensentzugs durch die Versammlung den Vorstand mit sofortiger Wirkung abberufen. Als neue Vorstände seien Hans Werner Klose und Toni Merin bestellt worden. Nach nur einer Woche hätten die neuen Vorstände mitteilen können, dass das Insolvenzszenario tatsächlich lediglich konstruiert gewesen sei und "keine akute Insolvenzgefahr vorliegt."
Der dreiste Übernahmecoup zu 0,25 Euro habe durch die SdK verhindert werden können. Der Aktienkurs sei um mehr als das Vierfache gestiegen. Da die Unternehmenssituation problematisch und angespannt bleibt, sollten risikoscheue Anleger die derzeit erzielbaren Kurse in der PrimaCom-Aktie zum Ausstieg nutzen, so die Experten von "SdK AktionärsNews". Gelinge die Restrukturierung nachhaltig, könne sich der Aktienkurs künftig noch vervielfachen.
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