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EnBW mitteilfristig interessant


09.06.2000
Wirtschaftswoche heute

Die Analysten des Börseninformationsdienstes „Wirtschaftswoche heute“ nehmen die Aktie der Energie Baden-Württemberg (WKN 522000) genauer unter die Lupe.

Daß Strom zwar gelb, angesichts der gesunkenen Margen derzeit aber nicht golden sei, bekomme auch die Gesellschaft EnBW zu spüren. Obwohl sich der Stromabsatz der Baden-Württemberger im abgelaufenen Jahr um 6,6 Prozent auf 54,7 Milliarden kWh erhöht habe, sei der Umsatz um 1,3 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro zurückgegangen. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sei um 34,2 Prozent auf 556,8 Millionen Euro geschrumpft. Auch bereinigt um Sonderfaktoren, die für ein außerordentlich gutes 1998er Ergebnis gesorgt hätten, verbleibe per Saldo ein Ergebnisrückgang.


Der Preiskampf unter den Stromanbietern werde kurzfristig nicht aufhören, die Karlsruher verfügten aber nach der aufwendigen Einführung von Yello-Strom über die bekannteste Marke. Unter Mitwirkung der Schuhhauskette Salamander, an der EnBW die Mehrheit halte, solle Yello weiter ausgebaut werden.

Sehr viel Raum für Phantasie biete auch der Einstieg des französischen Stromgiganten EdF bei den Badenern. Der Liberalisierungsrückstand des französischen Strommarktes könne zwar Einfluß auf die noch ausstehende Genehmigung der Brüsseler Wettbewerbshüter haben. Für die 25,01-prozentige Beteiligung sollte es aber grünes Licht geben. Eine vollständige Übernahme durch EdF sei unabhängig davon nicht angedacht.

Ganz im Gegenteil solle der Streubesitz an EnBW mittels eines Börsengangs von derzeit nur 1,7 auf 25 Prozent erhöht werden. Die Verbindung mit der EdF beschere den Karlsruhern vor allem Zugriff auf günstigen französischen Strom, was seitens der Kernkraftgegner allerdings argwöhnisch beäugt werde. Dies könnte für Yello zu einem Imageproblem werden.

Insgesamt aber überwiegten die Chancen der Allianz und dürften die EnBW-Aktie auf mittlere Sicht unter Strom setzen, glauben die Strategen.




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