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23.04/17:35 |
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| DE0005103006 |
510300 |
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ADVA Optical Halteempfehlung 15.12.2003
MIDAS Research
Peter Klostermeyer, Analyst von MIDAS Research, sieht in der Aktie von ADVA Optical (ISIN DE0005103006 / WKN 510300) eine Halteempfehlung.
ADVA Optical habe sowohl im 2. Quartal 2003 als auch im 3. Quartal dieses Jahres durchaus positive Ergebnisse vermeldet. Trotz des anhaltend schwierigen Marktumfelds sei bereits in Q2 ein Nettogewinn von 0,02 Euro je Aktie erzielt worden, das Ergebnis für Q3 sei mit EPS von 0,03 Euro sogar nochmals besser ausgefallen. Diese Resultate würden aus Gründen der Vergleichbarkeit bereits Aufwendungen aus Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Aufwendungen für Aktienoptionsprogramme beinhalten.
Die Umsätze hätten sich auch im 3. Quartal - im Einklang mit der Guidance des Managements - in der antizipierten 20-25 Mio. Euro Bandbreite gehalten und sich in Q3 exakt auf 23,03 Mio. Euro (Vorjahr 22,01 Mio. Euro) belaufen. Die Verbesserung der Ergebnisse sei dabei vor allem auf eine erhöhte Kosteneffizienz zurückzuführen. Die Aufwendungen hätten in nahezu allen Bereichen gesenkt werden können, lediglich die Vertriebs- und Marketingkosten hätten sich gegenüber dem Vorjahr merklich erhöht. Letzteres sei nach Erachten der Analysten ein Ausdruck der Tatsache, dass die Gesellschaft nunmehr über ein geschlossenes Produktportfolio verfüge und es vermocht habe, vormals bestehende Lücken beim Vertrieb und Marketing zu schließen.
In Q3 sei es Adva Optical außerdem zum wiederholten Male gelungen, einen positiven Cash-Flow zu erzielen (0,89 Mio. Euro), was in einen Anstieg des Bestandes an liquiden Mitteln auf nunmehr 16,59 Mio. Euro gemündet sei. Als noch wesentlicher würden die Analysten die durch den positiven Free Cash-Flow bedingte Bereinigung der Bilanzverbindlichkeiten bewerten. Sowohl kurzfristige als auch langfristige Verbindlichkeiten seien innerhalb der letzten 12 Monate deutlich gesunken und die Eigenkapitalquote habe sich auf 58,81% von 52,47% im Vorjahresquartal verbessert, womit das ehemals bestehende Insolvenzrisiko nun endgültig abgewendet scheine.
Bei der Entwicklung der Bruttomarge sei die weitere Entwicklung des US-Dollars gegenüber dem Euro besonders sorgfältig zu berücksichtigen. Schon umrechnungsbedingt ergebe sich bei einem steigenden Euro die begründete Gefahr niedrigerer Margen aus dem US-Geschäft (ADVA verfüge über keine lokalen Produktionskapazitäten, die diesen Effekt kompensieren könnten), zusätzlich verschärfe sich auch noch in diesem Segment der Druck durch US-Anbieter (z.B. Nortel), die durch Preisaggressivität Marktanteile zu gewinnen suchen würden. Daher sehe man momentan auch keine Möglichkeit, in Europa Preisaufschläge zu fordern und damit kaum Chancen die Bruttomarge deutlich zu steigern. Ebenso sollten die Möglichkeiten zu einer weiteren Verbesserung des Cash-Flows weitgehend ausgereizt sein.
Positiv stimme, dass die Gesellschaft in den ersten neuen Monaten nur 14,64% ihrer Umsätze in Amerika getätigt habe, was auch zukünftig ein zwar merkliches, aber kontrollierbares Exposure gegenüber dem Dollar-Kurs erwarten lasse. Vor allem im Working Capital Management würden die Analysten nur noch geringes Potenzial sehen und daher gegenwärtig von stagnierenden Cash-Flows ausgehen. Die bilanzielle Situation des Unternehmens schätze man aufgrund der gestiegenen und weiter steigenden Barmittel bei gleichzeitiger Reduzierung der Verbindlichkeiten inzwischen aber als eher günstig ein.
Der stark angezogene Börsenkurs werfe die Frage nach einer fairen Bewertung des Unternehmens auf. ADVA notiere derzeit deutlich über Buchwert & Cash, und nach der Berechnung der Analysten auch knapp über Enterprise Value. Aus Sicht einer KGV-Bewertung sei zu beachten, dass sich in der Gewinn- und Verlustrechnung (US-GAAP konform) erhebliche steuerliche Aspekte aus dem Verlustvortrag (kumulierter Bilanzverlust zum 30.09.03: E 213,44 Mio.) niederschlagen würden, was generell die Problematik der Berücksichtigung von Verlustvorträgen im Rahmen von KGV, PEG bzw. EPS basierten Bewertungsansätzen aufwerfe.
Gerade bei erheblichen Verlustvorträgen werde die operative Performance eines Unternehmens auf EPS Ebene im Vergleich zu langjährig profitablen Wettbewerbern oftmals am Markt mit gewissen Abschlägen bewertet, um das Fehlen von Steuerzahlungen implizit auszugleichen. Dies sei grundsätzlich zwar sachgerecht, jedoch würden gegenwärtig weder ADVA Optical noch die engsten Wettbewerber Steuern zahlen, so dass alleine daraus kein Bewertungsnachteil resultieren sollte.
Aus Bewertungsaspekten würden die Analysten ADVA im Vergleich zum amerikanischen Wettbewerb als klaren Outperformer sehen. Gleichwohl denke man, dass die Aktie wie auch der Sektor in den USA im Vergleich zu anderen Branchen auf hohem Niveau (Sektor-Kurs/Umsatz Verhältnis von 2,12 und Sektor-KGV von 35,60 jeweils auf Basis 2003) notiere. Anlegern, die angesichts des derzeit positiven Marktsentiments für Telekommunikations-Ausrüster - vor allem in den USA - in diesem Sektor investiert bleiben wollten, würden die Analysten daher empfehlen, die Ciena-Aktie in ADVA zu tauschen. Auf Basis eines geschätzten US-Sektor KGVs von 27,9 für 2004 halte man gegenwärtig Kurse von bis zu 4,70 Euro bei ADVA Optical für realistisch.
In einer Gesamtbetrachtung rechtfertigt dies, angesichts des bereits erreichten Kursniveaus, gegenwärtig allerdings nur eine Halteempfehlung der ADVA-Aktie, so die Analysten von MIDAS Research.
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