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Plambeck verkaufen


24.09.2003
HSH Nordbank AG

Die Analysten der HSH Nordbank AG stufen die Aktie von Plambeck Neue Energien (ISIN DE0006910326 / WKN 691032) von "kaufen" auf "verkaufen" herab.

Die Plambeck Neue Energien AG sei im Mai eine 50,1%ige Beteiligung an dem dänischen Rotorblatthersteller SSP Technology A/S eingegangen. Der Kaufpreis betrage rund 22 Mio. EUR und werde durch Ausgabe von 5,535 Mio. Aktien beglichen. Verkäufer der Beteiligung seien die Plambeck-Holding, die gleichzeitig auch Großaktionär (28%) von Plambeck Neue Energien sei, sowie die beiden Geschäftsführer der SSP, die ihre Anteile von jeweils 10 auf 7,5% verringern würden.

Bis Juni 2004 bestehe die Möglichkeit, weitere 39,9% der Anteile zu erwerben. Dadurch ändere sich zum Teil das Geschäftsmodell von Plambeck Neue Energien. Neben dem bisherigen Kerngeschäft der Windpark-Projektierung engagiere sich Plambeck nun in der Komponentenfertigung und damit in einem weiteren Glied der Wertschöpfungskette. SSP habe ein neues kostengünstiges Verfahren für die Rotorblattherstellung entwickelt.

Gegenüber den herkömmlichen sollten die SSP-Rotorblätter aerodynamisch überlegen sein. 2004 werde bei SSP ein Umsatz von 15,5 Mio. EUR und ein EBIT von 2,0 Mio. EUR erwartet. Bis 2007 solle der Umsatz auf 93,5 Mio. EUR und das EBIT auf 17,5 Mio. EUR steigen. Mit einem größeren Finanzierungsbedarf zum Aufbau der Produktion rechne das Management nicht. Die Analysten würden diese Zahlen für ausgesprochen ambitioniert halten und würden in ihre Planungsrechnung keinen größeren Ergebnisbeitrag übernehmen.

Seit dem Jahreswechsel hätten sich die liquiden Mittel in der Bilanz signifikant verringert. Per 30.06. hätten nur noch 800 Tsd. EUR in den Büchern gestanden, zum 31.12.2002 seien es noch über 5 Mio. EUR gewesen. Um den Spielraum für neue Projekte wieder zu erweitern, plane Plambeck die Emission von Wandelanleihen oder Genussscheinen. Zu diesem Zweck werde am 4. November eine außerordentliche Hauptversammlung durchgeführt. Man bewerte diese Vorgehensweise als wenig vertrauensförderlich. Zudem sei fraglich, ob es Plambeck gelinge, einen strategischen Investor zu finden.


Im ersten Halbjahr 2003 sei die Gesamtleistung von 89,8 auf 28,6 Mio. EUR zurückgefallen. Das EBIT habe allerdings mit 3,0 Mio. EUR fast das Vorjahresniveau (3,1 Mio. EUR) erreicht. Dank eines verbesserten Finanzergebnisses sei das Ergebnis vor Steuern von 6,0 auf 6,4 Mio. EUR gestiegen. Hauptursache für den dramatischen Umsatzrückgang sei nach Angaben des Unternehmens die Umstellung der Abrechnungen der Windparks. Statt wie bisher auf eine Teilgewinnrealisierung zu setzen, würden Umsätze und Gewinne seit Jahresbeginn erst bei Errichtung der Windparks gebucht.

Für das Gesamtjahr 2003 habe das Management nach der starken negativen Abweichung im Vorjahr keine Prognose abgegeben. Es werde von einem Jahr der Konsolidierung gesprochen. Da der deutlich überwiegende Teil der Geschäftstätigkeit in der zweiten Jahreshälfte erfolge, lasse sich der signifikante Leistungseinbruch des ersten Halbjahres nicht auf das Gesamtjahr hochrechnen.

Die Vorjahreswerte dürften aber in jedem Fall deutlich verfehlt werden. Für die Prognosen würden die Analysten folgende Einflussfaktoren berücksichtigen. Dieses Jahr sollten Windparks mit rund 100 MW neu ans Netz gehen. Allerdings seien darin auch Windparks enthalten, mit deren Bau schon im Vorjahr begonnen worden sei. Hinzu komme, dass die Vorlaufkosten für die Offshore-Projekte zunehmen würden. Aus diesem Grund hätten die Analysten ihre Umsatzerwartungen deutlich herabgesetzt.

Ab 2004 sollten die Zinserträge aus der Vorfinanzierung der Windparks zurückgehen, so dass sich die erwartete Verbesserung der Umsätze nicht entsprechend im Nettoergebnis niederschlagen werde. Berücksichtigt werden müsse außerdem noch der Verwässerungseffekt, der aus der SSP-Übernahme resultiere und das Ergebnis je Aktie belasten werde. Die Kursentwicklung der Plambeck-Aktie dürfte zunächst von der Diskussion um die Novellierung des EEG sowie von dem Vertriebserfolg neuer Windparks beeinflusst werden. Zudem gelte es für die Cuxhavener zu beweisen, dass der deutliche Knick in den Zahlen der ersten beiden Quartale des laufenden Jahres tatsächlich nur als Verschiebung zu sehen sei.

Die Analysten würden befürchten, auch angesichts der Diskussion um eine Verringerung der Stromeinspeisesätze, eine erhebliche Belastung bei der Umsetzung der Projektpipeline. Mit dem Abstieg aus dem TecDAX habe sich ferner die Wahrnehmung durch institutionelle Investoren verringert. Vor dem Hintergrund der genannten Unsicherheiten, bewerte man das für 2004 prognostizierte KGV von 9,4 als noch zu hoch. Die Analysten würden für Plambeck ein KGV von 8 als fair unterstellen. Dies entspreche einem Kursniveau von 2,25 EUR.

Angesichts der somit bestehenden Überbewertung stufen die Analysten der HSH Nordbank die Plambeck Neue Energien-Aktie auf "verkaufen" herab.




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