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ESCADA Marktperformer


01.07.2003
Bankhaus Lampe

Die Analysten von Bankhaus Lampe sehen die Aktie von ESCADA (ISIN DE0005692107 / WKN 569210) nach wie vor als Marktperformer.

Nach vorherigen Unstimmigkeiten habe sich ESCADA Mitte der vergangenen Woche mit seinem Vorstandsmitglied Richard Simonin über sein zeitnahes Ausscheiden aus der Gesellschaft geeinigt. Wichtig für die weitere Entwicklung von ESCADA sei nach Erachten der Analysten vor allem, dass die Gesellschaft mit dem amerikanischen Finanzinvestor HMD Partners LP einen neuen Großaktionär gewonnen habe. HMD sei jüngst durch drei ehemalige Manager der amerikanischen Beteiligungsgesellschaft TPG (Texas Pacific Group) gegründet worden und strebe Investitionen in Handels- und Konsumgüterunternehmen an. Die Amerikaner würden angabegemäß ca. 29% des Grundkapitals von ESCADA übernehmen und durch verschiedene Transaktionen (Barkapitalerhöhung, Wandelschuldverschreibung) dem Unternehmen 45 Mio. Euro zuführen.

Vorbehaltlich der Zustimmung einer a.o. Hauptversammlung am 19. August 2003 wolle ESCADA eine Kapitalerhöhung mit Bezugsrecht für die Altaktionäre im Verhältnis 1:1 durchführen, so dass 7,08 Mio. neue Aktien ausgegeben würden. Der Preis für die jungen Aktien werde jedoch 10 Euro betragen und den Börsenkurs damit übertreffen, so dass nur wenige Aktionäre zeichnen würden. Bei der Kapitalerhöhung werde der Unternehmensgründer Wolfgang Ley, der bisher mit 22% größter Einzelaktionär von ESCADA sei, seine Bezugsrechte nicht ausüben und an HMD weiterreichen. Die zu beschließende Wandelschuldverschreibung könne ein Volumen von bis zu 50 Mio. Euro erreichen.


Darüber hinaus werde HMD die von ESCADA gehaltenen eigenen Aktien im Umfang von 0,66 Mio. Stück erwerben. Die Übertragung dieser Papiere erfolge auf der Basis eines Börsenkurses von 10 Euro je Aktie. Angabegemäß dürften die Amerikaner die Papiere frühestens Anfang 2006 verkaufen. HMD werde im Aufsichtsrat von ESCADA drei von sechs Mandate der Anteilseigner vertreten und kapitalmäßig auch in der nächsten Zeit die Schwelle von 30% nicht überschreiten, um den freien Aktionären kein Übernahmeangebot unterbreiten zu müssen.

Die geplante Mittelzuführung diene vor allem dazu, die Finanzschulden von gegenwärtig rd. 300 Mio. Euro zu reduzieren. So wolle die Gesellschaft mit den Banken eine längere Fristigkeit der größtenteils kurzfristigen Bankschulden (200 Mio. Euro) erreichen. Zudem müsse im kommenden Jahr eine Anleihe im Volumen von 100 Mio. Euro zurückgezahlt werden. Nachdem die Analysten von Bankhaus Lampe bislang Zweifel hatten, dass die Gesellschaft ihre Desinvestitionen bis Ende des Jahres abschließen würde, nimmt ESCADA nunmehr auch Abstand von den geplanten Verkäufen von Laurel, Primera und Féraud und wartet mit der Veräußerung der Nicht-Kerngeschäfte bis sich das Marktumfeld wieder normalisiert hat.

Damit werde die GuV von ESCADA jedoch auch künftig weiter belastet bleiben. Erwartungsgemäß sei es auch zu einer erneuten Gewinnwarnung gekommen. Nachdem der Umsatz im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres (31. Oktober) um 25,4% hinter dem Vorjahr zurückgeblieben sei, habe ESCADA ein enttäuschendes EBIT von -4,0 Mio. Euro (Vorjahr 18,3 Mio. Euro) erreicht. Damit lasse sich die bisherige Guidance, im laufenden Jahr ein EBIT von 30 Mio. Euro zu erreichen nicht mehr aufrechterhalten. ESCADA gehe nunmehr selber nur noch davon aus, ein positives EBIT zu erreichen, so dass es erneut zu einem Verlust je Aktie kommen werde.

Die Analysten hätten zuletzt ihre bereits deutlich auf 0,70 Euro je Aktie reduzierte Prognose für das laufende Geschäftsjahr erneut korrigiert und würden aufgrund der deutlich stärker als erwartet eingetretenen Umsatzeinbußen mit einem Verlust je Aktie von 1,31 Euro rechnen. Auch für das kommende Geschäftsjahr habe man aufgrund des strukturellen Umfelds die Prognosen gesenkt und erwarte nun bei einem leicht verbesserten EBIT ebenfalls einen Verlust je Aktie (0,23 Euro; zuvor Gewinn 1,00 Euro). Angesichts dieser deutlichen Korrekturen gehe man davon aus, dass der Dividendenrenditeaspekt für den Anleger bei einem Engagement in ESCADA zunächst entfallen werde, da man für das laufende Geschäftsjahr nicht mehr von einer Ausschüttung ausgehe.

Gegenwärtig bleibt die ESCADA-Aktie für die Analysten von Bankhaus Lampe angesichts des schwierigen Geschäftsgangs auf der einen Seite und der eingeleiteten Maßnahmen zur Verbesserung der Finanzschulden auf der anderen Seite unverändert ein Marktperformer.




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