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Datum/Zeit |
| 8,20 € |
8,40 € |
-0,20 € |
-2,38 % |
17.04/17:35 |
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| ISIN |
WKN |
Jahreshoch |
Jahrestief |
| DE0005895403 |
589540 |
- € |
- € |
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Grammer-Aktie: Erstmals Sitzauftrag für ICE verloren 31.05.2012
Montega AG
Hamburg (www.aktiencheck.de) - Hendrik Emrich, Analyst der Montega AG, stuft die Aktie von Grammer (ISIN DE0005895403 / WKN 589540) weiterhin mit "halten" ein.
Nach einer Phase positiven Newsflows (Verdoppelung der Trucksitzumsätze, Hochlaufen des Mercedes-Actros Auftrags, Gewinnung eines großen europäischen Truckneukunden, neue Projekte bei Mittelkonsolen) würden die Analysten bei Grammer jüngst auch negative Entwicklungen vernehmen.
Nachdem das Unternehmen bei der Sitzvergabe der ersten drei ICE-Generationen von Siemens (ISIN DE0007236101 / WKN 723610) stets berücksichtigt worden sei, gehe Grammer für die neue Generation (ab 2016) erstmals leer aus. Wenngleich das Umsatz- und Ergebnispotenzial überschaubar sei (ca. 20 Mio. Euro Umsatz in den drei Ausbaustufen, insgesamt über Projektlaufzeit rund 60 Mio. Euro), handle es sich bei der Bestuhlung für den ICE um ein wichtiges Prestigeprojekt. Die Analysten hätten in ihren Publikationen mehrfach auf die Bedeutung dieses Auftrages hingewiesen und seien von der Nichtberücksichtigung Grammers negativ überrascht.
Aufgrund von Vorzieheffekten in 2011 schwächle der brasilianische LKW-Markt aktuell besonders stark. Für das Gesamtjahr 2012 würden die Analysten mit einem Rückgang der Neuzulassungen von rund 20 bis 30% rechnen. Grammer habe 2011 in Brasilien einen Umsatz von rund 100 Mio. EUR erzielt (ca. 10% des Konzernumsatzes), woraus sich für 2012 nach dem Modell der Analysten Minderumsätze von rund 20 Mio. Euro ergeben könnten. Auch der weltgrößte Nutzfahrzeugmarkt China weise in 2012 bislang deutliche Bremsspuren auf, die durch staatliche Anreizprogramme gemildert werden sollten.
In der EU würden neben den südeuropäischen Märkten, in denen wegen der Eurokrise Truckfinanzierungen zunehmend schwieriger würden, auch in Deutschland immer mehr Wolken aufziehen. Für die P&L von Grammer könnte sich dies aufgrund der deutlich höheren Margen im Seating Systems-Segment (EBIT-Marge 2011: 7% gg. Automotive EBIT-Marge: 4,0%) besonders negativ auswirken.
Diese Negativtendenzen, die mittelprächtigen Q1-Zahlen sowie die auch in den Folgequartalen anfallenden Einmalkosten für das Hochlaufen der neuen Sitzaufträge (ca. 2 Mio. Euro in Q1 und Q2) würden die Analysten veranlassen, vor allem ihre Ergebnisschätzungen recht deutlich anzupassen: Dementsprechend würden sie auch ihr DCF-basiertes Kursziel von 17,50 Euro auf 15,50 Euro reduzieren. Zwar würden die Bewertungsmultiples der Grammer-Aktie auf den ersten Blick weiterhin niedrig erscheinen, jedoch würden die Risiken steigen, was für eine geringere Visibilität sorge.
Die Analysten der Montega AG bestätigen ihre "halten"-Empfehlung für die Grammer-Aktie. (Analyse vom 31.05.2012) (31.05.2012/ac/a/nw)
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