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XING hat Wachstumszenit überschritten


17.01.2011
Montega AG

Hamburg (aktiencheck.de AG) - Der Analyst der Monetaga AG, Alexander Braun, rät in seiner Ersteinschätzung zum Verkauf der XING-Aktie (ISIN DE000XNG8888 / WKN XNG888).

XING sei mit über 10 Mio. Nutzern Europas führender Betreiber von Business-Netzwerken. Die Internetseite des Hamburger Unternehmens sei in 16 Sprachen verfügbar. Die Nutzer könnten über XING Kontakte zu Geschäftspartnern, Kollegen und Kunden aufbauen und pflegen. Mit zahlreichen Tools (z.B. Synchronisation der Kontakte mit eMail-Clients) erleichtere XING die Organisation des "Kontaktmanagements".

In den vergangenen Jahren habe XING den Umsatz deutlich steigern und eine beeindruckende CAGR von 32% aufweisen können (für die Jahre 2007-2009). Treiber dieser Entwicklung sei der Anstieg von zahlenden Premiumkunden gewesen. Diese würden über zusätzliche Funktionen (u.a. erweiterte Suchfunktionen; Möglichkeit, Nachrichten über XING zu verschicken etc.) verfügen. Die Nutzer seien bereit, hierfür 4,95-6,95 Euro im Monat zu zahlen (abhängig von der Vertragslaufzeit). Allerdings sei XING mit diesem Geschäftsmodell fast ausschließlich im deutschsprachigen Raum erfolgreich, wo die Analysten künftig ein begrenztes Wachstumspotenzial sähen. In anderen Ländern (u.a. Spanien, Türkei und Italien) habe XING den Versuch, signifikante Umsätze durch zahlenden Premiumkunden zu generieren, bereits wieder eingestellt.

In Zukunft solle das Top-Line-Wachstum vor allem über kostenpflichtige Jobanzeigen und Werbeeinnahmen generiert werden. Vor diesem Hintergrund habe XING erst kürzlich einen Strategiewechsel vollzogen und die Funktionalitäten für die nicht zahlenden Nutzer deutlich erweitert (negativ für das Wachstum im Bereich "Subscription"). XING erhoffe sich hierdurch die Attraktivität des Netzwerkes und damit auch die Anzahl und Aktivitätsrate der User deutlich zu erhöhen. Allerdings werde XING durch den Strategiewechsel nach Ansicht der Analysten aus den folgenden Gründen nicht an die "Erfolgsstory" der letzten Jahre anknüpfen können:


Der Werbemarkt sei zyklisch. Zudem hätten Erfahrungen in der Vergangenheit gezeigt, dass eine zu starke Werbevermarktung einen negativen Impact auf den Bereich "Subscriptions" haben könne. Aus diesem Grund werde XING sein Potenzial in diesem Bereich künftig nur unzureichend ausschöpfen können.

Der Umsatz mit kostenpflichtigen Jobanzeigen sei zuletzt dynamisch gestiegen (von 1,04 Mio. Euro in Q3/2009 auf 1,9 Mio. Euro in Q3/2010). Zugleich sei das Sales-Team deutlich vergrößert worden (von 2 MA in 2009 auf aktuell 9 MA). Dieser Bereich sei personalintensiv. XING konkurriere mit deutlich größeren, global aufgestellten und fokussierten Anbietern. Der Markt weise eindeutig oligopolistische Strukturen auf.

XING habe seinen Wachstumszenit überschritten. Die Bereiche Advertising und E-Recruiting seien zyklisch und weniger skalierbar als das Kernsegment "Subscriptions". Das aktuelle Bewertungsniveau sei durch ein verbessertes Sentiment im Rahmen der anstehenden IPOs von LinkedIn und Facebook zu erklären.

Die XING-Aktie ist nach Meinung der Analysten der Monetga AG zu teuer und sie raten bei einem Kursziel von 36 Euro zum Verkauf. (Analyse vom 17.01.2011)
(17.01.2011/ac/a/nw)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.




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