|
 |
|
| |
|
 |
| Kurs |
Vortag |
Veränderung |
Datum/Zeit |
| - |
- |
0 |
0 % |
/ |
| |
| ISIN |
WKN |
Jahreshoch |
Jahrestief |
|
|
- |
- |
| |
|
|
| |
|
|
| |
Borussia Dortmund auf Höhenflug 25.10.2010
Geldanlage-Report
Gerbrunn (aktiencheck.de AG) - Die Experten vom "Geldanlage-Report" nehmen die Aktie Borussia Dortmund (ISIN DE0005493092 / WKN 549309) unter die Lupe.
Borussia Dortmund-Fans hätten in den letzten Jahren nicht viel zu lachen gehabt. Seit der Meisterschaft 2002 sei es stetig bergab gegangen. Das habe sich auch im katastrophalen Kursverlauf der Aktie widergespiegelt.
Inzwischen sei die Aktie jedoch extrem günstig und sportlich scheine die Wende ebenfalls möglich: Erstmals seit acht Jahren sei Borussia Dortmund wieder Tabellenführer der Fußball-Bundesliga. Wann also einsteigen, wenn nicht jetzt?
Am 15. Oktober sei der Verkauf des englischen Traditionsclubs FC Liverpool perfekt gemacht worden. Die hoch verschuldeten "Reds" seien für eine kolportierte Summe von umgerechnet 340 Mio. Euro an den amerikanischen Investor New England Sports Ventures (NESV) verkauft worden. Mehrheitseigner der NESV sei der Amerikaner John W. Henry, der in Finanzkreisen einen legendären Ruf genieße.
Henry habe durch den Handel mit Futures und Aktien sowie später als Vermögensverwalter ein Milliardenvermögen erwirtschaftet. Der exzentrische US-Amerikaner gelte als Trendfolger und habe den größten Teil seiner Tradinggewinne 1995 erzielt. Übrigens: Insider seien der Ansicht, dass beim Zusammenbruch der Barings Bank - ausgelöst durch den Trader Nick Leeson - John W. Henry zu den großen Gewinnern gehört habe, die die Gegenposition eingenommen hätten.
Die Liaison zwischen Henry und dem FC Liverpool sei eine zwischen zwei Partnern, die beide schon bessere Zeiten gesehen hätten. Henrys Firma würden finanzielle Probleme nachgesagt. Der Wert seines Privatvermögens solle in den letzten Jahren von über drei Mrd. US-Dollar auf rund 650 Mio. US-Dollar geschrumpft sein.
Sicher sei, dass der FC Liverpool, unter anderem durch die Misswirtschaft der bisherigen Besitzer (den beiden Amerikanern Tom Hicks und George Gillett), einen existenzgefährdenden Schuldenberg in Höhe von umgerechnet 270 Mio. Euro angehäuft habe.
Hicks und Gillett würden schimpfen, der achtmalige Europapokalsieger werde weit unter seinem tatsächlichen Wert verkauft. Angeblich hätten die beiden einen Käufer gefunden haben wollen, der bereit gewesen wäre, 720 Mio. Euro zu bezahlen.
Ob das realistisch sei, sei dahingestellt. Immerhin hätten die bei den Fans hochgradig unbeliebten Investoren selbst im Frühjahr 2007 nur 200 Mio. Euro für den Verein bezahlt. Im Forbes-Ranking der 20 wertvollsten Fußballklubs der Welt (Stand: Mai 2010) tauche Liverpool aber mit einem Marktwert von 822 Mio. US-Dollar (587 Mio. Euro) auf einem stattlichen sechsten Platz auf.
Knapp in die Top 20 schaffe es auch Borussia Dortmund, mit einem geschätzten Wert von 260 Mio. US-Dollar bzw. 186 Mio. Euro. Spätestens jetzt dürften einige Borussia Dortmund-Aktionäre aufhorchen, denn die aktuelle Marktkapitalisierung von Borussia Dortmund liege auch nach dem jüngsten Kursanstieg nur bei 107 Mio. Euro. Daraus ergäbe sich ein Kurspotenzial von 74 Prozent für die Aktie.
Zugegeben, die Forbes-Zahlen seien nicht mehr ganz aktuell (Saison 2008/2009) und die Wertschätzung enthalte Schulden für den Stadion(rück)kauf und -ausbau. Dafür habe sich aber auch die sportliche Situation seither dramatisch verbessert und die Nettofinanzverbindlichkeiten (Finanzverbindlichkeiten abzgl. flüssiger Mittel/Wertpapiere) seien in den letzten Jahren auf 70 Mio. Euro zurückgefahren worden. Doch sei Borussia Dortmund tatsächlich eine unterbewertete Value-Perle?
Ein Blick in den Geschäftsbericht (Konzernabschluss 30. Juni 2010) sei zunächst eher ernüchternd: Das Eigenkapital liege nur bei 62 Mio. Euro und damit rund sechs Mio. Euro niedriger als im Vorjahr. Das entspreche einem Buchwert von 1,02 Euro. Der Wert des vereinseigenen Stadions, des Signal-Iduna-Parks (ca. 170 Mio. Euro Bilanzansatz) und die daraus entstehenden Finanzierungskosten seien in dieser Rechnung bereits enthalten.
Tatsächliche stille Reserven könnte es allerdings im Bereich der immateriellen Vermögenswerte geben. Diese würden in der Bilanz mit 20,3 Mio. Euro angesetzt. Darin enthalten sei beispielsweise der Wert des Kaders. Der Marktwert der Mannschaft werde von Transfermarkt.de aber aktuell auf satte 125 Mio. Euro taxiert. Natürlich seien die Spieler im Finanzjargon "betriebsnotwendiges Vermögen" und könnten damit nicht einfach verkauft werden. Hinzu komme, dass Spieler, die ihre Verträge erfüllen würden, ablösefrei wechseln könnten.
Fakt sei aber: Borussia Dortmund habe in seinem Spielerkader innerhalb der letzten beiden Jahre und teilweise sogar innerhalb weniger Monate drastische Marktwertsteigerungen erzielt.
Das extremste Beispiel sei der Neueinkauf Shinji Kagawa. Nur 350.000 Euro habe Borussia Dortmund für den Nachwuchsstar in die zweite japanische Liga überwiesen. Aktuell liege der Marktwert bei 5 Mio. Euro. Das entspreche einem Buchgewinn von 4,65 Mio. Euro oder alleine fast fünf Prozent der gesamten Marktkapitalisierung von Borussia Dortmund. Für Lucas Barrios seien aus England angeblich auch bereits 20 Mio. Euro geboten worden. Bezahlt hätten die Borussen für Barrios 4,5 Mio. Euro.
Auch weitere junge Spieler wie Sahin, Schmelzer, Hummels, Subotic und andere hätten durch den sportlichen Höhenflug und gute Leistungen ihren Marktwert beträchtlich gesteigert.
Das alleine rechtfertigt nach Ansicht der Experten vom "Geldanlage-Report" für die Borussia Dortmund-Aktie einen deutlichen Aufschlag auf den Buchwert von bis zu 50 Prozent. (Analyse vom 25.10.2010) (25.10.2010/ac/a/nw)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
|
 |
|
|
 |
|
|
| |
|