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22.04/17:35 |
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WKN |
Jahreshoch |
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| DE0005493092 |
549309 |
- € |
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Borussia Dortmund kann trotz Anstrengungen in 2009/10 Verlust nicht vermeiden 24.09.2010
GSC Research
Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von GSC Research, Klaus Kränzle, rät nach wie vor zum Halten der Borussia Dortmund-Aktie (ISIN DE0005493092 / WKN 549309).
Ende August habe die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA im Rahmen der alljährlichen Bilanzpressekonferenz die Eckpunkte der vorläufigen Zahlen für das Ende Juni abgelaufene Geschäftsjahr 2009/10 (bis 30.06.) bekannt gegeben. Da die Auswirkungen der Rezession sich bereits frühzeitig abgezeichnet hätten, sei aus Sicht der Analysten im Vorfeld nur noch offen gewesen, ob es dem Unternehmen gelungen sei, wie angestrebt und von ihnen erwartet eine "schwarze Null" auszuweisen, oder ob man in die roten Zahlen gerutscht sei. Letzteres sei der Fall gewesen.
Im Einzelnen habe Borussia Dortmund KGaA einen Umsatzrückgang um 6,6 Prozent auf 100,9 (Vj.: 108,0) Mio. Euro hinnehmen müssen, was nahezu der Analystenprognose von 102,0 Mio. Euro entsprochen habe. Auf der Kostenseite habe sich die Ausgabendisziplin bemerkbar gemacht, so dass mit einem operativen Ergebnis (EBITDA) von 9,3 (10,5) Mio. Euro trotz des rezessiven Umfeldes und der weitgehend fehlenden Einnahmen aus den Pokalwettbewerben fast 90 Prozent des Vorjahreswertes hätten erreicht werden können.
Der Grund für die deutliche Verfehlung der EBITDA-Analystenschätzung von 14,8 Mio. Euro habe hauptsächlich im mit 46,4 Mio. Euro gegenüber dem tatsächlich gemeldeten Wert von 49,4 Mio. Euro zu geringen Analystenansatz der sonstigen betrieblichen Aufwendungen gelegen. Der für den Finanzbereich zuständige Geschäftsführer Thomas Treß habe diese Abweichung unter anderem mit den von den Analysten im Vorfeld so nicht abschätzbaren Aufwendungen für das Vereinsjubiläum erklärt. Ihre Prognose für den wichtigen Kostenblock Personal (inklusive des "nicht kickenden" Personals) habe mit 43,6 Mio. Euro hingegen relativ gut den veröffentlichten Wert von 44,6 Mio. Euro getroffen.
Das EBIT habe sich im Zuge der mit 10,3 (10,6) Mio. Euro auf einem konstanten Niveau angefallenen Abschreibungen mit minus 1,0 (-0,1) Mio. Euro erneut im negativen Bereich bewegt. Der Jahresüberschuss nach Steuern sei mit minus 2,8 (-2,9) Mio. Euro geringfügig über dem Vorjahreswert ausgewiesen worden. Der Grund hierfür habe hauptsächlich in einem mit minus 1,6 (-2,8) Mio. Euro deutlich verbesserten Finanzergebnis gelegen. Neben Fortschritten im Schuldenabbau habe das konsolidierungsbedingt jetzt dort ausgewiesene positive Ergebnis des Merchandising-Bereiches von 0,6 Mio. Euro zu dieser Entwicklung beigetragen.
Insgesamt stufe man die vom BVB gemeldeten Zahlen jetzt besser ein als dies der erste spontane Eindruck vermittelt habe. Mit etwas Glück hätte zum Beispiel der Valdez-Transfer noch im abgelaufenen Geschäftsjahr verbucht werden können, so dass die Ergebnisschätzungen der Analysten eingehalten worden wären. Somit habe das abgelaufene Geschäftsjahr einmal mehr die im Vergleich zu anderen Unternehmen wesentlich höhere Hebelwirkung fehlender Umsätze auf die verschiedenen Ergebniskomponenten gezeigt.
Trotz eines stringenten Kostenmanagements sei es der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA im Geschäftsjahr 2009/10 (bis 30.06.) nicht gelungen, die erhoffte und von den Analysten erwartete "schwarze Null" beim Jahresüberschuss zu erreichen. Im Gegensatz zu früheren Jahren sei dieses Abschneiden jedoch erklär- und tolerierbar.
Insgesamt sei das Unternehmen nach Eindruck der Analysten aufgrund des breit gefächerten Umsatzmixes gut durch die Rezession gekommen. Diese Feststellung treffe auch für die Bundesliga in Gänze zu. Nachdem viele Clubs im Ausland lange Zeit nach "Gutsherrenart" bewirtschaftet worden seien, habe auch die UEFA die Zeichen der Zeit erkannt und erstmals ein dem Bundesliga-Lizensierungsverfahren angelehntes Zulassungsverfahren für die europäischen Cup-Wettbewerbe eingeführt. Diese Entwicklung dürfte dem deutschen Fußball im Allgemeinen und dem BVB im Speziellen zugute kommen.
Die Analysten hätten vor dem Hintergrund der Teilnahme des BVB an der UEFA Europa League und des abrechnungstechnisch in die aktuelle Saison fallenden Valdez-Transfers ihre Schätzungen für das laufende Geschäftsjahr 2010/11 erhöht. Insgesamt gehe man von einem sportlich wie wirtschaftlich erfolgreichen Geschäftsjahr aus, wobei man aus Vorsichtsgründen keine Umsätze aus dem DFB-Pokal mit eingerechnet habe.
Für die nächsten Jahre rechne man mit moderaten Umsatzzuwächsen in allen Bereichen. Die Analysten würden jedoch nicht glauben, dass die Fernseherlöse der Bundesliga signifikant zu steigern seien und würden im Gegensatz zur Bundesliga bei der Einschätzung der weiteren Entwicklung des Bezahlsenders Sky skeptischer bleiben. Sie könnten sich vorstellen, dass die Sponsoringerlöse des BVB zum Beispiel unter einer eingeschränkten Berichterstattung im freien Fernsehen etwas leiden könnten.
Insgesamt sehe man sowohl die Bundesliga als auch die Borussia Dortmund nach dem Ende der Rezession auf der Umsatzseite breit und zudem wirtschaftlich gesund aufgestellt. Diese Einschätzung manifestiere sich in einem um 8 Cent von 1,15 Euro auf 1,23 Euro erhöhten Zwölf-Monats-Kursziel.
Die Analysten von GSC Research erneuern vor diesem Hintergrund ihre Haltenempfehlung für die Borussia Dortmund-Aktie. Nach dem Ausstieg einiger Großaktionäre sollte zudem der an manchen Tagen in der Vergangenheit zu beobachtende Verkaufsdruck in der Aktie künftig kein Thema mehr sein. (Analyse vom 24.09.2010) (24.09.2010/ac/a/nw)
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