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Funkwerk kaufen 03.02.2010
TradeCentre.de
Lichtenstein (aktiencheck.de AG) - Nach Einschätzung der Experten von "TradeCentre.de" ist die Aktie von Funkwerk (ISIN DE0005753149 / WKN 575314) kaufenswert.
Funkwerk sei ein waschechter Turnaround-Kandidat und stehe vor einem grandiosen Comeback. Wie Vorstandschef Hans Grundner den Experten in einem Hintergrundgespräch mitgeteilt habe, sei die Restrukturierung weitgehend abgeschlossen. "Die tief greifende Restrukturierung ist beendet. Bilanziell haben wir die Kosten nahezu vollständig im Jahr 2009 verarbeitet. Nun folgen die Feinheiten mit dem neuen Fokus Ertrag vor Umsatz". Ziel sei im Jahr 2010 wieder deutlich schwarze Zahlen zu schreiben. "Wir erwarten ein deutlich positives EBITe, sage der CEO. Nach den Berechnungen der Experten dürfte ein EBIT von fünf bis zehn Millionen Euro erreichbar sein.
Mit diesen Erwartungen fühle sich Grundner "ganz wohl". Zinsen würden kaum anfallen. Aufgrund von Verlustvorträgen blicke Finanzminister Wolfgang Schäuble in die Röhre. Das EBIT in 2010 werde sodann in etwa dem Nettoergebnis entsprechen. Der Umsatz werde sich in diesem Jahr auf circa 240 Millionen Euro belaufen. Bereinigt um verlustbringende Gesellschaften werde der Umsatz gegenüber dem Vorjahr moderat wachsen.
In 2010 profitiere Funkwerk von der Restrukturierung, die eine nachhaltige Kostenentlastung von circa zehn Millionen Euro ab diesem Jahr bringe. Bereits im Jahr 2011 strebe das Unternehmen wieder EBIT-Margen von acht bis zehn Prozent an. "Wir wollen ab dem kommenden Jahr wieder zurück zu unseren einstigen Zielmargen zurückkehren". Bei Umsätzen von über einer Viertelmilliarde Euro würde die Gesellschaft dann operativ 20 Millionen Euro verdienen.
Perspektivisch strebe Grundner in 2012 die einstige Umsatzgrößenordnung von knapp 300 Millionen Euro an bei unveränderter Marge wie in 2011. Treiber für Umsatzzuwächse sei zum Beispiel der Bereich "Security Communication". In dieser Einheit biete das Unternehmen Videosysteme zur Überwachung, Objekt- und Personenschutz sowie Funkgeräte für Sicherheitsaufgaben an. "Wir haben für den digitalen Bündelfunk mit dem künftig Sicherheitsbehörden ausgestattet werden sollen, spezielle Mobilgeräte entwickelt".
Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben wie Polizei und Feuerwehr würden künftig mit diesem digitalem Bündelfunk, dem so genannten TETRA Standard arbeiten. Komme dieser Markt kräftig ins Rollen, profitiere Funkwerk massiv. "Der Markt für TETRA-Geräte hat ein Potenzial von 100 Millionen Euro pro Jahr", erkläre der promovierte Ingenieur der Elektrotechnik. Da es nur drei Anbieter gebe, rechne sich Grundner einen zusätzlichen Umsatz von bis zu 30 Millionen Euro pro Jahr für Funkwerk aus.
Der Bereich habe insgesamt in der Krise stark gelitten. "Wir sind für dieses Jahr zuversichtlich das Segment wieder zum Erfolg zu führen und neben Gewinnen mittelfristig den Umsatz wieder auf alten Höhen zu steigern". Der Höchstwert von 80 Millionen Euro Umsatz in diesem Segment könnte bald wieder erreicht werden.
Im größten Geschäftsbereich "Traffic & Control Communication" erwarte der CEO ebenfalls ein gutes Jahr. "Wir spüren eine klare Erholung und erwarten ein sehr gutes Jahr. Das book-to-bill Ratio liegt wieder über eins". Zudem würden sich wieder größere Aufträge in diesem Segment anbahnen. Im Bereich "Automotive Communication" erwarte Grundner ein stabiles Jahr, wenn auch auf niedrigem Niveau. "Das Segment bleibt schwierig. Dennoch streben wir an dieser Stelle ein ausgeglichenes Ergebnis an".
Neue Projekte mit Autobauern wie Daimler und BMW seien zwar im Gange, würden aber noch nicht zu einem Durchbruch dieser Einheit verhelfen. Der Bereich "Enterprise Communication" habe in 2009 Geld verdient und werde auch in diesem Jahr positive Erträge zum Konzern beisteuern. Insgesamt sei Funkwerk somit wieder "back on track".
Das Zahlenwerk für 2009 könnten Investoren indes getrost abhaken. Die Vorstellung werde ein Non-event, da das Geschäftsjahr von der Restrukturierung geprägt gewesen sei. Funkwerk habe einen Umsatz von 230 Millionen Euro in Aussicht gestellt und einen Verlust beim EBIT von bis zu 19 Millionen Euro. Das Umsatzziel sei in etwa erreicht worden. Der Verlust beim EBIT könnte aber nochmals höher ausfallen.
Die Experten würden es begrüßen, wenn Funkwerk die Aktivseite um Firmenwerte bereinige und das ohnehin verhunzte Jahr 2009 für Abschreibungen nutze. Dann sei die Bilanz besenrein. Leisten könne sich das Unternehmen Abschreibungen locker. Die Eigenkapitalquote betrage per Ende September rund 60 Prozent bei einem Eigenkapital von 117 Millionen Euro. Nach Sonderabschreibungen dürfte das Unternehmen immer noch über eine sehr gesunde Eigenkapitalquote von mehr als 50 Prozent verfügen.
Per Ende September habe der operative Cashflow minus 10,4 Millionen Euro betragen. Bereits im dritten Quartal habee indes ein positiver operativer Cashflow erzielt werden können. "Unser Schlussquartal ist wie erwartet ausgeglichen ausgefallen, allerdings haben wir einen starken Cashflow erzielt, da unsere öffentlichen Kunden traditionell ihre Projekte am Ende des Jahres abrechnen. Das hat sich sehr positiv auf unseren Zahlungsfluss ausgewirkt", erkläre der CEO. Sodann könnte Funkwerk in 2009 möglicherweise noch den bislang negativen Cashflow nach neun Monaten komplett ins Positive gedreht haben.
Das wirke sich prächtig auf den Cashbestand aus. "Wir haben das Working Capital stark optimiert und sind per Ende des Jahres komplett frei von Bankschulden. Zudem wir haben zum Jahresende eine deutlich positive Cashposition", sage Grundner. Nach den Berechnungen der Experten dürfte Funkwerk aktuell auf einem Nettobarbestand zwischen 15 bis 20 Millionen Euro sitzen nach über sechs im Neunmonatsbericht.
Die Börse habe bei Funkwerk stark nach unten übertrieben. Der Börsenwert liege lediglich bei 41 Millionen Euro. Selbst wenn man den Buchwert von 117 Millionen Euro um immaterielle Vermögenswerte bereinige, liege dieser bei 67 Millionen Euro. Immer noch deutlich mehr als der Börsenwert! Zudem dürfte der aktuelle Börsenwert mit mehr als einem Drittel mit Cash unterlegt sein. Das KGV für 2010 schätze man auf sieben. Erreiche Funkwerk in 2011 die in Aussicht gestellte Margensteigerung betrage das KGV lediglich drei. Funkwerk sei eine super Turnaround-Story.
Die Aktie von Funkwerk ist nach Meinung der Experten von "TradeCentre.de" kaufenswert mit einer Kurschance von mindestens 50 Prozent, wenn nicht gar 100 Prozent. (Analyse vom 03.02.2010) (03.02.2010/ac/a/nw)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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